Lehrlinge bereichern den Alltag im Salon Silvia

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Silvia Junker (r.) und Tochter Stefanie führen den Salon Silvia in Wattens mit viel Freude am Beruf.
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1986 hat Silvia Junker einen Frisörbetrieb in Wattens übernommen, seit 20 Jahren ist auch ihre Tochter Stefanie mit viel Engagement dort tätig. Lehrlinge auszubilden, ist für beide eine Bereicherung.

Was ist das Geheimrezept, um junge Leute zu motivieren? Ein gutes Vorbild sein. Und genau das ist Silvia Junker seit knapp 35 Jahren. In ihrem Frisörsalon Silvia in Wattens hat sie in dieser Zeit nämlich weit mehr als 50 Lehrlinge ausgebildet. „Seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich durchgehend mit Lehrlingen gearbeitet, oft sogar drei oder vier gleichzeitig ausgebildet. Die Entwicklung der jungen Menschen begeistert mich dabei besonders. Ich erlebe Tag für Tag wie sie frisch aus der Schule heraus zu kompetenten Mitarbeiterinnen heranreifen – das ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte“, erzählt Junker, in deren Salon inklusive Kosmetikstudio aktuell 16 Mitarbeiterinnen tätig sind. Fast alle absolvierten auch ihre Lehre dort, sammelten teilweise Erfahrungen in anderen Betrieben, sind aber schlussendlich wieder zurückgekehrt.

Aktuell sind zwei weitere Mädchen gerade in Ausbildung. Das Schulzeugnis allein ist nicht ausschlaggebend, um im Salon Silvia eine Stelle zu bekommen: „Motivation und Begeisterung für den Beruf haben für mich oberste Priorität. Natürlich gibt es Lehrlinge, die nicht alles direkt beim ersten Versuch umsetzen können. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie untalentiert sind, sondern sie müssen einfach mehr üben. Und wenn sie dafür brennen, dann schaffen sie das mit links. Aus diesem Grund ist es auch von Vorteil, wenn mehrere Lehrlinge gleichzeitig angestellt sind. Sie spornen sich im positiven Sinne gegenseitig an.“

Julia Möstl beweist eine ruhige Hand beim Schminken.
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Sauberkeit im Salon, Ordnung bei den Arbeitsmaterialien und freundlicher Kundenempfang  stehen am Beginn jeder Ausbildung. Dann kommt das Haarwaschen, das Massieren, das Beraten, das Schneiden und vieles mehr. „Erst wenn ein Schritt perfekt beherrscht wird, kann man sich an etwas Neues heranwagen. Das ist auch nach der Lehrabschlussprüfung noch so. Diese ist der Grundstock und danach geht es mit zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten erst richtig los“, so Silvia Junker.

Erfahrungsschatz mit Lehrlingen teilen

Tochter Stefanie ist selbst Frisörin und hat bei ihrer Mutter Silvia gelernt. „Mir sind alle Türen offen gestanden, aber schlussendlich habe ich mich für diesen Weg entschieden und mit der Frisörlehre begonnen. Dabei hat sich sehr schnell abgezeichnet, dass es mein Traumberuf ist, den ich mit viel Engagement und Leidenschaft ausübe.“ Dies beweist ihr Werdegang deutlich. Bereits nach zwei Jahren hat Stefanie die Lehrabschluss-prüfung mit Auszeichnung bestanden, mit 18 die Meisterprüfung abgelegt und kurz darauf den gewerblichen Meister erlangt. Ihr Know-how hat sie bei diversen Fort- und Ausbildungen – beispielsweise zur Makeup-Artistin – erweitert und bei externen Mitbewerbern Wissen gesammelt, welches sie nun in das eigene Unternehmen einbringt.

Dies verschaffte ihr selbstverständlich auch einige Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben. „Natürlich bin ich stolz auf alles, was ich erreicht habe. Aber besonders viel Freude bereitet es mir, anderen etwas beizubringen. Es ist toll, unsere Lehrlinge oder Teilnehmer von Schulungen und Seminaren für das breite Feld des Stylings zu begeistern und meinen Erfahrungsschatz mit ihnen zu teilen“, erklärt Stefanie und ergänzt: „Außerdem fiebere ich bei den Prüfungen unserer Sprösslinge immer eifrig mit und freue mich über positive Ergebnisse.“

Besuch im Salon Silvia tut dem Wohlbefinden gut

Ohne Lehrlinge fehlt etwas im Alltag, in diesem Punkt und bei vielen weiteren sind sich die beiden einig. „Es war für mich anfangs kein leichter Schritt meine Tochter in den Salon zu holen, aber er hat sich als absolut richtig erwiesen. Unsere Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei und verläuft sehr harmonisch. Junge und frische Inputs sind bei mir sowieso jederzeit willkommen“, betont Junker.

Der Beruf an sich ist in den letzten Jahrzehnten nämlich vielseitiger und die Mode individueller geworden. Stehenbleiben kommt deshalb sowohl für Silvia als auch für Stefanie nicht in Frage. „Wir müssen immer up to date bleiben – Trends sind kurzlebig und Flexibilität ist gefragt. Das betrifft nicht nur Frisurenstile, sondern geht schon beim Haarwaschen los. Früher ist darauf nicht so viel Wert gelegt worden, doch heutzutage ist eine Kopfmassage Standardprogramm.“ Kunden sind sensibler geworden und möchten verwöhnt werden. Sie kommen nicht nur zum Haarschneiden, sondern wollen sich entspannen und verwöhnt werden. Ein Frisörbesuch tut dem Wohlbefinden gut und die Menschen gehen mit einem Lächeln hinaus. „Gewisse Prinzipien habe und werde ich trotz aller Veränderungen beibehalten: Pünktlichkeit, Genauigkeit und Sauberkeit – das ist damals gleich wie heute!“

»Weitere Informationen: Salon Silvia

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