Innovation

Mehr als reine Muskelkraft

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Der Beruf des Schweißers bzw. der Schweißerin ist in Industrie und Wirtschaft sehr gefragt und bietet große Karrieremöglichkeiten.
Der Beruf des Schweißers bzw. der Schweißerin ist in Industrie und Wirtschaft sehr gefragt und bietet große Karrieremöglichkeiten.
Der Beruf des Schweißers bzw. der Schweißerin ist in Industrie und Wirtschaft sehr gefragt und bietet große Karrieremöglichkeiten.
© WK Tirol/ Christian Vorhofer

Stefan Schlatter, Lehrgangsleiter im Bereich Schweißen sowie Matthias Trixl, Lehrgangsleiter für Holztechnik, geben im Interview einen Überblick über ihre tägliche Arbeit in den Werkstätten des WIFI Tirol.

Wissen, Können und Wollen“ ist ein altes, aber immer noch gültiges Sprichwort und beschreibt gleichzeitig drei wichtige Eigenschaften eines Meisters in seinem handwerklichen Beruf. Dazu braucht es noch eine Portion Fleiß, Leidenschaft und das Talent, über den Tellerrand hinausblicken zu können. All das sind Qualitäten, die Lehrlinge und vor allem angehende Meisterinnen und Meister in deren Berufsausbildung entwickeln sollten. Wer diese Fähigkeiten beherrscht, ist nicht nur für die berufliche Aus- und Weiterbildung gewappnet, sondern auch für einen erfolgreichen Lebensweg.

Schweißerinnen und Schweißer wie auch Tischlerinnen und Tischler sind am Arbeitsmarkt sehr gefragte Fachkräfte und mit ihrem Können dementsprechend erfolgreich in den jeweiligen Branchen tätig. Allerdings bewegen sich die Trends immer weiter. Seien es umweltfreundliche Innovationen oder nachhaltige Techniken. Die Nachfrage nach den aktuellsten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten boomt. Auch in den Werkstätten des WIFI Tirol muss man am Puls der Zeit bleiben, weshalb das Kursangebot stetig angepasst und erweitert wird. Die Ausbildungen orientieren sich stets an dem aktuellen Bedarf der Tiroler Wirtschaft, um den Lehrlingen und künftigen Meisterinnen und Meistern einen einwandfreien und vor allem zeitgemäßen Abschluss zu ermöglichen.

Stefan Schlatter, Lehrgangsleiter im Bereich Schweißen, sowie Matthias Trixl, Lehrgangsleiter für Holztechnik, geben einen Überblick über ihren Bereich in den Werkstätten des WIFI Tirol, die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten sowie über die größten Herausforderungen in ihren jeweiligen Arbeitsgebieten.

Matthias Trixl

Wie schaut ein typischer Arbeitsalltag in den Werkstätten aus?

WIFI Holztechnik Matthias Trixl: Der Arbeitsalltag in den Werkstätten ist sehr vielseitig und kein Tag gleicht dem anderen. Die unterschiedlichen Unterrichtseinheiten können entweder direkt in den Tischler-Lehrwerkstätten stattfinden, im CNC-Bearbeitungszentrum oder auch im Maschinenraum der Tischlerei sein. Dies ist abhängig vom jeweiligen Ausbildungsstand und dem Interesse der Kursteilnehmenden. Oft werden die Einheiten aber auch von anstehenden Vorbereitungsarbeiten und bevorstehenden Prüfungen in der Tischlerei und Multifunktionswerkstätte beeinflusst.

Was sind die aktuellen Trends in der Holztechnik?

Trixl: Zurzeit ist die Nachhaltigkeit ein großer Trend, weshalb wir in den Werkstätten versuchen,
den Lehrplan danach zu orientieren. Allerdings verändern sich Trends ununterbrochen weiter. Als Tischler:in ist es daher unumgänglich, ein breites Spektrum an Kompetenzen zu erlangen. Nur so kann auf die Wünsche und Vorstellungen der Kundschaft gezielt eingegangen werden.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es im Bereich Holztechnik?

Trixl: In unseren Ausbildungen spiegelt sich die Vielfalt des Tischlerberufes wider. In der sogenannten „Lehrwerkstätte für Tischler und Tischlereitechnik“ wird viel Wissen in Form von Vorbereitungskursen für die Lehrabschlussprüfungen und Kurse für die moderne CNC-Holztechnik bis hin zur Meisterausbildung weitergegeben. Durch das breite Angebot können wir durchgehende Ausbildungen anbieten und unsere Kursteilnehmenden vom Beginn der Lehre bis hin zum Meisterabschluss begleiten.

Stefan Schlatter

Können Sie uns einen Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten im Schweißen geben?

WIFI Schweißer Stefan Schlatter: Als Lehrgangsleiter am WIFI Tirol kann ich sagen, dass es umfangreiche Ausbildungen im Bereich MAG-, E-Hand-, WIG- und Autogenschweißen gibt.
Diese vier Schweißverfahren sind unsere Hauptangebote. Zusätzlich dazu bieten wir berufsspezifische Verfahren wie Kunststoffschweißen, Hartlöten, Betonstahlschweißen u. v. m. an. Durch immer höhere Qualitätsansprüche werden auch Zertifizierungen in den verschiedenen Schweißverfahren durchgeführt.

Wieso wurde das Schweißen zu Ihrer Leidenschaft?

Schlatter: Beim Schweißen wird das Material bis zur Schmelze erhitzt – dabei fliegen die Funken. Es ist also eine sehr brachiale Tätigkeit, bei der man einen kühlen Kopf bewahren sollte. Ich persönlich vergleiche das Schweißen allerdings gerne mit dem Schnitzen, da es ein hohes Maß an Handfertigkeit und Konzentration abverlangt. Diese zwei Gegensätze haben mich bereits als Jugendlicher in meiner Ausbildung gefesselt, weshalb ich mich auf diese Tätigkeit spezialisierte.

Was sind beim Schweißen die größten Highlights der Auszubildenden?

Schlatter: Als Lehrgangsleiter ist es meine Aufgabe, die Auszubildenden rund um die Uhr zu unterstützen, weshalb es mir eine besondere Freude bereitet, wenn ich die Begeisterung und die immer größer werdende Leidenschaft in ihren Augen sehen kann.
Am meisten ist mir aufgefallen, dass es für die Lehrlinge ein ausgesprochenes Erfolgsgefühl ist, wenn sie das Erlernte erstmals erfolgreich in die Praxis umsetzen können und immer sicherer im Umgang mit den verschiedenen Materialien werden.

Was zeichnet die Ausbildungen am WIFI Tirol besonders aus?

Schlatter: Unsere Trainerinnen und Trainer werden dauerhaft geschult. Ich denke, dass dies ein Hauptgrund ist, wieso ich die Ausbildungen am WIFI Tirol empfehle. Dadurch sind sie am Puls der Zeit und bringen zudem eine große Leidenschaft zum Schweißen mit. Diejenigen, die bei uns eine Ausbildung absolvieren, werden dies auch in ihrem beruflichen Werdegang spüren.

Weitere Informationen zu Kursen unter: tirol.wifi.at

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Die Lösungen liegen auf dem Tisch

Lesezeit 3 Minuten
WK Wirtschaftsprogramm liegt am Tisch
WK Wirtschaftsprogramm liegt am Tisch
„Weichenstellung für die Zukunft Tirols“ heißt das Wirtschaftsprogramm der WK Tirol. Es wurde gemeinsam mit Praktikern erarbeitet und bietet der Landespolitik konkrete Vorschläge für sämtliche Bereiche des Wirtschaftsstandorts.
© WK Tirol

Die Landesregierung hat jetzt die Chance, mit einem mutigen Koalitionsübereinkommen die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das WK-Wirtschaftsprogramm bietet Antworten für alle Fragen des Standorts.

Die schwarz-roten Koalitionsverhandlungen sind diese Woche gestartet. Jetzt kommt es jetzt darauf an, dass der Zeitplan hält und die Regierung rasch ihre Arbeit aufnimmt. „Im Koalitionspakt müssen Inhalte Vorrang vor Ideologien haben und möglichst rasch Antworten auf die großen Herausforderungen gefunden werden“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Was den Wirtschaftsstandort betrifft, muss das Rad nicht neu erfunden werden. Die Lösungen liegen auf dem Tisch: Die Wirtschaftskammer Tirol hat in Zusammenarbeit mit allen Branchen, Bezirken und Fraktionen ein Wirtschaftsprogramm für die Jahre 2022 bis 2027 erstellt und bereits an die Tiroler Entscheidungsträger übermittelt. Die Vorschläge spiegeln die Sicht der Praxis wider und enthalten Maßnahmen, die gerade jetzt für unsere Betriebe und die damit verbundenen Arbeitsplätze notwendig sind. Das Wirtschaftsprogramm „Weichenstellungen für die Zukunft Tirols“ umfasst sämtliche relevanten Bereiche und gliedert sich in die fünf Kapitel Wirtschaftsstandort, Energie, Klima und Nachhaltigkeit, Raum- und Bauordnung, Arbeitskräfte und Qualifizierung sowie Verkehr.

Das Programm enthält konkrete Antworten zum derzeitigen Thema Nummer eins, der Energie. Es liefert ebenso Lösungsvorschläge zum akuten Thema Arbeits– und Fachkräftemangel. „Erfreulich ist, dass mittlerweile sämtliche Tiroler Parteien den von der Tiroler WK geforderten Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung unterstützen“, erklärt Walser. Die Gewährleistung einer bedarfsorientierten Betreuung von Kindern bildet für Frauen und Männer eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Arbeitsmarkt.

Bündel an Vorschlägen

Auch das Thema Raumordnung und Wohnen wird zu einer zentralen Aufgabe der kommenden Landesregierung. „Einen der größten Knackpunkte stellen die steigenden Baukosten dar“, so Walser. Ein Teil davon ist aufgrund ausufernder Vorschriften und hoher bürokratischer Hürden hausgemacht. Es braucht ein umfassendes Baukostenpaket, im Zuge dessen sämtliche landesgesetzliche Materien durchgesehen werden, um unnötige Kostentreiber zu beseitigen. Darüber hinaus enthält das WK-Wirtschaftsprogramm ein ganzes Bündel an Vorschlägen, um beim leistbaren Wohnen in Tirol vorwärts zu kommen. Meist wird bei diesem Thema vergessen, dass auch die heimischen Betriebe leistbare Gewerbeflächen für neue Ansiedlungen und Erweiterungen benötigen, um über eine Entwicklungsperspektive zu verfügen.

Der Verkehr stellt ein weiteres heißdiskutiertes Thema in Tirol dar. Die WK Tirol hat in Zusammenarbeit mit Experten Vorschläge für die Mobilität der Zukunft erarbeitet. Politische Einigkeit besteht darin, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Die Tiroler Wirtschaft unterstützt dieses Ziel vollinhaltlich, auch wenn das in den Medien oft anders dargestellt wird“, stellt Walser klar. Dafür ist allerdings der Bau von leistungsfähigen Schnittstellen zwischen Straße und Schiene unumgänglich. Diese Verladestellen sind sowohl regional als auch überregional noch längst nicht in dem Ausmaß vorhanden, wie sie benötigt werden. „Da die Planung und der Bau von Terminals einen entsprechenden Vorlauf erfordern, ist es höchste Zeit, hier Nägel mit Köpfen zu machen und diese Voraussetzung für die Verlagerung endlich zu schaffen“, fordert Walser.

