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Bezirk Schwaz

Was die Betriebe im Bezirk Schwaz im neuen Jahr brauchen

Bezirksstellenleiter Stefan Bletzacher, Direktorin Evelyn Geiger-Anker, Bezirksobfrau Martina Entner, Präsident Christoph Walser und Peter Dornauer, Fachvorstand der Zillertaler Tourismusschule, mit seinen Schüler:innen, die bestens für die Verpflegung der 300 Neujahrsempfangsteilnehmer in der Wirtschaftskammer Schwaz sorgten, (v. l.).
Bezirksstellenleiter Stefan Bletzacher, Direktorin Evelyn Geiger-Anker, Bezirksobfrau Martina Entner, Präsident Christoph Walser und Peter Dornauer, Fachvorstand der Zillertaler Tourismusschule, mit seinen Schüler:innen, die bestens für die Verpflegung der 300 Neujahrsempfangsteilnehmer in der Wirtschaftskammer Schwaz sorgten, (v. l.).
© RG-Photography

Neben der Berufsorientierung will sich die Bezirksstelle Schwaz heuer für mehr Regionalität und Nachhaltigkeit im Bezirk einsetzen und die Services für ihre Mitglieder weiter ausbauen.

Tirols Betriebe als stabilisierender Faktor

Die Ausgangslage zu Jahresbeginn war schon einfacher. Seit nunmehr fast drei Jahren sieht sich die Tiroler Wirtschaft mit einer Situation konfrontiert, in der nichts mehr so ist, wie es „vorher“ war. Die Belastung durch Corona ist zwar in den Hintergrund getreten, seit 24. Februar sorgt jedoch der Ukraine-Krieg für neue Turbulenzen. Lieferengpässe, Inflation und massive Einschränkungen bei der Planbarkeit machen den Tiroler Betrieben zu schaffen. „Die beiden größten Herausforderungen sind jedoch eindeutig die Energiekosten und der Arbeitskräftemangel. Dazu brauchen die Betriebe die Unterstützung der Politik“, stellt WK-Präsident Christoph Walser fest.

Die Wirtschaftskammer hat das den politischen Entscheidungsträger:innen klar kommuniziert. Die Botschaft ist angekommen: Der Energiekostenzuschuss 1 wird bis Dezember 2022 verlängert, für das Jahr 2023 kommt der Energiekostenzuschuss 2. Die Förderintensität der für KMU wichtigen Stufe 1 wird von 30 % auf 60 % verdoppelt und der Zugang erleichtert. „Damit ist Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe in diesem Bereich – gerade im Vergleich mit Deutschland – gesichert. Nun sind auch beim Fachkräftemangel mutige Weichenstellungen nötig, die einerseits die Potenziale im Inland aktivieren, und andererseits eine qualifizierte Zuwanderung ermöglichen“, fordert der WK-Präsident.

Wenn die Politik auch diese Hausaufgabe erledigt, können die heimischen Betriebe ihre Stärken ausspielen. In allen Krisen zeigt sich nämlich deutlich, dass die Tiroler Firmen und ihre Mitarbeiter:innen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Lage zu stabilisieren. Sie passen sich immer wieder rasch an geänderte Bedingungen an und erschließen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen neue Chancen. „Ohne unternehmerischen Mut und Risikobereitschaft würde die aktuelle Situation ganz anders aussehen – auch in den wichtigen Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung, in denen sich die Wirtschaft laufend als Treiber der Entwicklung erweist“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Regionalität und Nachhaltigkeit

Der Bezirk Schwaz ist ein aufstrebender Wirtschaftsstandort und zeichnet sich durch einen soliden Branchenmix aus. Auch die geografische Vielfalt des Bezirkes ist vom Achensee über den Ballungsraum Schwaz bis ins Zillertal sehr abwechslungsreich und besticht durch ihre urban-alpine Ausprägung. Eine bunte Mischung aus Kleinbetrieben, Familienunternehmen und starken Leitbetrieben ist im Bezirk angesiedelt, diese profitieren von der guten Anbindung des Standorts an Europas Nord-Süd-Achse. Tourismus, Gewerbe und Handwerk sowie Industrie und Handel prägen fast gleichermaßen die Wirtschaft des Bezirkes, mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Regionen und Tälern.

Lieferengpässe haben in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, wie wichtig die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe für die Betriebe im Bezirk ist. „Regionalisierung ist für unseren Bezirk eine Chance, zu der jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann“, appelliert Bezirksobfrau Martina Entner an die Bevölkerung, bewusst bei den heimischen Händler:innen, den lokalen Tischler:innen und bei der Landwirtschaft im Ort einzukaufen oder produzieren zu lassen. Bestellungen über das Internet mögen bequem sein, das Geld fließt damit aber weg aus dem Bezirk und wird somit auch nicht Teil der regionalen Wertschöpfung. „Je stärker aber die regionalen Kreisläufe sind, desto geringer ist die Abhängigkeit von Märkten außerhalb. Wir bestimmen durch unsere Kaufentscheidungen unsere eigene Standortsicherheit und damit auch unsere Versorgungssicherheit“, erklärt Martina Entner. Die Bezirksobfrau wünscht sich eine Abkehr von der Wohnzimmer-Einkaufs-Bequemlichkeit über das Internet und den daraus resultierenden tausenden Paketzustellungen pro Tag, allein im Bezirk Schwaz. „Es geht um mehr Sensibilität für den regionalen Zusammenhalt“, weiß Entner, „die Stärkung der Region beginnt bereits im Kleinen. Auch vitale Stadt- und Ortskerne können so erhalten bleiben“.

