Bezirk Imst

Was die Betriebe im Bezirk Imst im neuen Jahr brauchen

LR Mario Gerber, WK-Bezirksobmann Josef Huber, Bezirkshauptfrau Eva Loidhold, Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WIrtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Bezirksstellenleiter Nico Tilg (v.l.).
LR Mario Gerber, WK-Bezirksobmann Josef Huber, Bezirkshauptfrau Eva Loidhold, Direktorin Evelyn Geiger-Anker, WIrtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Bezirksstellenleiter Nico Tilg (v.l.).
© Fotodesign Bianca Wagner

Neben Vorhalteflächen für Gewerbegebiete und einer zukunftsträchtigen Verkehrslösung für den Fernpass,will die WK-Imst heuer auch die Belebung der Imster Innenstadt vorantreiben.

Tirols Betriebe als stabilisierender Faktor

Die Ausgangslage zu Jahresbeginn war schon einfacher. Seit nunmehr fast drei Jahren sieht sich die Tiroler Wirtschaft mit einer Situation konfrontiert, in der nichts mehr so ist, wie es „vorher“ war. Die Belastung durch Corona ist zwar in den Hintergrund getreten, seit 24. Februar sorgt jedoch der Ukraine-Krieg für neue Turbulenzen. Lieferengpässe, Inflation und massive Einschränkungen bei der Planbarkeit machen den Tiroler Betrieben zu schaffen. „Die beiden größten Herausforderungen sind jedoch eindeutig die Energiekosten und der Arbeitskräftemangel. Dazu brauchen die Betriebe die Unterstützung der Politik“, stellt WK-Präsident Christoph Walser fest.

Die Wirtschaftskammer hat das den politischen Entscheidungsträger:innen klar kommuniziert. Die Botschaft ist angekommen: Der Energiekostenzuschuss 1 wird bis Dezember 2022 verlängert, für das Jahr 2023 kommt der Energiekostenzuschuss 2. Die Förderintensität der für KMU wichtigen Stufe 1 wird von 30 % auf 60 % verdoppelt und der Zugang erleichtert. „Damit ist Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe in diesem Bereich – gerade im Vergleich mit Deutschland – gesichert. Nun sind auch beim Fachkräftemangel mutige Weichenstellungen nötig, die einerseits die Potenziale im Inland aktivieren, und andererseits eine qualifizierte Zuwanderung ermöglichen“, fordert der WK-Präsident.

Wenn die Politik auch diese Hausaufgabe erledigt, können die heimischen Betriebe ihre Stärken ausspielen. In allen Krisen zeigt sich nämlich deutlich, dass die Tiroler Firmen und ihre Mitarbeiter:innen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Lage zu stabilisieren. Sie passen sich immer wieder rasch an geänderte Bedingungen an und erschließen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen neue Chancen. „Ohne unternehmerischen Mut und Risikobereitschaft würde die aktuelle Situation ganz anders aussehen – auch in den wichtigen Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung, in denen sich die Wirtschaft laufend als Treiber der Entwicklung erweist“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser.

Vorsorgeflächen für Gewerbegebiete

Damit die heimische Wirtschaft sich auf lange Sicht weiterentwickeln kann, braucht es unbedingt verfügbare Gewerbeflächen. Sowohl Betriebserweiterungen als auch Neugründungen im Bezirk sind langfristig auf diese Flächen angewiesen. „Für die zukünftige Nutzung von Gewerbeflächen sollten analog zum Modell der ‚landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen‘ auch ‚gewerbliche Vorsorgeflächen‘ im Raumordnungsplan Beachtung finden“, fordert Bezirksobmann Josef Huber.