Die Landespolitik ist eingeladen, im Zuge der Erstellung des Koalitionspaktes auf die Vorarbeiten des WK-Wirtschaftsprogrammes zurückzugreifen. Auf dieser Basis können die Weichen gestellt werden, um den Standort in den kommenden Jahren an die veränderten Bedingungen anzupassen und damit zukunftsfit zu machen.

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Placheta bringt Gästen unser Land näher

Lesezeit 5 Minuten
amerikanische Reisegruppe mit Reiseleiterin im Hofgarten
amerikanische Reisegruppe mit Reiseleiterin im Hofgarten
Beim Spaziergang durch den Hofgarten erfährt die amerikanische Reisegruppe Wissenwertes über Innsbruck.
Beim Spaziergang durch den Hofgarten erfährt die amerikanische Reisegruppe Wissenwertes über Innsbruck.
© WK Tirol

Antonella Placheta ist Fremdenführerin mit Leib und Seele. Auf ihren Touren durch Innsbruck erzählt sie den Gästen aus aller Welt viel Wissenswertes. Als WK-Funktionärin engagiert sie sich für ihre Branche.

„Good morning and welcome to Innsbruck“, begrüßt Fremdenführerin Antonella Placheta gut gelaunt die 15-köpfige Reise-gruppe aus Amerika. Es ist ein wunderschöner Herbsttag in Innsbruck und die amerikanischen Senior:innen sind gekommen, um die Tiroler Landeshauptstadt an diesem Tag näher kennenzulernen.

„Als Fremdenführerin muss man auf die Gäste und ihre individuellen Bedürfnisse eingehen. Das Programm soll an die Interessen und auch an die Nationalität angepasst sein. Amerikanische Reisegruppen sind sehr beliebt. Wenn man offen und freundlich auf sie zugeht, hat man schon gewonnen“, spricht Placheta aus langjähriger Erfahrung und ergänzt: „Immer wieder werde ich gefragt, ob es nicht langweilig ist, wenn man jeden Tag das Gleiche erzählt. Es ist aber überhaupt nicht so, dass man jeden Tag das vom Vortag wiederholt. Es wäre doch langweilig, wenn ich tagtäglich dasselbe erzählen würde und mein Programm so gestalten würde, als würde ich gegen eine Wand reden. Man darf nicht vergessen, dass man mit Leuten zu tun hat und die Führung zur jeweiligen Gruppe passen muss.“

Internationale Erfahrungen

Angefangen hat Placheta mit Reiseleitungen quer durch Europa. Drei Jahre lang hat sie auf einem Donau-Kreuzfahrtschiff Gäste von Wien bis ans Schwarze Meer begleitet und dabei in acht Ländern zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Es folgte ein Geschichte-Studium und die Fremdenführerprüfung, die sie schließlich im Jahr 2000 wieder in ihre Heimatstadt Innsbruck verschlagen hat. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung machte sich Placheta, die auch Berufsgruppensprecherin der Fremdenführer in der Tiroler Wirtschaftskammer ist, schließlich als Einzelunternehmerin selbstständig.

„Es kommt auf die richtige Mischung an. Ich versuche mein Wissen den Gästen auf humorvolle und unterhaltsame Art und Weise rüberzubringen. Es sollte nicht wie ein Vortrag wirken, denn der Gast ist in erster Linie da, um sich zu unterhalten, zu erholen und Neues kennenzulernen. Wenn das Wechselspiel zwischen Guide und Gästen gut funktioniert, dann ist es das, was einen guten Guide ausmacht“, unterstreicht die Unternehmerin.

Antonella Placheta
WK Tirol/Die Fotografen
Funktionärssteckbrief Antonella Placheta
Antonella Placheta
WK Tirol/Die Fotografen

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?

Ich bin gefragt worden und habe mir gedacht, wenn es die Möglichkeit gibt, als Berufsgruppensprecherin für meine Branche aktiv zu werden, dann muss ich sie wahrnehmen. Man hat als Funktionärin Möglickeiten, die Berufsgruppe voranzubringen und das ist ganz wichtig.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Stolz bin ich darauf, dass die Zusammenarbeit in unserem Team so gut funktioniert und ich für meinen Einsatz geschätzt werde.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?

Ich möchte darauf hinarbeiten, dass auch ehrenamtliche Funktionen für meine Kolleginnen und Kollegen attraktiver werden. Man lernt in solchen Funktionen neue Leute kennen und kann sich ein breites Netzwerk aufbauen. Und es braucht engagierte Menschen, die eine Funktion übernehmen und sich aktiv für ihre Berufsgruppe einsetzen.

In der diesjährigen Sommersaison sind austriaguides, die Innsbruck-Führungen in englischer Sprache anbieten, sehr gut gebucht. Grund dafür ist, dass in Oberammergau von Mitte Mai bis Anfang Oktober die Passionsspiele stattfinden. Diese werden von vielen amerikanischen Reisegruppen besucht, die schließlich auch in Innsbruck Halt machen. „Würden die Passionsspiele in Oberammergau heuer nicht stattfinden, wäre der Busparkplatz beim Innsbrucker Hofgarten ziemlich leer“, ist Placheta überzeugt.

Die Reisleiter-Saison beginnt im April, dann starten die Schulführungen für die Kinder der 4. Klassen Volksschule, die ihren Innsbruck-Tag machen. Dafür wurden spezielle, kindgerechte Führungen ausgearbeitet. „Die Schulführungssaison geht gleitend über in die Hauptsaison, die ab Mitte Mai anfängt und bis Mitte Oktober dauert. Ab Mitte November beginnt schon die Weihnachtssaison, die mit dem Jahreswechsel ausklingt“, beschreibt Placheta. In den Monaten Jänner, Feber und März ist es am ruhigsten. Dann bleibt Zeit, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten, neue Programme auszuarbeiten, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Kunden zu akquirieren.

Herausforderungen für die Branche

Die Branche hat noch mit den Corona-Nachwehen zu kämpfen und auch die hohe Inflation sowie der Krieg in der Ukraine wirken sich auf das Reiseverhalten der Menschen aus. „Unser Hauptgeschäft ist die Mittelklasse, die Busreisen macht. Da merkt man schon, dass das Geld für das Reisen knapper ist als noch vor ein paar Jahren. Im Grunde werden wir erst nächsten Sommer wissen, wie die Lage wirklich ausschaut. Denn dann finden keine Passionsspiele in Oberammergau statt und dieser Besucherstrom der Amerikaner wird dann ausbleiben“, sagt Placheta.

Breit aufgestellt zu sein, ist deshalb ratsam. Immer mehr austriaguides konzentrieren sich deshalb auf Themenführungen, wie zum Beispiel Musikführungen, Stadtteilführungen, Architekturführungen und viele mehr, die auch von den Einheimischen sehr gerne gebucht werden. Auch für Unternehmen werden solche Führungen immer beliebter und Guides werden auch für Firmenfeiern gebucht.

Antonella Plachetas zweites Standbein ist die Musik, sie singt in einer Jazzband und springt auch ab und zu am Klavier ein.

Reiseleiterin Antonella Placheta mit einer Reisegruppe vor dem Tiroler Landestheater
Die Geschichte der Hofburg darf auf keiner klassischen Innsbruck-Führung fehlen.
© WK Tirol

Vielfältiges Innsbruck

Was ist der schönste Platz in Innsbruck aus Sicht einer Fremdenführerin? Diese Frage beantwortet die Berufsgruppensprecherin der Reiseführer so: „Mit einer kleinen Gruppe war ich einmal auf der Terrasse des Hauses der Musik. Genau dort kriegt man mit, was Innsbruck alles bietet. Das wundervolle neue Haus der Musik, in dessen Fassade sich bei schönem Wetter die barocke Hofburg mit dem Leopoldsbrunnen spiegelt. Auf der Terrasse hat man außerdem den Blick über die alten Altstadthäuser, man sieht das Renaissance-Portal der Hofkirche und dann blickt man auf die Nordkette und hat dieses Kalk-Urmassiv vor Augen. Das ist so faszinierend, das gibt es sonst nirgends. Lässt man den Blick weiter schweifen, sieht man die Talstation der Nordkettenbahnen und genau das ist es, was Innsbruck ausmacht: Innsbruck ist alpin urban, man kann vom Stadtzentrum direkt auf den Berg hinauffahren.“

Antonella Placheta liebt ihren Beruf, das ist nicht zu übersehen und -hören. „Das Schönste ist, dass man so viele Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennenlernt. Es sind sogar schon Freundschaften entstanden. Wenn man merkt, dass die Gäste schätzen, wie man mit ihnen umgeht, dann ist es ein wunderschöner Job.“

Kurs halten in stürmischen Zeiten

Lesezeit 7 Minuten
Symbolbild New Excellence Modell
Symbolbild New Excellence Modell
© goodzone95 | stock.adobe.com

Die (Wirtschafts)Welt ist nicht mehr das, was sie noch vor einigen Jahren war. Um nicht vom Kurs abzukommen, lassen sich zahlreiche Führungsinstrumente einsetzen, die das New Excellence Modell bietet.

Wir leben in einer VUKA-Welt. Dieser Befund ist bereits in den Neunzigerjahren entstanden und bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben der Herausforderungen, mit denen vor allem die Wirtschaft konfrontiert ist. V für Volatilität, U für Unsicherheit, K für Komplexität und A für Ambivalenz. Davon ausgehend wurden zahlreiche Management-Modelle und Instrumente entwickelt. Diese haben jedoch, speziell bei kleineren und mittleren Firmen, nur langsam Fuß gefasst. Wenn wir drei Jahre zurückschauen, wird klar, warum: Weil, zumindest beim Blick in den Rückspiegel, die Veränderungen bislang vergleichsweise langsam vor sich gegangen sind und damit der Druck zum Handeln relativ gering war. Jetzt aber, nach zweieinhalb Jahren Coronakrise, mitten in Lieferengpässen und einer Energiepreis-explosion, wird klar: Die Geschwindigkeit der Veränderung hat sich vervielfacht und verursacht hohe Unsicherheit in sämtlichen Branchen und bei sämtlichen Betriebsgrößen.

Dabei geht es weniger um technische Herausforderungen, sondern in erster Linie darum, wie sich Unternehmen unter diesen neuen Bedingungen führen lassen. Durch die skizzierten Veränderungen und die damit einhergehende Digitalisierung ist eine neue Arbeitswelt entstanden, die Führungskräfte vor unbekannte Herausforderungen stellt. Wie lassen sich Mitarbeiter leiten, wenn sie zu Hause arbeiten? Wie können Teams entwickelt werden, wenn sie sich kaum sehen? Wie sind Projekte zu verantworten, die durch Daten ferngesteuert werden? Wie kommen Führungspersonen selbst mit den neuen Anforderungen zurecht? Diese und ähnliche Fragen stellen sich in leitenden Funktionen heute. Einfache Konzepte wie New Work oder Agile Teams greifen allerdings zu kurz. Es braucht ein tiefes Verständnis, wie Führung funktioniert und wie sich Leitungsaufgaben von morgen gestalten lassen.