Durch einen Fokus auf das Thema Regionalität entsteht auch eine Möglichkeit für die Verwirklichung weiterer Nachhaltigkeitsmaßnahmen und so, trotz aller Krisen und Unsicherheiten, eine Chance für die heimischen Betriebe. Der Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit wird die Wirtschaftskammer Schwaz das ganze Jahr 2023 in ihrer Tätigkeit für die Unternehmen im Bezirk begleiten. „Wir wollen bei den Betrieben noch mehr Bewusstsein für das Thema schaffen und ihnen Unterstützung bei der Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien unter Berücksichtigung ökonomischer, sozialer und ökologischer Aspekte anbieten. Mit einem regelmäßig stattfindenden ‚Unternehmerfrühstück‘ zum Schwerpunktthema sowie durch individuelle Beratungen und Best-Practice-Beispiele sollen die Betriebe und damit der Bezirk Schwaz zukunftsfit gemacht werden“, so Bezirksobfrau Entner.

Berufsorientierungsmaßnahmen, die Früchte tragen

Der Arbeits- und Fachkräftemangel stellt für die Betriebe im Bezirk Schwaz eine Herausforderung dar. Um den anhaltenden Entwicklungen langfristig entgegenzuwirken, setzt die Bezirksstelle Schwaz auf eine Vielfalt von Berufsorientierungsmaßnahmen. So gelingt es, Jugendliche und deren Eltern mit dem attraktiven Lehrangebot im Bezirk vertraut zu machen und ihnen die Vorteile einer dualen Ausbildung aufzuzeigen – und die Zahlen beweisen den Erfolg. Im Jahr 2022 stieg die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr im Bezirk um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahr. „Wir bieten seit mehreren Jahren Veranstaltungen im Bereich Schule und Wirtschaft an. Unsere Berufsorientierungsveranstaltungen sind echte Chancen für die Jugendlichen und ebenso für die Betriebe im Bezirk“, erklärt die Bezirksobfrau.

Die jährlich stattfindenden Jobbing Nights, eine Berufsinformationsveranstaltung in Form eines Messebetriebes, richtet sich an die Schüler:innen der Mittelschulen im Bezirk. An den Messeständen der etwa 30 ausstellenden Betriebe können die Jugendlichen berufstypische Tätigkeiten ausprobieren. Währenddessen kommen Unternehmer:innen und Ausbilder:innen mit den Eltern ins Gespräch. Während der ROOKIE-Tage sind die Schüler:innen der 4. Klassen aller Mittelschulen im Bezirk dazu eingeladen, in einem von über 200 Betrieben zu schnuppern. Ein besonderes Angebot zur Berufsinformation im Bezirk stellt das „Karriere Open Air“ dar. Musste die Veranstaltung noch im Herbst 2022 leider wegen sehr schlechten Wetters absagt werden, geht das Event heuer am 3. Juni wieder an den Start. Auf der Berufsmesse für die ganze Familie in der Schwazer Altstadt werden etwa 60 Austeller:innen ihre Berufsbilder den Jugendlichen und deren Eltern anhand praktischer Beispiele zum selbst anpacken, präsentieren.

Die Berufsfindung ist ein längerer Prozess. „Jugendliche in der 7. und 8. Schulstufe wissen zumeist noch nicht, wo sie ihr beruflicher Weg hinführt. Trotzdem ist es in diesem Alter Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen“, so Bezirksobfrau Martina Entner, „das Geheimnis, um Jugendliche für die Lehre zu gewinnen, liegt im direkten Zusammenbringen von Betrieben, Schüler:innen und deren Eltern“.

WK-Bezirksstelle Schwaz – Erster Ansprechpartner für die Betriebe

Als weiteren Schwerpunkt für das anlaufende Jahr will die Bezirksstelle Schwaz das Engagement für ihre Mitglieder noch weiter ausbauen und inhaltlich verstärken. Für alle Unternehmer:innen und deren Vertretung bietet die Bezirksstelle Schwaz ausführliche Beratungen zu gewerberechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen an. Das breite Angebot richtet sich auch an Gründer:innen, die auf persönliche und individuelle Beratungen zurückgreifen können. Zudem steht mit dem WIFI Schwaz ein umfangreiches Serviceangebot für Aus- und Weiterbildungsinteressierte bereit. Ebenso kann die Bezirksstelle mit eigenen Berater:innen für Betriebsanlagengenehmigungen punkten.

Neben den monatlichen SVS-Beratungstagen zu Themen wie Unfall-, Kranken-, Pensionsversicherung und Vorsorge für Selbstständige wird in der Bezirksstelle Schwaz heuer auch ein monatlicher Bilanzbuchhalter-Sprechtag angeboten. Hier geben Expert:innen der Wirtschaftskammer kostenlose steuerliche Erstinformationen für Gründer:innen. „Mit zusätzlichen ‚Betriebsnachfolge-Sprechtagen‘ wollen wir den Unternehmer:innen zudem helfen, ihre Betriebsübergabe und -übernahme zu meistern“, berichtet Martina Entner vom neuen, jeden zweiten Monat stattfindenden Serviceangebot der WK-Bezirksstelle Schwaz.

Weitere Infos: Bilder der Veranstaltung

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