Tiroler Innovationspreis 2020 verliehen

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Tiroler Innovationspreis 2020 Gewinner Kategorie „Dienstleistungsinnovation“: Dachsbau TV mit Konrad Wolfgang, Frederik Lordick und Lukas Micka (2.,3. und 4.v.l.) mit WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Landesrätin Annette Leja (r.).
Gewinner Kategorie „Dienstleistungsinnovation“: Dachsbau TV mit Konrad Wolfgang, Frederik Lordick und Lukas Micka (2.,3. und 4.v.l.) mit WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Landesrätin Annette Leja.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Die Gewinner des Tiroler Innovationspreis 2020: Parity Quantum Computing GmbH – Betriebssystem für Quantencomputer, Dachsbau Television OG mit DachsbauTV und Optronia GmbH – Sensorik zur Erkennung von Rehkitzen.

Die Tiroler Wirtschaftskammer und das Land Tirol haben den Tiroler Innovationspreis bereits zum 20. Mal für die herausragenden Leistungen der Tiroler Wirtschaft verliehen. Die Corona-Pandemie hat vieles verändert und die heimischen Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Besonders vor diesem Hintergrund hat der Tiroler Innovationspreis 2020 nach diesem so schwierigen Jahr eine ganz besondere Bedeutung für die heimische Innovationslandschaft. „Indem wir herausragende Leistungen heimischer Betriebe auf die Bühne holen und diese würdigen, zeigen wir damit auf, dass trotz aller Schwierigkeiten weiterhin Spitzenleistungen vollbracht werden und setzen damit ein positives Zeichen“, zeigt sich Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser stolz.

Auf Grund der aktuellen Situation wurden die nominierten Unternehmen und ihre innovativen Projekte unter Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen einzeln nach Kategorie präsentiert und ausgezeichnet. Die drei Innovationspreis- Gewinner sind: die Parity Quantum Computing GmbH – Betriebssystem für Quantencomputer, die Dachsbau Television OG in Gründung mit Dachsbau  TV und die Optronia GmbH – Sensorik zur Erkennung von Rehkitzen.

Kategorie „Dienstleistungsinnovationen“

Mit kreativen Live-Streaming-Formaten zeigt DachsbauTV, dass Clubkultur und gemeinsames Feiern auch in der digitalen Welt funktionieren. Die zwei Innsbrucker Unternehmer und Betreiber des Clubs Dachsbau, Konni Wolfgang und Fred Lordick, erkannten, dass dieser plötzliche Stillstand in der Pandemie auch eine Chance sein kann, die Club- und Kulturlandschaft in Tirol neu zu denken und sie in die digitale Welt zu übersetzen. Schnell wurde die Idee geboren, Kulturschaffenden und Vereinen eine digitale Bühne zu bieten, um sich auch während der Zeit des Lockdowns, der Zutritts- und Ausgangsbeschränkungen präsentieren zu können.

Daraus entstand die DachsbauTV Prime Time, ein Late-Night-Unterhaltungsformat mit Studiogästen, das im Dachsbau-Club aufgenommen wird. „In jeder Show laden wir Künstlerinnen und Künstler ein, die sonst in dieser Zeit keine Plattform finden, um ihre Arbeit vorzustellen und live zu performen“, erläutert Wolfgang. Zuschauer können über digitale Abstimmungen mit den Moderatoren und Gästen interagieren. Durch den Erfolg dieses Konzepts ist die Produktion von Streams und Videos bereits jetzt zu einem zweiten Standbein neben dem Clubbetrieb im Dachsbau geworden.

Weitere Infos: streamlabs.com/1dachsbau

Wissenschaftslandesrätin Annette Leja verlieh den zu 7.500 Euro dotierten Preis „Dienstleistungsinnovation“: „Innovationen haben sehr große Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Tirol. Es braucht ein positives Umfeld und Kollegen aus Lehre, Forschung und Wirtschaft. Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt davon ab, dass wir neue Produkte, Dienstleistungen und Verfahren erfolgreich auf den Markt bringen.“

Kategorie „Technische Innovationen – Produkte und Verfahren“

Das Start-up Optronia hat sich auf die Entwicklung und Integration optischer Sensortechnik spezialisiert. Mit ihrem ersten kommerziellen Produkt nehmen sich die Gründer Ulrich Hausmann und Nicola Baldo einem verbreiteten Problem beim Einsatz von Mähmaschinen an. Denn während hochgewachsenes Gras ein hervorragendes Versteck vor Fressfeinden bietet, werden die dort eingesetzten Mähmaschinen zur tödlichen Gefahr für Rehkitze. Optronia hat Mähmaschinen mit elektronischen „Augen“ ausgestattet, die erkennen können, was sich hinter den Pflanzen verbirgt. „Schlüssel ist die Reflexion von nahinfrarotem Licht“, erklärt Hausmann.