Die gute Nachricht ist: Der Wandel in den letzten zweieinhalb Jahren ist zwar rasend schnell vor sich gegangen. Aber: Die Führungsinstrumente, um damit umzugehen, müssen nicht neu erfunden werden, sondern sind bereits in den vergangenen Jahrzehnten entstanden und brauchen „nur“ adaptiert und auf Praxistauglichkeit getrimmt werden. „Genau diese Aufgabe erfüllt unser New Excellence Modell“, erklärt der Leiter des Bildungsconsultings, Wolfgang Sparer, „es bündelt die besten Instrumente und gibt Führungskräften und Personalverantwortlichen einen Werkzeugkoffer an die Hand, mit dem sie sofort arbeiten können.“ New Excellence fasst die Erkenntnisse aus Lean Management und der agilen Organisationsentwicklung zu einem schlagkräftigen Programm zusammen. New Excellence vereint das Beste aus diesen beiden Welten und bietet einfache und praxistaugliche Antworten in sämtlichen Bereichen, die eine moderne Unternehmensführung tagtäglich betreffen.

Das New Excellence Modell des Bildungsconsultings bietet Antworten für sämtliche Unternehmensbereiche und ist speziell auf kleine und mittlere Betriebe ausgerichtet.
Das New Excellence Modell des Bildungsconsultings bietet Antworten für sämtliche Unternehmensbereiche und ist speziell auf kleine und mittlere Betriebe ausgerichtet.
© Bildungsconsulting

1. Vision, Werte und Ziele

Für jedes Team, für jede Organisation und jedes Unternehmen ist es entscheidend, Klarheit über die individuellen Werte und die daraus ableitbare Mission und Strategie sowie die damit verbundenen konkreten Ziele zu besitzen. Die Aufgabe erfolgreicher Führung ist es, dafür zu sorgen, dass das Thema im Konsens bearbeitet wird und regelmäßig erneuert wird. Dann bleibt ein System lebendig und schöpft aus dem gemeinsamen Verständnis Energie und Orientierung für zukünftige Herausforderungen. Als Instrument hat sich für diese Aufgabe IKIGAI bestens etabliert.

Somit bietet New Excellence in diesem Bereich Antworten auf folgende Leitfragen: Wie wird die Leistung den Kunden in einem Satz klar? Was ist der Existenzgrund? Was ist das Fundament? Wie lautet das Motto? Welche Werte haben die Mitarbeiter? Welches messbare Ziel soll erreicht werden?

2. Organisation und Kultur

Wenn eine Organisation die wesentlichen Prozesse systematisiert hat, ist sie auch in der Lage, diese kontinuierlich zu verbessern. Laufende Weiterentwicklung ist allerdings keine Selbstverständlichkeit, sondern beruht auf der Verbesserungskultur und kritischen Selbstreflexion, die von der Führung ausgeht. Als erfolgreich haben sich dabei Verbesserungsroutinen erwiesen, die zu regelmäßigen Standards oder Events werden. Als Instrument steht das EFQM-System zur Verfügung.

New Excellence beantwortet folgende Leitfragen: An welchen Prinzipien richtet sich die Organisation aus? Was sind die Kernprozesse? Was ist die Kultur und wie entwickelt sie sich? Was ist das Vorbild für die Erneuerung?

3. Führung und Leadership

Die Veränderungsbereitschaft einer Organisation hängt maßgeblich von den führenden Persönlichkeiten ab. Neue Herausforderungen lassen sich mit neuen Instrumenten professionell bewältigen. New Excellence bietet mit Situativem Führen, dem Leadership Modell, der Entwicklung junger Führungskräfte und dem Coaching Loop die passenden Instrumente, um die Führungsperformance laufend zu steigern.

Somit enthält dieser Bereich Antworten auf folgende Leitfragen: Welchen Typ und welche Reifegrade hat das Personal? Wie werden Fachkräfte entwickelt? Wie sieht die optimale Ausbildung für junge Führungskräfte aus? Wie lässt sich Coaching integrieren?

4. Lernen und Kompetenzen

Der laufende Wandel erfordert lebenslanges Lernen. Die zentrale Frage in diesem Zusammenhang lautet: Wie lassen sich die erforderlichen Lernprozesse treffsicher und dynamisch im Unternehmen verankern? New Excellence deckt diesen Bereich mit den Instrumenten Futur, Agile Personalentwicklung, New Learning und Kompetenz Design in sämtlichen Facetten ab.

Damit finden sich Antworten auf folgende Leitfragen: Welche Kompetenzen sind vorhanden und werden benötigt? Wie wird Personalentwicklung effektiv? Wie lässt sich Lernen gestalten? Wie können sämtliche Entwicklungsstufen von Kompetenzen übersichtlich dargestellt und damit gesteuert werden?

5. Team und Kommunikation

Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Erfolge lassen sich nur in Teamwork und der Kooperation mit Partnern erzielen. Das bringt auch in der Kommunikation eine neue Komplexität mit sich. New Excellence unterstützt dabei, das Arbeiten in einer hybriden Kultur umzusetzen, die Personalressourcen optimal zu entwickeln, die Qualität des Entwicklungsprozesses mit dem Change Canvas zu steigern und das Projektmanagement mit SCRUM und Co zu professionalisieren.

Diese Instrumente bieten Antworten auf folgende Leitfragen: Wie lässt sich Führung und Kommunikation an hybriden Arbeitsplätzen bewerkstelligen? Wie funktionieren Personalmarketing, Personalauswahl und Personalentwicklung am besten? Wo steht die aktuelle Entwicklung gerade und wo soll sie hin? Wie können Projekte zeitgemäß abgewickelt werden?

Wenn sich die Anforderungen und das Umfeld ändern, muss sich auch die Führung ändern. Mit Denken und Handeln von gestern lassen sich die Herausforderungen von morgen nicht bewältigen. New Excellence hat die passenden Instrumente, um Betriebe Schritt für Schritt für die Zukunft fit zu machen.
© WK Tirol

6. Ziele und Prozesse

Große Unternehmen leben seit Jahren vor, wie sich Ziele und Prozesse exakt ausrichten lassen. Das führt zu einem klaren Unternehmenskurs mit effizienten Prozessen. New Excellence bricht die vorhandenen Ansätze auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Betriebe herunter und bietet mit den Instrumenten SMART Ziele, OKR und KPI, Lean Management und Kaizen einen unschlagbaren Werkzeugkoffer für heimische Firmen.

Dabei geht es um Leitfragen wie: Wie bringt man Unternehmensziele auf den Punkt? Wie kann ständig eine Veränderung zum Besseren erreicht werden? Wie lässt sich eine vollständige Ausrichtung auf den Kundennutzen erzielen?

7. Fokus und Innovation

Weder eine klare Positionierung noch Innovationen finden zufällig statt. Smarte Firmen bedienen sich dazu erprobter Methoden, um sich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Das New Excellence Modell hält mit dem Fokus Finder, dem Innovationsturbo und dem Tableau zur Entwicklung digitaler Kompetenzen genau jene Instrumente bereit, die Unternehmen heute brauchen.

Damit lassen sich folgende Leitfragen beantworten: Wie lässt sich der Fokus für eine zielgenaue Ausrichtung eingrenzen? Wie kann Innovation im Team systematisch gefördert werden? Wie können digitale Kompetenzen ausgebaut werden?

8. Partner, Chancen und Gefahren

In einer abschließenden Betrachtung können Rückschlüsse auf die eingeleitete Entwicklung und deren Potenziale gezogen werden. Da keine Veränderung ohne Anstrengung passiert, ist es sinnvoll, Kräfte und Partner zu identifizieren, die den Prozess nachhaltig sichern. Die SWOT-Analyse ist ein effektives Instrument für eine erste Orientierung.

Leitfragen in diesem Bereich lauten: Wer unterstützt die Entwicklung? Wer ist strategischer Partner? Welche Chancen ergeben sich in Zukunft? Wie werden die Chancen genutzt? Wo sind offene und versteckte Gefahren? Wie wird das Risiko bearbeitet?

Fazit

Das New Excellence Modell des WK-Bildungsconsultings ist speziell für kleine und mittlere Unternehmen konzipiert. Es lässt sich ohne externe Spezialisten umsetzen und kennt auch keinen Anfang und kein Ende. Interessierte Firmen erhalten in Bezug auf New Excellence eine kostenlose Beratung und können auf die Unterlagen zu den einzelnen Instrumenten zugreifen (Kontakt unter www.bildungsconsulting.at). „Das Wichtigste ist, dass die Unternehmensführung dort anfängt, wo es am meisten „brennt“. Für jeden einzelnen Bereich stehen einfache, praxiserprobte und handfeste Instrumente zur Verfügung. Im Laufe der Zeit wächst dann New Excellence auch in andere Bereiche des Unternehmens. Der Lohn: Veränderungen werden nicht mehr als Risiken gesehen, sondern als Chancen genutzt“, so Wolfgang Sparer. Das gibt auch dem Begriff der VUKA-Welt neue Bedeutungen und macht aus Fragen Antworten. Aus Volatilität wird Vision, aus Unsicherheit Unerschrockenheit, aus Komplexität Klarheit und aus Ambivalenz Agilität. Willkommen in der neuen VUKA-Welt!

Weitere Infos: www.bildungsconsulting.at

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90 Jahre Kohla: Tiroler Gipfelstürmer

Lesezeit 6 Minuten
Auch die Steigfelle von Kohla werden in den Bergen Tirols entwickelt, getestet und produziert.
Auch die Steigfelle von Kohla werden in den Bergen Tirols entwickelt, getestet und produziert.
Auch die Steigfelle von Kohla werden in den Bergen Tirols entwickelt, getestet und produziert.
© Kohla

Die Tiroler Bergsportmarke Kohla feiert heuer ihren 90. Geburtstag. Zu verdanken ist das der kraftvollen Wiederbelebung und innovativen Weiterentwicklung durch die Ibex Sportartikel GmbH.

Serles und Steinbock. Die markante Felspyramide nahe Innsbruck und das vielleicht faszinierendste Wesen der Berge sind ein ziemlich gutes Paar – für Anhänger:innen von kraftstrotzenden Tiroler Mythen genauso wie für Fans einer nicht minder kraftstrotzenden Tiroler Marke. Die Serles ist das Logo der Urtiroler Bergsportmarke Kohla. Dass diese Marke im 90. Jahr ihres Bestehens stärker strahlt denn je und die Weltmarktführerschaft bei Steigfellen für Tourenski genauso mit ihr verbunden werden darf, wie ein kompromisslos durchdekliniertes „Made in Tirol“, ist der nach dem Alpensteinbock benannten Ibex Sportartikel GmbH zu verdanken. Die Geschichte der Seilschaft von Serles und Steinbock ist so spannend wie vielversprechend und jedenfalls viel Aufmerksamkeit wert.

Sie beginnt vor 90 Jahren – im Jahr 1932 mit der Gründung der Firma Kohla. In der Zeit, in der der Bergtourismus gerade so richtig laufen und kraxeln lernte, hatte Gründer Max Kohla die Chancen erkannt und damit begonnen, mit Bergsportartikeln „Made in Tirol“ praktische Antworten auf felsige Fragen zu liefern. Mit Rucksäcken, Jagdausrüstungen oder Stöcken schlug die Marke tiefe Wurzeln in der heimischen Outdoor-Welt und als die bergaffinen Tüftler der Firma in den 1970er- Jahren damit begannen, Stöcke aus Aluminium herzustellen, ebneten sie damit den Weg für eine echte Revolution. Das Geschäft funktionierte und die Marke florierte bis Ende der 1980er, als Anfang der 1990er Jahren die scharfen Zähne der Globalisierung sukzessive auch an der Wirtschaftlichkeit der Produktion in Tirol zu nagen begannen.

Thomas Span gemeinsam die Kohla-Geschäfte.
Seit 2018 leiten Alexandra und Thomas Span gemeinsam die Kohla-Geschäfte.
© Kohla

„Die Max Kohla KG ist 1999 in Konkurs gegangen“, erzählt Thomas Span vom Ende des traditionsreichen Unternehmens, das fast auch zum Ende der Marke geführt hätte. Fast. „Anfang der 2000er-Jahre haben sich mein Onkel und mein Vater, Hans und Leo Span, auf die Spur der Firma Kohla begeben. Sie hätten eigentlich nur ein Werkzeug für Grödel gebraucht, die Kohla damals hergestellt hatte“, so Span. „Eigentlich“ ist das Zauberwort in diesem Satz. Denn die beiden Geschäftsführer der Span Metallwaren GmbH beließen es nicht bei dem Werkzeug für die alpinen Steig- beziehungsweise Gehhilfen in rutschigem Terrain. Der Masseverwalter machte ihnen ein Angebot, alles zu übernehmen und das taten sie dann auch. 2003 gründeten sie die Ibex Sportartikel GmbH und setzten der Marke Kohla den Defibrillator an. „Anfangs war das natürlich eine Mörderaktion. Wenn du drei, vier Jahre nicht mehr am Markt bist, schaffst du das eigentlich nicht mehr. Das war schon ein Kampf“, weiß Thomas Span, der seit 2018 die Ibex- beziehungsweise Kohla-Geschäfte zusammen mit seiner Cousine Alexandra Span führt.

Nach der Übernahme hatten Hans und Leo Span das Produktportfolio von Kohla durchforstet und sich von zahlreichen Artikeln verabschiedet. „Als ich dazugekommen bin, haben wir das Ganze noch einmal massiv reduziert“, blickt Thomas Span knapp 12 Jahre zurück. Seither konzentriert sich das Unternehmen auf Steigfelle für Tourenski, Teleskopstöcke und Rucksäcke, „wir produzieren auch für Jagd und Forst, sehr gute Gamaschen zum Beispiel, doch Felle, Stöcke und Rucksäcke sind unsere Hauptartikel.“

Grundstein der Expansion

Mit diesen Hauptartikeln ist dem Unternehmen ein bemerkenswerter Siegeszug gelungen. Die Produkte werden in 21 Länder exportiert. Schritt für Schritt wurden neue Märkte erobert, sodass Tirol oder Österreich im Ranking der wichtigsten Kohla-Märkte nach hinten zu rutschen begannen. „Das liegt einfach daran, dass die Menge an Menschen hier überschaubar und nicht zu vergleichen ist mit dem französischen Alpenraum beispielsweise oder Südbayern“, erklärt Thomas Span, der das Vertrauen der Tiroler:innen als Grundstein für die Expansion bezeichnet, die durch zahlreiche Produktauszeichnungen – wie beispielsweise die ISPO-Awards in den Jahren 2013/14 und 2015/16 – weiteren Auftrieb bekam.

Egal, ob Alpin-, Ski- oder Klettertour - die Rucksäcke von Kohla vereinen sämtliche Vorteile und sind ein verlässlicher Begleiter am Berg "Made in Tirol".
Egal, ob Alpin-, Ski- oder Klettertour - die Rucksäcke von Kohla vereinen sämtliche Vorteile und sind ein verlässlicher Begleiter am Berg "Made in Tirol".
© Kohla

Das dynamische Bergsport-Know-how, mit dem das Team die sportliche Welt jährlich um eine Innovation bereichert, wurde und wird nicht nur von Sportlerinnen und Sportlern „ganz direkt“ belohnt, eben weil die Marke ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte ziert. Zunehmend fingen auch internationale Skifirmen an, auf die Kohla-Qualitäten zu vertrauen, sodass heute bei Fellen, auf denen beispielsweise Atomic, Fischer, Völkl, Scott oder Salomon steht, Kohla „drin“ ist. „Wir sind absoluter Marktführer in diesem Bereich“, sagt Thomas Span, der auch gerne ein Geheimnis des Erfolges verrät: „Unser Ziel war immer, die Wurzeln von Kohla beizubehalten und so lokal wie möglich zu produzieren. Mehr als 80 Prozent unseres Gesamtvolumens von rund 16 Millionen Euro Umsatz werden in Tirol produziert. Wir haben eine hohe Wertschöpfung im eigenen Land – da sind wir schon stolz.“

Das können sie auch sein, wird durch die Strenge, mit der die Geschäftsführung echt lokal handelt, doch vieles möglich. „Unseren 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können wir Vollzeitarbeitsplätze bieten, die auch in der Corona-Zeit nicht gefährdet waren. Wir hatten keine Kurzarbeit, sondern haben zweischichtig produziert und so den Markt erobert.“

Nachfrage

Als die Skilifte und Seilbahnen stillstehen mussten, erfuhr das Skitourengehen einen veritablen Run und das löste eine veritable Nachfrage nach dem dafür notwendigen Equipment aus. Jenem Equipment eben, auf das sich Kohla spezialisiert hat. „Es hat keinen einzigen Artikel gegeben, den wir in der Zeit nicht liefern konnten“, spricht Span eine Tatsache an, die für andere Firmen unmöglich geworden war, nachdem die Lieferketten zusammengebrochen und die asiatischen Produktionsstandorte teils unerreichbar geworden waren. Das stringente Setzen auf lokale Partner hatte sich in der wilden Zeit mehr als bewährt.

Diese Partnerschaften gipfeln gleichsam im „Brutal Local“-Label, mit dem jene Kohla-Artikel gekennzeichnet sind, die eine zu 100 % nachvollziehbare Beschaffungskette in Tirol haben und eine Wertschöpfung von mindestens 90 % in Österreich. Mit dem Label wird der nachhaltige Nerv der Zeit genauso getroffen, wie der Wunsch der Kund:innen, ein „Made in Tirol“ zu bekommen, das diese Bezeichnung auf allen Ebenen verdient. Ähnlich gelingt es dem Unternehmen, mit dem Label „Green Line“ perfekt auf der umweltbewussten und nachhaltigen Tastatur zu brillieren. In Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck ist so eine Produktpalette entstanden, die beispielsweise Fellpflegeprodukte aus rein biologisch abbaubaren Stoffen enthält.

Vorfreude auf neues Firmengebäude

„Ich sage unserem Team immer wieder, dass wir in den letzten zehn Jahren verdammt viel richtig gemacht haben. Ein bissl ist es Können, ein bissl ist es Glück. Wir hatten die richtigen Artikel und sind enorm innovativ“, sagt Span und betont: „Wir haben ein tolles Team. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter üben selbst den Sport aus. Nur so schafft man es, den Spirit reinzuholen.“

So spannend wie die Expanionsschritte, so spannend war die Entwicklung des Familienunternehmens selbst. Weil die Branchen, die im Metallwarenunternehmen vereint waren, in so unterschiedliche Richtungen gewachsen sind, wurden sie geteilt. „Unsere Väter haben Alexandra und mir vertraut und ihr Okay gegeben. Das war die Initialzündung im Jahr 2018. Seitdem haben wir uns verdreifacht“, so Thomas Span. Noch ist Kohla bei der Span Metallwaren GmbH der Väter in Innsbruck eingemietet. Doch bald wird mit dem Bau des neuen Firmensitzes in Fulpmes begonnen. „Den 20. Geburtstag der Ibex Sportartikel GmbH werden wir in unserem neuen Firmengebäude feiern“, blickt Span mit Vorfreude ein Jahr voraus. Im November 2023 soll es so weit sein. Dann zieht „der Steinbock“ an den Fuß der Serles. Besser geht’s nicht.

Weitere Informationen: www.kohla.at

Atemlose Strompreis-Rallye

Lesezeit 6 Minuten
Seit Monaten sitzen Stromverbraucher:innen auf Nadeln und beobachten ohnmächtig, wie die Preise und damit ihre Energiekosten in die Höhe schießen
Seit Monaten sitzen Stromverbraucher:innen auf Nadeln und beobachten ohnmächtig, wie die Preise und damit ihre Energiekosten in die Höhe schießen
Seit Monaten sitzen Stromverbraucher:innen auf Nadeln und beobachten ohnmächtig, wie die Preise und damit ihre Energiekosten in die Höhe schießen
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Im Rahmen der Online-Veranstaltung #zammredn der WK Tirol lieferte Johannes Mayer (E-Control) nicht nur offene Antworten, sondern auch wenig beruhigende Ausblicke.

Seit Monaten sitzen Stromverbraucher:innen auf Nadeln und beobachten ohnmächtig, wie die Preise und damit ihre Energiekosten in die Höhe schießen. Diese Rallye ist beispiellos und Anfang September 2022 erst musste WK-Präsident Christoph Walser feststellen, dass sie vor allem jene klein- und mittelständischen Betriebe, die über 100.000 Kilowattstunden verbrauchen, in ihrer Existenz gefährdet. Bäckereien zählen beispielsweise dazu, Metzgereien oder Kfz-Werkstätten. Müssen statt 30.000 Euro pro Jahr plötzlich 300.000 Euro pro Jahr für Strom bezahlt werden, ist relativ leicht nachvollziehbar, dass dies weder zu stemmen noch betriebswirtschaftlich darzustellen ist.

„Das kann man nicht einfach so laufen lassen, ansonsten wird es zu einer ganzen Welle an Insolvenzen in den Unternehmen kommen“, so Präsident Walser. Vor diesem Hintergrund fordert er, den Gaspreis zu deckeln, um die Kosten für die Stromproduktion und damit auch den Strom selbst zu drücken. Seine Forderung richtet sich selbstverständlich nach Brüssel, ist Tirol doch Teil des europäischen Strommarktes. Dessen Funktionsprinzipien haben in den vergangenen Monaten enorm viele Fragen aufgeworfen. Wie konnte es dazu kommen, dass die Strompreise sich vervielfachten? Warum bestimmt das knapper und teurer gewordene Erdgas aus Russland den Preis für Strom? Wie soll das weitergehen? Wann wird das enden?

Angebot und Nachfrage am Strommarkt

Die Preisbildung am Strommarkt wird wie in jedem Markt von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Eine Besonderheit des Strommarkts: Die Merit-Order-Kurve bestimmt gemäß dem Prinzip „pay-as-cleared“ den Preis. Sie bildet die Einsatzreihenfolge der stromproduzierenden Einheiten zur Deckung des Strombedarfs ab, um eine volkswirtschaftlich optimale Versorgung zu gewährleisten. Die Merit-Order orientiert sich an den niedrigsten Grenzkosten, das sind Kosten, die für eine zusätzlich produzierte Einheit elektrischer Energie anfallen. Kraftwerke, die Strom mit günstigen Grenzkosten produzieren, werden gemäß Merit-Order als erstes zur Bedienung der Nachfrage herangezogen (etwa Wind, PV, Wasserkraft).