„Jede Oberfläche und jedes Material reflektiert manche Wellenlängen besser, schlechter oder gar nicht. Da das Infrarotspektrum das dichte Gras am besten durchdringt, kann das System erkennen, was sich dahinter verbirgt – und weil die Strahlung auch bei Sonnenlicht erkannt wird, funktioniert das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Weitere Infos: www.optronia.com

Wirtschaftslandesrat Anton Mattle übergab den zu 7.500 Euro dotierten Preis „Technische Innovationen“: „Innovation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis fleißiger und einfallsreicher Menschen. Wir freuen uns, dass es in Tirol ein so gutes Netzwerk mit Unis, FHs und Institutionen gibt, die innovative Vorhaben unterstützen – und Stück für Stück systematisch an Innovationen arbeiten.“

Gewinner Kategorie „Technische Innovationen - Produkte und Verfahren“: Das Start-up Optronia mit Ulrich Hausmann, Nicola Baldo und Serghei Filminov (v.l.).
Gewinner Kategorie „Technische Innovationen - Produkte und Verfahren“: Das Start-up Optronia mit Ulrich Hausmann, Nicola Baldo und Serghei Filminov (v.l.).
© WK Tirol/Die Fotografen

Kategorie „Konzepte“

Die ParityQC ist ein Quantenarchitektur-Unternehmen, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die weltweite Standardarchitektur für das Lösen von Optimierungsproblemen am Quantencomputer zu werden. Sie bieten für alle derzeitigen Hardware-Hersteller fundamentale Vorteile, die in ihrem Betriebssystem ParityOS automatisiert zugänglich gemacht werden. „Mit unserer eigenen Architektur – gewissermaßen den Blaupausen für Chips – und den dazugehörigen Algorithmen bieten wir eine aufeinander abgestimmte Hard- und Softwarelösung“, erklären die Geschäftsführer Magdalena Hauser und Wolfgang Lechner, auf deren Forschung und den daraus hervorgegangenen Patenten ein großer Teil der Entwicklung aufbaut. „Damit sind wir das erste Quantenarchitektur-Unternehmen weltweit.“

Die Chips, die von einigen Hardware-Herstellern bereits produziert werden, sind auf einen ganz spezifischen Anwendungsbereich, nämlich das Lösen von Optimierungsproblemen, maßgeschneidert. „Damit haben wir einen klaren Business-Case“, bestätigt Hauser. „Wir bieten die Architektur als Lizenzmodell an – und alles, was zu ihrem Einsatz nötig ist, inklusive unseres eigenen Betriebssystems ParityOS.“ Dabei hat ParityQC einen großen Trumpf in der Hand: Das System ist mit allen Plattformen kompatibel, egal welche Technologie schlussendlich zum kommerziellen Einsatz kommt.

Weitere Infos: parityqc.com

Wirtschaftslandesrat Anton Mattle gratulierte zu dem mit 3.000 Euro dotierten Innovationspreis: „Wenn wir Tirol anschauen, haben wir ein unglaubliches Fundament an Traditionen. Doch von Innovationen leben wir. Innovationen gestalten Zukunft. Vielen Dank für Ihren Mut und Ihre innovativen Projekte, die hoffentlich bald auch wirtschaftliche Erfolge zeigen.“

Tiroler Innovationspreis 2020 Gewinner Kategorie "Konzepte": Die Parity QC, Magdalena Hauser und Wolfgang Lechner mit WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Landesrat Anton Mattle (r.).
Gewinner Kategorie „Konzepte“: Die Parity QC, Magdalena Hauser und Wolfgang Lechner mit WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Landesrat Anton Mattle (r.).
© WK Tirol

Folgende Unternehmen werden aus Tirol zum Staatspreis Innovation entsendet:
planlicht GmbH & Co. KG (www.planlicht.com), Liebherr Hausgeräte Lienz (www.liebherr.com) und die Steinbacher Dämmstoff GmbH (www.steinbacher.at)

Nominierte für den Verbundsonderpreis VERENA gibt es auch aus Tirol:
Die Lambda Wärmepumpen GmbH (www.lambda-wp.at). Die Nominierung für den Sonderpreis Econovius ist auf die Engeltech GmbH (www.engel-tech.com) gefallen.

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