Danach werden so lange Kraftwerke mit höheren Grenzkosten hinzugenommen, bis der prognostizierte Bedarf gedeckt ist.
Photovoltaik- und Windkraftwerke mit Grenzkosten nahe Null verdrängen Kraftwerke mit höheren Grenzkosten (hier: Kohle, Erdgas, Öl) in der Merit-Order weiter nach hinten und sorgen so für niedrigere Preise. Dieser Preisbildungsmechanismus wird als Einheitspreis-Auktion („Uniform Pricing“) bezeichnet, da alle Kraftwerke denselben Preis für ihre Einspeisung bekommen, auch wenn sie unterschiedliche Preise geboten haben.

Erste Warnsignale

Um all diesen Fragen auf den Grund zu gehen und die Hintergründe der europäischen Atemlosigkeit zu beleuchten, hat die WK Tirol ihre Mitglieder kürzlich zur #zsammreden-Veranstaltung mit dem Thema „Wie die Gaspreise die Strompreise bestimmen“ geladen, in dessen Rahmen Johannes Mayer, Chef der volkswirtschaftlichen Abteilung der E-Control, Einblicke, Ausblicke und vor allem Antworten lieferte. Spannend war gleich zu Beginn der Blick knapp ein Jahr zurück, zum Start der Gaspreis-Rallye. „Interessanterweise war es so, dass wir im April, Mai, Juni 2021 ziemlich niedrige Preise hatten. Die Vorhersagen für die Winter 21/22 und 22/23 waren so, dass man eher von einer Überversorgung im Gasbereich ausgegangen ist. Während des Jahres hat sich herausgestellt, es bleibt doch nicht so“, so Mayer.

Bereits 2021 sind die Gaslieferungen aus Russland zurückgegangen und es verwunderte die Marktbeobachter, dass Russland die eigenen Gasspeicher in Europa – anders als sonst – wenig bis gar nicht füllte. Diese ersten Warnsignale wurden im Herbst 2021 nicht als solche wahrgenommen. Mayer: „Ich selber bin damals auch davon ausgegangen, dass Russland, weil Nordstream II online gehen wird, leere Speicher braucht, um über- flüssiges Gas einspeichern zu können. Seit Februar 2022 wissen wir, dass das nicht der Grund, sondern ein Mittel war, um Europa im Gasbereich erpressbarer zu machen.“

Johannes Mayer, E-Control
Johannes Mayer

Erste Preissteigerungen wurden zu Weihnachten 2021 registriert. Es folgte ein Auf und Ab der Preise und ein Informations-Verwirrspiel von Seiten Russ-lands, bis klar wurde, dass die Lieferungen, auf die sich Europa bisher verlassen hatte, doch nicht kommen würden. „Ein Teil der Preissteigerung ist auch dadurch hervorgerufen worden, dass die europäischen Länder ihre Speicher sehr schnell und mit wenig Blick auf die Kosten begonnen haben, zu füllen“, so Mayer. Diese preissteigernde Gemengenlage führte Ende August, Anfang September 2022 zu jenen exorbitanten Gaspreisen von über 300 Euro pro Megawattstunde und Strompreisen in Höhe von über 1.000 Euro pro Megawattstunde. Der relativ leichte Umrechnungsmodus von Gas- zu Strompreisen – 1:2, also Gaspreis mal zwei ergibt bei einem effizienten Gaskraftwerk den Strompreis – wurde durch weitere Parameter durcheinander gewirbelt, sodass das Verhältnis sich in Richtung 1:3 bewegte.

Der Krisentreiber Erdgas

Schon im 3. Jahrhundert vor Christus soll Erdgas genutzt worden sein. Ganz genau weiß es keiner, doch könnten die Chinesen die brennenden Eigenschaften des Gases damals schon beim Befeuern der Salzsiedepfannen verwendet haben. Das Bedürfnis nach Salz ist nicht unerheblich an der Entdeckung von Erdgas beteiligt, waren die Gasfunde doch ein Nebeneffekt auf der Suche nach Sole, für die ebenfalls ziemlich tief in die Erde gebohrt werden musste. Fix ist, dass die industrielle Nutzung von Erdgas in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA begann, wo William. H. Hart das Gas erstmals nutzte, um erst eine Mühle, dann ein Wohnhaus und bald einen Leuchtturm zu beleuchten.

Dann ging es Schlag auf Schlag und der Nutzung von Erdgas in der Glas- und Stahlindustrie in Pittsburgh folgten rasch weitere Branchen. Ursprünglich bei der Gewinnung von Erdöl abgefackelt, wurde Erdgas bald eingefangen, in Pipelines zu den Standorten gebracht, wo es die Industrien befeuerte. Ein fossiler Brennstoff ist Erdgas – wie auch Erdöl – weil es mit viel Druck und hohen Temperaturen aus vor Jahrmillionen abgestorbenen und in die Erdkruste versenkten Kleinstlebewesen entsteht. Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas und es gilt als „Klimakiller“, ist es doch rund 25 Mal schädlicher als CO2.

In Österreich nahm die breite Nutzung von Erdgas in den 1970er-Jahren richtig Fahrt auf. 1968 hatte Österreich als erstes Land einen Gas-Liefervertrag mit der damaligen Sowjetunion unterzeichnet und zwischen 1970 und 2019 hat sich der Gasbedarf beziehungsweise -verbrauch hierzulande fast verdreifacht. 2021 lag der Verbrauch bei rund 8,5 Milliarden Kubikmeter. Davon werden rund 31 % für die Herstellung elektrischer Energie und Fernwärme und rund 62 % von den Endkunden (57 % fließen in Industrie, 30 % in Haushalte) verbraucht. Dass der Verbrauch – die Industrie ausgenommen – übers Jahr variiert, liegt an den Jahreszeiten beziehungsweise daran, dass Haushalte und Gaskraftwerke in den kalten Jahreszeiten mehr Bedarf haben.

Atomkraft-Unsicherheiten

Ein weiterer Preistreiber kam aus Frankreich. Die französischen Atomkraftwerke haben im Sommer 2022 17 % weniger Strom produziert, als in normalen Sommern. Dieser Rückgang wird mit Problemen im Bereich der Kraftwerkssicherheit aber auch mit der Wasserknappheit begründet, ist Wasser doch für die Kühlung notwendig. Die Wasserknappheit führte auch in Österreich dazu, dass die Leistungen der Laufkraftwerke massiv zurückgegangen sind. Mayer: „Die Leistung lag rund 22 % unter dem normalen Sommerproduktionsausmaß, sodass Österreich immer wieder Gaskraftwerke anwerfen und einiges mehr an Strom importieren musste.“ Österreich ist Teil des europäischen Strommarktes und grundsätzlich produziert jedes Kraftwerk für diesen Markt, weswegen es keine Inseln gibt und alle Marktteilnehmer ähnlich betroffen sind, wenn sich die Preisspirale nach oben dreht. Obwohl Österreich national und jahresbilanziell betrachtet einen hohen Anteil seines Stroms aus erneuerbaren, vergleichsweise kostengünstigen Energiequellen produziert, schlagen die steigenden Brennstoffpreise direkt auf die Strompreise des Großhandels durch.

Intensiv wurde im Zusammenhang mit dem komplexen Marktgefüge über das Merit-Order-Prinzip beziehungsweise die Entkoppelung der Brennstoffpreise vom Strompreis diskutiert (siehe Kasten Merit-Order-Prinzip Seite 28). Während der langfristige Fließhandel ein Terminmarktsystem ist, auf dem Erwartungen eine wichtige Preisbildungsrolle spielen, orientiert sich der Preis an der Strombörse am teuersten Kraftwerk. Warum? „Weil auf diesem Markt entscheidend ist, welche Kraftwerke wirklich zu einer konkreten Stunde laufen und man hier versucht, nur jene Kraftwerke laufen zu lassen, die der europäischen Volkswirtschaft die geringsten Kosten verursachen. Dazu braucht man eine transparente Preisbildung“, erklärte Mayer, der zudem festhielt: „Es ist relativ egal, ob ich dieses Prinzip per Regel einführe oder im Markt sowieso habe. Der Preis wird im Endeffekt von der teuersten Technologie bestimmt werden.“

Preisspirale stoppen

Dass die EU-Kommission versucht, die Preisspirale zu stoppen beziehungsweise sie in den Griff zu bekommen, ist bekannt. Mehrere Varianten werden teils nur theoretisch, teils praktisch diskutiert (siehe Kasten Handlungsoptionen). WK-Präsident Walser plädiert in dem Zusammenhang, wie berichtet, für eine Deckelung des Gaspreises und dafür, dass die außergewöhnlichen Gewinne (Übergewinne) der Energieversorger mit einer Investitionsverpflichtung für den Ausbau erneuerbarer Energien gekoppelt werden. Mit ähnlichem Tenor hält auch die Österreichische Energieagentur in einer jüngst veröffentlichten Studie zum Thema fest: „Das europäische Marktdesign muss angesichts der beschleunigten Umstellung auf erneuerbare Energien und der notwendigen Flexibilisierung des Stromsystems ohnehin weiterentwickelt werden. Das aktuelle politische Momentum birgt große Chancen, diese Veränderungen anzustoßen – diesen zukünftigen Notwendigkeiten sollte dabei jedenfalls auch Beachtung geschenkt werden.“

Die derzeitige Ausgangslage beziehungsweise die Marktanalysen lassen wenig Hoffnung auf sinkende Preise aufkeimen. Vieles hängt im kommenden Jahr davon ab, wie trocken der nahende Winter wird und beim Blick in die Prognosen für die Folgejahre stellt Johannes Mayer fest: „Die Strompreise werden auch bis Ende 2025 für die meisten Industriekunden bei weitem nicht dort sein, wie sie vor eineinhalb Jahren waren, sondern bei einer Verdreifachung des alten Niveaus. Außer der Konflikt mit Russland nimmt eine Wende und es gibt zusätzliche Gasmengen.“ Positiv auf den europäischen Gaspreis könnte sich auch ein Einbruch der Konjunktur im asiatischen Raum auswirken. Benötigen Länder wie China, Japan oder Korea weniger Energie, würde LNG-Gas billiger werden. Es bleibt komplex. Bis mittel- oder langfristige Maßnahmen greifen, müssen die Stromverbraucher:innen weiter auf Nadeln sitzen und auf die Wirkung kurzfristiger Maßnahmen hoffen.

#zammreden zum Nachschauen unter: www.wko.at

Handlungsoptionen

In den letzten Wochen sind unzählige Vorschläge zum Umgang mit der Preiskrise im EU-Großhandel mit Strom vorgebracht worden. Neben anderen werden folgende Handlungsoptionen diskutiert:

  1. Ausweitung des iberischen Modells auf Europa. Das sogenannte „iberische Modell“ wird in Spanien und Portugal seit dem 15. Juni 2022 angewendet. Vorgabe eines adaptiven Preisabschlags für fossile Kraftwerke und eine Subventionierung dieser per Umlagesystem, das die Subventionen auf die gesamte Nachfrage umlegt. Zudem wird eine Gebotspreissenkung ähnlich zum iberischen Modell, aber mit fixem vorgegebenen Abschlag diskutiert.
  2. Einführung des Prinzips „Pay-as-Bid“ im Stromgroßhandel: Anstatt das teuerste Kraftwerk den Grenzpreis für alle Kraftwerke setzen zu lassen („Pay-as-cleared“), erhält jedes bezuschlagte Kraftwerk genau jenen Preis, den es geboten hat. Ein mengengewichteter Durchschnitt der bezuschlagten Gebote ergibt den Strompreis.
  3. „Abschottung der Grenzkapazität“ durch Senkung der handelbaren Übertragungsnetzkapazitäten im Algorithmus EUPHEMIA auf einen Wert von (nahe) null. Länder mit niedrigen Erzeugungs-kosten und ausreichender Produktionskapazität können hiermit temporäre Preisreduktionen auf Kosten ihrer Nachbarländer erzielen. Diese Option stellt keine Marktreform dar, sondern lediglich eine EU-rechtswidrige protektionistische Vorgabe eines Parameters im bisherigen Marktsystem.
  4. „Neues Griechisches Modell“: Teilung des Großhandelsmarkts in „günstiges“ (Erneuerbare und zugehörige Speicher, Kernenergie) und „teures“ Segment (fossile Kraftwerke, Speicherkraftwerke, Demand Response) und Deckelung der Zahlungen für günstige Technologien auf Basis derer Vollkosten, falls teures Segment einen teureren Preis setzt.
  5. Ausschreibung von Verbrauchsreduktionen, bei denen Verbraucher ihre Bereitschaft zur Reduktion ihres Verbrauchs (Demand Response) z.B. in Auktionen anbieten können. Die reduzierten Mengen verringern den Bedarf auf der Nachfrageseite des Marktes und somit auch den Bedarf nach teuren Spitzenlastkraftwerken. Die Marktregeln des Strommarktes blieben unverändert, jedoch würde ein neuer paralleler Markt geschaffen.
  6. Ex-Post Preisdeckel für den Großhandel: Analog zu momentan in manchen Ländern implementierten preissenkenden Maßnahmen im Endkundenmarkt wird eine Preisobergrenze für die Nachfrageseite des Großhandels eingeführt und die Differenz durch den Staat bezuschusst.

Quelle: Österreichische Energieagentur

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Neue Impulse für den Tiroler Onlinehandel

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Gremialobmann Markus Schwarzenberger (l.) und Business Beat-Geschäftsführer Andreas Hermann (r.) stellten die Ergebnisse des
Gremialobmann Markus Schwarzenberger (l.) und Business Beat-Geschäftsführer Andreas Hermann (r.) stellten die Ergebnisse des
Gremialobmann Markus Schwarzenberger (l.) und Business Beat-Geschäftsführer Andreas Hermann (r.) stellten die Ergebnisse des "1. Tiroler E-Commerce Barometers" und den neuen Imagefilm des Tiroler Onlinehandels vor.
Gremialobmann Markus Schwarzenberger (l.) und Business Beat-Geschäftsführer Andreas Hermann (r.) stellten den neuen Imagefilm des Tiroler Onlinehandels vor.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Ein spezielles Servicepaket für Händlerinnen und Händler sowie ein neuer Imagefilm sollen den heimischen E-Commerce weiter stärken.

Der E-Commerce hat die Welt des Handels in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert. Auch immer mehr Tiroler Unternehmen sind im Onlinehandel aktiv. „Wir zählen derzeit rund 890 Onlineshops in Tirol, wobei es sich dabei gewissermaßen um eine Dunkelziffer handelt. Denn auch viele Handwerks- oder auch Industriebetriebe haben mittlerweile einen Onlineshop implementiert“, erklärt Markus Schwarzenberger, der Obmann des Landesgremiums Versand-, Internet- und allgemeiner Handel in der Tiroler Wirtschaftskammer.

Markus Schwarzenberger
Markus Schwarzenberger, der Obmann des Landesgremiums Versand-, Internet- und allgemeiner Handel in der Tiroler Wirtschaftskammer.

Die Mitgliedsbetriebe des Landesgremiums sind zum einen auf ihrem eigenen klassischen Webshop oder aber auch auf verschiedensten Marktplätzen vertreten und haben in den kommenden Wochen eine besonders intensive Phase vor sich. „Wir starten in das umsatzstärkste Quartal des Jahres. Mit dem Black Friday und dem Cyber Monday stehen demnächst zwei wichtige Verkaufstage ins Haus. Allein an diesen beiden Tagen wurden beispielsweise im Jahr 2020 im Tiroler Onlinehandel rund 47 Millionen Euro umgesetzt. Im Anschluss starten sowohl der stationäre Handel als auch der E-Commerce in das enorm wichtige Weihnachtsgeschäft“, so Schwarzenberger.

Der aktuelle Imagefilm:

Unterstützung für E-Commerce-Neulinge und -Fortgeschrittene

Der digtale Vertriebskanal ist hierzulande also deutlich im Aufschwung. Dabei ist dem Branchensprecher bewusst, dass die ersten Schritte im E-Commerce vor allem für kleinere und mittlere Betrieb oft besonders schwer sind: „Gerade im Zuge des ersten Lockdowns während der Coronapandemie sind viele Betriebe in Panik geraten und haben den Start in den Onlinehandel mit einem Schnellschuss begonnen. Oft hat das außer Kosten nicht viel gebracht. Umso wichtiger ist es uns als Landesgremium, die Tiroler Unternehmen bei ihren E-Commerce-Aktivitäten zu unterstützen – sowohl jene, die erst am Beginn der Reise stehen, als auch jene, die schon gut unterwegs sind und sich stetig weiterentwickeln wollen.“

Vor diesem Hintergrund hat das Landesgremium Versand-, Internet- und allgemeiner Handel gemeinsam mit der Firma Business Beat heuer erstmalig das „Tiroler E-Commerce Barometer“ durchgeführt. „Dabei haben wir Tiroler Onlinehändlerinnen und -händler zu verschiedensten Themen in unterschiedlichen Fragerunden interviewt, um herauszufinden, wo sie der Schuh drückt“, sagt Business Beat-Geschäftsführer Andreas Hermann und ergänzt: „Das hat deutlich gemacht, was die größten Herausforderungen und Baustellen bei der täglichen Arbeit im E-Commerce sind. Etwa der Aufbau, die Pflege und die Wartung des Webshops oder die zahlreichen rechtlichen Vorgaben, die einzuhalten sind.“ Auf Basis der Ergebnisse des „1. Tiroler E-Commerce Barometers“ hat das Landesgremium nun ein neues Servicepaket geschnürt. „Alle unsere Mitgliedsbetriebe bekommen in den kommenden Tagen ein Gutscheinheft zugeschickt. Dieses beinhaltet diverse Ermäßigungen, Förderungen und persönliche Incentives rund um erfolgreiche Aktivtäten im Onlinehandel“, so Gremialobmann Markus Schwarzenberger.

Imagefilm unterstreicht die Bedeutung des regionalen Onlinehandels

Als weiteren Schritt zur Unterstützung und Förderung der Branche hat das Landesgremium einen Imagefilm erstellt, der die Bedeutung des Tiroler Onlinehandels im Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten stärken soll. „Mit ‚ein kleiner Klick für dich – ein großer für die Tiroler Wirtschaft‘ haben wir den Slogan parallel zur bewährten ‚JA zu Tirol‘-Kampagne gestellt. Die Bewerbung des Imagefilm wird heute starten und bis zur Weihnachtszeit von den meisten Tirolerinnen und Tirolern auf diversen Social Media Kanälen gesehen werden.“

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Paraclinic: Voll abgehoben

Lesezeit 4 Minuten
Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
© WK Tirol

Die paraclinic.at in Absam gilt in der Flug- und Gleitschirmszene als die Expertin schlechthin, wenn es um komplizierte Reparaturen, Check, Trimmung und Tuning für das Equipment geht.

Der Traum vom Fliegen ist alt. Doch wir können diesen Traum inzwischen verwirklichen. Die einfachste Methode, um selbst abzuheben: Gleitschirmfliegen. Sich lautlos in die Höhe tragen zu lassen, die Welt von oben zu sehen und dabei Wind und Sonne im Gesicht zu spüren. Entspannt dahingleiten oder die Thermik und Hangaufwinde für sportliches Fliegen nutzen. Egal wofür wir uns entscheiden, die Faszination ist nicht weniger gering. Doch um auch sicher wieder am Boden zu landen, müssen Gleitschirme alle zwei Jahre einer Überprüfung unterzogen werden.

Eine wichtige Anlaufstelle ist hier die Paraclinic in Absam. „Das darf man sich wie bei einem Auto vorstellen, das jahrlich zum Pickerl muss. Das gleiche gilt für Gleitschirme, die je nach Intervall überprüft werden müssen, ob sie noch flugtauglich sind. Die Intervalle für das Packen von Rettungsfallschirmen schreiben die Hersteller in den Betriebshandbüchern der jeweiligen Schirmtypen vor. Diese Termine sollten eingehalten werden, um ein zuverlässiges und schnelles Öffnen des Gerätes zu garantieren“, erklärt Richard Edlinger, Geschäftsführer der Paraclinic.

Paraclinic: Voll abgehoben

Vielseitiges Serviceangebot

Die Bandbreite an Servicearbeiten, die in der Paraclinic angeboten werden, sind breit gefächert: von der Gleitschirmbeschriftung – hier können auch Kiteschirme- oder Ballonbeschriftungen durchgeführt werden – über „Trimm Tuning“ für die Elite des internationalen Wettkampfgeschehens. Das heißt, die Leinen müssen auch regelmäßig auf ihre Tragfähigkeit und Belastbarkeit überprüft werden, aber auch Reparaturen von „verunfallten“ Geräten. „Wir haben in unserer Werkstatt unterschiedlichste Nähmaschinen, um die verschiedenen Wünsche unserer Kunden bestmöglich erfüllen zu können“, so Edlinger, der selbst seit über 30 Jahren leidenschaftlicher Gleitschirmpilot ist.

Der gebürtige Lienzer hat den Beruf des Tischlers gelernt. Für die Tischlermeisterprüfung ist er Anfang der 2000er nach Innsbruck gekommen und sprichwörtlich „picken“ geblieben. Die Faszination und die Leidenschaft für den Flugsport hat den Osttiroler nicht mehr losgelassen. „Ich fliege seit über 30 Jahren und es begeistert mich immer wieder aufs Neue: Du nimmst diesen Rucksack, breitest ihn aus und fliegst sicher vom Berg. Das ist wie ein Flugzeug, nur in der komprimierten Form.“
Nach vielen Jahren bei einem Gleitschirmproduzenten hat Edlinger 2011 schlussendlich den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. „Mir wurde es zu eintönig und ich wollte für alle Paragleitfirmen und Piloten da sein. Als unabhängiger Checkbetrieb aller Marken können wir im Einverständnis aller Hersteller handeln.“

Richi Edlinger hat mit der „Paraclinic“ seinen Traum zum Beruf gemacht und freut sich immer über Interessierte, die gerne mitarbeiten möchten.
Richi Edlinger hat mit der „Paraclinic“ seinen Traum zum Beruf gemacht und freut sich immer über Interessierte, die gerne mitarbeiten möchten.
© WK Tirol
Gleitschirmbeschriftung: Hier können unter anderem auch Kiteschirm- und Ballonbeschriftungen durchgeführt werden.
©

Rund um den Globus

Edlinger hat die Paraclinic aufgebaut und bei Null angefangen. Was er hatte: die Leidenschaft, das Wissen und viel Ehrgeiz. Der Gleitschirm-Boom war deutlich zu spüren, das Interesse am Flugsport war da und die „Paraclinic“ wurde gleich mit vielen Anfragen überrannt. So kamen die ersten Mitarbeiter dazu. Heute ist Edlinger mit vier Mitarbeiter:innen am Start. Zwar nicht am Flugplatz, aber dafür, um jährlich rund 1.200 Gleitschirme zu überprüfen und für die Sicherheit der Paragleitpiloten zu sorgen. „Mittlerweile stehen in unserer Kundendatei mehr als 4.000 Namen und es kommen täglich neue hinzu“, erzählt Edlinger erfreut. „Es wird ja rund um den Globus geflogen. Wir beliefern alle Kontinente. Gerade heute haben wir ein Paket in die USA und in den Libanon geschickt.“

Die Flugausrüstung wird immer filigraner. Leichtere Tücher, Luftprotektoren, dünnere und weniger Leinen sowie Karbonverbauungen. All diese Parameter machen Schirme empfindlicher auf äußere Einflüsse wie Stöße und Reibung. Wenn die Tage wieder kürzer werden, bietet sich die perfekte Gelegenheit sich seiner Ausrüstung zu widmen und den Gleitschirm als auch das Gurtzeug auf Mängel zu überprüfen. Für Edlinger und sein Team heißt es auch hier, immer am Puls der Flugtechnik zu bleiben und sich fortlaufend weiterzubilden: „Die Technik verändert sich ständig: Auch wir müssen up-to-date-bleiben und gehen direkt zu den Herstellern und lassen uns wieder auf den neuesten Stand der Gleitschirme bringen. Dieses Wissen kommt dann wieder unseren Kunden zugute.“

Fachkräftesuche

So wie viele Unternehmen derzeit, ist auch die Paraclinic ständig auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, die die Gleitschirme verarzten können. Mitzubringen sind die Leidenschaft zum Paragleitsport, der Rest kann Schritt für Schritt erlernt werden: „Ich bin mit 35 Jahren als gelernter Tischler das erste Mal vor einer Nähmaschine gesessen. Das schafft man. Motivation und Präzision ist bei uns das Wichtigste.“

Weitere Informationen: paraclinic.at

Food Waste Hero: Lebensmittel retten

Lesezeit 3 Minuten
Stellten das Projekt
Stellten das Projekt
Stellten das Projekt "Food Waste Hero" vor (v.l.n.r.): Franz Staggl (Obmann der Tiroler Hotellerie), LH-Stv.in Ingrid Felipe, Norbert Schöpf (WIFI-Produktmanager für Tourismus und Lebensmittelgewerbe) und Philipp Stohner (Präsident Tiroler Kochverband & Leiter von Lehrküche & GenussLabor am WIFI Tirol).
Stellten das Projekt "Food Waste Hero" vor (v.l.n.r.): Franz Staggl, Ingrid Felipe, Norbert Schöpf und Philipp Stohner.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Kostenfaktor Lebensmittelverschwendung: WIFI Tirol und United Against Waste unterstützen Betriebe bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Angesichts steigender Warenpreise ist Abfallvermeidung in Gastronomie und Hotellerie ein wichtiger Kostenfaktor. In einer neuen Ausbildung erhalten Küchenbetriebe nun Unterstützung dabei, Lebensmittelabfall einzusparen – entwickelt wurde das eLearning-Angebot vom WIFI Tirol zusammen mit der Initiative United Against Waste. Dabei werden niederschwellig und interaktiv Hintergründe und Lösungsansätze zur Lebensmittelabfallvermeidung in Tourismus-Betrieben vermittelt.

Lebensmittelabfälle vermeiden

Egal ob halb aufgegessene Gerichte, Produktionsüberschüsse oder Reste vom Buffet – viel zu oft müssen noch genießbare Lebensmittel in Gastronomie, Hotellerie oder Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen wie Kantinen oder Krankenhäusern entsorgt werden. Durch erschwerte Planbarkeit, schwankendes Gästeaufkommen und vermehrten Personalwechsel hat die Corona-Pandemie die Lage in der Branche zusätzlich verschärft. Die Zahlen sprechen für sich: In der österreichischen Außer-Haus-Verpflegung landen jährlich rund 175.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle im Müll – gemessen am Einwohneranteil landen damit in der Tiroler Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Hotellerie geschätzt rund 15.750 Tonnen genießbare Lebensmittel pro Jahr in der Abfalltonne.

„Bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen besteht akuter Handlungsbedarf, denn die Lage spitzt sich zu: Angesichts von massiven Teuerungen bei Lebensmitteln, aber auch am Energiemarkt und vor dem Hintergrund der Klimakrise dürfen wir es uns nicht mehr leisten, Ressourcen zu verschwenden und bei Lebensmittelabfällen wegzuschauen. Wir müssen von einer Wegwerfgesellschaft zu einer im Kreislauf denkenden und handelnden Gesellschaft werden.“, so LH-Stv.in Ingrid Felipe, Landesrätin für Umwelt- und Klimaschutz sowie Abfallwirtschaft.

Unterstützung und  Beratung

Neben einem Abfallmonitoring für Großküchen und einem geförderten Beratungsangebot für Gastrobetriebe, hat die branchenübergreifende Plattform für Außer-Haus-Verpflegung nun zusammen mit dem WIFI Tirol eine neue eLearning-Schulung geschaffen. „Food Waste Hero“ ist ein eLearning-Kurs, der den Teilnehmer:innen auf interaktive Art Hintergründe und Fakten zu Lebensmittelabfällen vermittelt, dabei aber auch mit vielen konkreten Tipps von Expert:innen einen Mehrwert für die Küchenpraxis bietet.

„Lebensmittelabfallvermeidung funktioniert nur, wenn alle im Küchenteam an Bord sind und die Abfallvermeidungsmaßnahmen mittragen“, weiß Philipp Stohner, Präsident des Tiroler Kochverbands und Leiter der Lehrküche & GenussLabor am WIFI Tirol. „Angesichts von Zeit- und Personalmangel ist es im Küchenalltag aber nicht immer leicht, Schulungen durchzuführen. Mit dem neuen eLearning schließen wir somit auch eine Angebotslücke und haben ein besonders niederschwelliges, zeit- und ortsunabhängiges Tool entwickelt, um Küchenpersonal zu erreichen“.

„Das Einsparpotenzial beim Warenwert durch die Reduktion von Lebensmittelabfällen ist enorm. Je nach Größe und Art der umgesetzten Maßnahmen kann ein Betrieb mehrere tausende Euro an Warenwert-Verlust im Jahr sparen“, so Franz Staggl, WK-Tirol Fachgruppenobmann Hotellerie.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Lösungswege für weniger Lebensmittelabfälle können von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ausfallen. So kann beispielsweise ein genauerer Blick auf Einkaufspraktiken in dem einen Küchenbetrieb zu weniger Lebensmittelabfall führen, während in einem anderen eine verbesserte Warenkontrolle zum Ziel führt. Auch das Überprüfen von Menüangebot, Portionsgröße und das Angebot an flexiblen Wahlmöglichkeiten sind wichtige Stellschrauben, damit weniger in der Tonne landet. Bei der Umsetzung der Maßnahmen spielen auch die Mitarbeiter:innen eine zentrale Rolle.

7 Tipps: Was Betrieb gegen Lebensmittelabfall tun können

  • Sensibilisierung: Mitarbeiter:innen zum Thema schulen
  • Erhebung: Lebensmittelabfall systematisch erheben und analysieren, um zu ermitteln, wo wieviel entsteht
  • Menüangebot und Rezepturen: Angebot und Gerichte in Hinblick auf Lebensmittelabfälle optimieren
  • Portionsgrößen: Gerichte in unterschiedlichen Portionsgrößen anbieten
  • Wählbarkeit: Gäste bei Menükomponenten wie Beilagen oder Gebäck wählen lassen
  • Am Buffet: Kleinere Gebinde verwenden und diese dafür öfters nachbestücken
  • Wiederverwertung und Haltbarmachen: Reste, sofern möglich, weiterverwerten oder für spätere Verwendung einfrieren.

5 Tipps: Was Gäste tun können

  • Je nach Hunger von der Wahlmöglichkeit bei Portionsgrößen Gebrauch machen.
  • Die Wahlmöglichkeit bei Menükomponenten Beilagen nutzen.
  • Bewusste Mengenwahl am Buffet.
  • Verständnis zeigen, falls kurz vor Küchenschluss nicht mehr alle Speisen verfügbar sind.
  • Nach einer Einpackmöglichkeit für den späteren Verzehr fragen, falls der Hunger einmal überschätzt wurde.
„Food Waste Hero“- eLearning österreichweit verfügbar beim WIFI Tirol

Beschreibung: ‚Food Waste Hero‘ ist ein eLearning-Kurs, der den Teilnehmenden auf interaktive und abwechslungsreiche Art Wissen, Ursachen und Lösungen zum Thema Lebensmittelabfall vermittelt und praktische Tools zur Lebensmittelabfallvermeidung im Küchenalltag an die Hand gibt.

Zielgruppe: für Mitarbeitende in der Gemeinschaftsverpflegung und im Tourismus zur Reduktion von Lebensmittelabfall im Küchenbetriebe.

Die Teilnehmenden erfahren…

…warum Lebensmittelabfall ein Problem ist

…wo Lebensmittelabfälle in Betrieben anfallen können

…wie man Lebensmittelabfälle im Blick behält und Ursachen identifiziert

…welche Lösungen es für die Lebensmittelabfallvermeidung gibt

…wie Nachhaltigkeit in Küchenbetrieben sonst noch umgesetzt werden kann

Die Vorteile:

  • orts- und zeitunabhängig
  • individuelles und selbstbestimmtes Lernen
  • unmittelbares Feedback durch interaktives Engagement
  • Wissenstransfer und Interaktion durch abwechslungsreiche und multimediale Inhalte (Videos, Quiz, Praxisbeispiele usw.)

Teilnehmende können das eLearning österreichweit auf Smartphones, Tabletts oder PCs/Laptop durchführen.

Dauer: 8 Lehreinheiten
Kosten für die Einzellizenz: 99,- EUR (mit Rabattierung, falls man mehr Lizenzen für mehrere Mitarbeiter:innen kauft)

Mehr Informationen: www.united-against-waste.at/food-waste-hero/ & www.tirol.wifi.at/

Zeit zum Handeln

Lesezeit 2 Minuten
WK-Präsident Christoph Walser
WK-Präsident Christoph Walser
© WK Tirol/Foto Frischauf

„Die Politik muss die Rahmenbedingungen rasch an die Realität anpassen.“

KOMMENTAR

Die Landtagswahl ist geschlagen. Das Wichtigste ist jetzt, dass die Landesregierung ohne Verzögerung vom Wahlkampf- in den Arbeitsmodus umschaltet. Die Koalitionsverhandlungen müssen rasch und fair geführt werden, damit möglichst bald eine stabile Regierung steht. Die Tiroler Wirtschaftskammer hat bereits im Vorfeld ihr Wirtschaftsprogramm für die Legislaturperiode 2022 – 2027 „Weichenstellung für die Zukunft Tirols“ erarbeitet und an die Entscheidungsträger übermittelt. Die kommenden 5 Jahre sind entscheidend dafür, ob Tirol die Energie- und Klimawende schafft.

Wir haben jetzt die große Chance, den Wirtschaftsstandort Tirol durch eine konsequente Ausrichtung in Richtung Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit und Regionalisierung zukunftsfit zu machen. Die Wirtschaftskammer wird darauf achten, dass möglichst viele der Vorschläge in den neuen Koalitionspakt aufgenommen werden. Schließlich sind die Forderungen der Wirtschaft kein Soloprogramm: Wenn die Tiroler Betriebe die passenden Rahmenbedingungen vorfinden, können sie Höchstleistungen erbringen und damit Arbeitsplätze und Wohlstand im Land
sichern.

WK-Präsident Christoph Walser

In aller Bescheidenheit: Die Politik kann sich einiges von den Tiroler Betrieben abschauen. Es ist beeindruckend, mit wieviel Engagement, Innovationsgeist und Kreativität sich heimische Firmen auf die massiven Veränderungen eingestellt haben. Nun müssen auch die gesetzlichen Vorgaben nachziehen. Die Politik muss mit der entsprechenden Flexibilität re(a)gieren und die Rahmenbedingungen an die tatsächliche Lage anpassen.

Ein Beispiel: Der Großteil der Regelungen zum Arbeitsmarkt stammt noch aus einer Zeit, in der es galt, einheimische Arbeitskräfte vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Jetzt aber hat sich die Situation komplett umgekehrt: Es besteht akuter Arbeits- und Fachkräftemangel und wenn Stellen mit qualifiziertem Zuzug besetzt werden, nimmt das keiner einzigen Tirolerin und keinem einzigen Tiroler einen Job weg. Das kann sich wieder ändern und muss dann eben auch wieder nachjustiert werden. Wir müssen von langwierigen politischen Entscheidungsprozessen zu einem Regieren des „Just in time“ kommen. Neben dem Arbeitsmarkt brauchen die Betriebe vor allem bei den außer Rand und Band geratenen Energiepreisen rasche, effektive und unbürokratische Unterstützungen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die internationale Lage mag im Moment besorgniserregend sein – aber eines bin ich mir sicher: Am Ende wird ein System, das auf blanke Aggression setzt, seiner Jugend die Zukunft nimmt, seine Spitzenkräfte aus dem Land vertreibt und jede Innovation im Keim erstickt, den Kürzeren ziehen.

E christoph.walser@wktirol.at

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Tiroler Berufsfotografie unter freiem Himmel

Lesezeit 3 Minuten
Die Ausstellung Menschenbilder vorm Tiroler Landestheater.
Die Ausstellung Menschenbilder vorm Tiroler Landestheater.
Die Ausstellung Menschenbilder vorm Tiroler Landestheater.
© Wolfgang Lackner

Menschenbilder Tirol 2022: Die Tiroler Berufsfotograf:innen präsentieren ihr Handwerk.

Nach einer zweijährigen coronabedingten Pause geht heuer die Ausstellung der Tiroler Berufsfotograf:innen zum Titel Menschenbilder in die nächste Runde. Die Eröffnung findet am 30. September um 18:30 Uhr auf dem Vorplatz des Tiroler Landestheaters statt. Anschließend können die ausgewählten Fotos bis 30. Oktober 2022 bestaunt werden. Ausgewählt wurden die Bilder vom international erfolgreichen Fotografen und Kurator Horst Stasny.

Vor neun Jahren hatte Irene Ascher, Innungsmeisterin der Tiroler Berufsfotografie, die Idee, diese öffentlich zugängliche Ausstellung unter dem Motto Menschenbilder aus der Steiermark nach Innsbruck zu holen. Seither findet die Exposition jährlich statt und macht die Leidenschaft und Kreativität der Tiroler Berufsfotograf:innen einer breiten Masse zugänglich.

Einreichungen

Für die heurige Präsentation gab es so viele Einreichungen wie noch nie. Insgesamt 41 Fotograf:innen haben sich mit über 300 Bildern an der Ausschreibung beteiligt. „Die Tiroler Berufsfotograf:innen präsentieren sich bei unserer heurigen Menschenbilder Tirol 2022 Ausstellung mit großformatigen und wie immer abwechslungsreichen Motiven vom Baby bis zum Extremsportler, Hochzeitsimpressionen und einfühlsamen Portraits in bester Qualität und Ausführung“, freut sich die Innungsmeisterin.

Die Landesinnung der Tiroler Berufsfotografie möchte den talentierten Mitgliedern mehr Aufmerksamkeit schenken und bietet ihnen mit diesem Projekt die entsprechende Präsentationsfläche. Die Ausstellung ist Schauplatz gemeinschaftlicher Kreativität. Damit auch jeder die sensationellen Aufnahmen bestaunen kann und diese nicht nur einem ausgewählten Publikum zuteilwerden, findet die Präsentation im öffentlichen Raum statt. Menschen sollen im Vorbeigehen von den einzigartigen Bildern inspiriert werden, auf den Fotobänken kurz innehalten und den Alltag für einen Moment vergessen.

Kamera als Nebendarsteller

Die Fotografie ist ein komplexes Handwerk. Es bedarf nicht nur an Know-how und gutem Equipment, sondern auch einer kreativen Herangehensweise. Die Kunst der Fotografie liegt darin, Objekte und Menschen im richtigen Augenblick zu inszenieren. Nur so gelingt es, Gefühle einzufangen und die Stimmung auf den Betrachter zu übertragen. Damit emotionale Kunstwerke entstehen, braucht es neben der richtigen Kamera und Einstellung vor allem das Gespür und die künstlerische Note des Fotografen. „Die Kamera ist dabei nur Arbeitsgerät, ein Mittel zum Zweck. Die wahre Leistung liegt beim Fotografen, der durch sein geschultes Auge und seine Kreativität ein emotionales Kunstwerk erschaffen kann“, weiß Organisator und Innungsmeister-Stellvertreter Klaus Maislinger aus eigener Erfahrung.

Die teilnehmenden Fotograf:innen haben Menschen in jeder Lebenslage festgehalten, wobei nicht zwingend der Mensch im Vordergrund steht. Reisen, Architektur, Landschaften und Emotionen prägen die Werke. „Das geschulte Auge bringt nicht nur die Besonderheiten einer Ansicht zur Geltung, sondern eröffnet neue Blickwinkel, die man als Alltägliches übersieht“, unterstreicht der renommierte Fotograf Horst Stasny. Als Urgestein der österreichischen Fotoszene, dessen Werke weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind, bringt er sein Wissen und seine Erfahrung als Kurator für die diesjährige Ausstellung ein und ist für die Auswahl der Fotografien verantwortlich. Die beeindruckendsten Bilder können nun einen Monat lang bestaunt werden und sind Sinnbild für die Vielfältigkeit der Berufsgruppe. Mittlerweile gibt es in Tirol rund 910 Berufsfotograf:innen.

Um die Suche nach professionellen Fotograf:innen für Interessierte zu erleichtern, hat die Innung der Tiroler Berufsfotografie die Plattform www.yetifinder.at ins Leben gerufen. Dort finden sich zu jedem Thema und jeden Anlass die richtigen Profis hinter der Kamera, die für eindrucksvolle Bilder nur Nebendarstellerin ist.

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2. Stubaier Lehrlingsmesse

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2. Lehrlingsmesse Stubaital
2. Lehrlingsmesse Stubaital
Unter dem Motto „Berufe zum Anfassen“ präsentierten 14 teilnehmende Lehrbetriebe bei der 2. Stubaier Lehrlingsmesse die zahlreichen Möglichkeiten verschiedener Lehrberufsausbildung im Tal.
Unter dem Motto „Berufe zum Anfassen“ präsentierten 14 teilnehmende Lehrbetriebe bei der 2. Stubaier Lehrlingsmesse die zahlreichen Möglichkeiten verschiedener Lehrberufsausbildung im Tal.
© WK Tirol

Unter dem Motto „Berufe zum Anfassen“ fand die 2. Stubaier Lehrlingsmesse am 23. September 2022 statt.

Mehr als 150 Schülerinnen und Schüler aus dem Stubaital folgten der Einladung. Die 14 teilnehmenden Lehrbetriebe präsentierten dabei nicht nur ihre eigenen Unternehmen, sondern auch die zahlreichen Möglichkeiten verschiedener Lehrberufsausbildungen, die im Tal angeboten werden. Die Bandbreite reichte vom Einzelhandel über Hotellerie und Gastronomie bis hin zu den verschiedensten Metallberufen. Im Vordergrund stand dabei, ganz getreu des Mottos der Veranstaltung, das Ausprobieren und Erleben der unterschiedlichen Berufe. Dementsprechend wurde, wie bereits im Vorjahr geschraubt, gesägt, gekocht, gehämmert, gerechnet und vieles mehr.

„Unsere Wirtschaft braucht top ausgebildete Fachkräfte und kaum ein anderes Ausbildungssystem, wie die Duale Berufsausbildung, sprich die Lehre, bereitet Jugendliche so gut auf das Berufsleben vor. Mit einem Lehrabschluss steht man hoch im Kurs“, so Felix Kranebitter von der Bezirksstelle Innsbruck-Land. Auch die Bürgermeister der Stubaier Gemeinden sowie Dominik Jenewein, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft machten sich ein Bild: „Ich finde es großartig, wie die Schülerinnen und Schüler mit großem Ehrgeiz die verschiedensten Lehrberufe ausprobieren. Wenn nur einer oder eine heute seinen bzw. ihren Traumberuf findet, haben wir schon viel geschafft“, so Jenewein.

Richard Hammer, Hermann Steixner, Peter Lahntaler, Adrian Siller, Andreas Gleischer, Dominik Jenewein, Felix Kranebitter, Wolfang Gredler, Thomas Mair, Roland Zankl, Daniel Stern und Klaus Rainer (v.l.).
© WK Tirol

Am Nachmittag hatten dann alle Eltern sowie Interessierten die Möglichkeit sich über die Lehre zu informieren und sich mit den Lehrbetrieben auszutauschen. Außerdem waren die Arbeiterkammer Tirol sowie das Bildungsconsulting der Tiroler Wirtschaftskammer vertreten und stellten verschiedene Beratungsleistungen zum Thema „Berufsfindung“ vor.

Die Stubaier Lehrlingsmesse wurde bereits zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Planungsverband Stubaital, dem Talmanagement Stubai, der Bezirksstelle Innsbruck-Land der Tiroler Wirtschaftskammer und dem Tourismusverband Stubai veranstaltet.

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