Die ohnehin knappen Dauersiedlungs- und Gewerbeflächen im Bezirk Imst werden jedoch durch das Ausweisen von Gefahrenzonenplänen weiter eingeschränkt, sodass dem Bezirk ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Regionen entsteht. „Der zunehmende Verlust der räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten im Bezirk hat nicht nur das Potenzial eine Marktverschiebungen herbeizuführen, sondern wird insbesondere auch die Arbeitsplätze in der Region gefährden“, warnt Bezirksobmann Huber. „Wir brauchen darum ausgewiesene Vorsorgeflächen für Gewerbegebiete, sodass wir den Betrieben eine Perspektive zur Entwicklung bieten können. Zudem fordern wir, dass Gefahrenzonen mit der Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen minimiert werden“, adressiert Huber seine Worte an die Politik.

Verkehrsinfrastruktur

Die verkehrsgünstige Lage des Bezirks Imst war bereits seit der Römerzeit und dem Bau der Via Claudia Augusta ein Garant für Wohlstand in der Region. Auch heute ist die florierende, lokale Wirtschaft auf eine gut funktionierende Verkehrsanbindung angewiesen. „Gerade deshalb müssen wir ein Augenmerk auf die dringend benötigte Instandhaltung, Ergänzung und den Ausbau der Infrastruktur im Bezirk legen“, erläutert der Bezirksobmann.

Ein bekanntes Nadelöhr stellt dabei der Fernpass und die damit einhergehende Verbindung in den Nachbarbezirk Reutte dar. Während sich die neue Tiroler Landesregierung klar zum Bau des Fernpass-Scheiteltunnels bekannt hat, geht es dem Bezirk Imst nun um die schnellstmögliche Umsetzung des Projektes. Wie im Herbst vergangenen Jahres deutlich erkennbar wurde, droht der Fernpass als einzige ganzjährige Verbindung des benachbarten Außerferns zum Rest Tirols, aufgrund versäumter Wartungsarbeiten zu kollabieren. „Hier herrscht dringender Bedarf für eine zukunftsträchtige Lösung der enormen Verkehrsproblematik. Die Umsetzung des geplanten Fernpass-Scheiteltunnels kann hier Abhilfe schaffen“, so Huber.

Die Finanzierung des Bauvorhabens muss in den Augen des Bezirksobmanns allerdings ohne die Erhebung einer Maut für den entstehenden Tunnel vonstattengehen. „Eine Bemautung der Strecke würde einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für die stark verflochtenen Wirtschaftsbetriebe aus den Bezirken Imst und Reutte bedeuten“, warnt Huber. Um das Verkehrsproblem im Bezirk ganzheitlich anzugehen, bedarf es zudem weiterer Ansätze. „Die Verbesserung der Situation am Fernpass-Scheiteltunnel ist nur der erste Schritt einer nachhaltigen Lösung, sodass es in der Folge auch den Ausbau des Tschirganttunnels brauchen wird“, so der Bezirksobmann.

Innenstadtbelebung in der Bezirkshauptstadt

Eine weitere Herzensangelegenheit ist der Bezirksstelle die Belebung des Imster Stadtkerns. Die Umsetzung des Projekts könnte für die zukünftige Entwicklung des Bezirks entlang der wichtigsten Ziele in den Fragen um ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit wegweisend werden.

In der Bezirkshauptstadt selbst hat das Thema naturgemäß eine noch größere Relevanz. „In den letzten Jahren wurde schon einiges vorangetrieben und bewirkt. „Die Vielzahl der Initiativen zur Attraktivierung der Innenstadt zeigt, wie sehr die Belebung ihrer Stadt den Imsterinnen und Imstern am Herzen liegt“, zeigt sich der Bezirksobmann dankbar. „Es gibt viele positive Beispiele von jungen Unternehmen, welche sich in den letzten Jahren von der Imster Innenstadt aus sehr gut entwickelt haben und von dort aus gewachsen sind“, freut sich Josef Huber über die Entwicklung des Standortes.

Dennoch sei nun die Zeit gekommen, um mit einem Leuchtturmprojekt die Innenstadtbelebung weiter voranzutreiben. Deshalb spricht sich die WK-Imst klar für das Projekt am „Decorona Areal“ aus. „Manchmal braucht es den Mut zur Veränderung, um eine positive Entwicklung herbeizuführen. Mit der Umsetzung dieses Projektes wird der Innenstadt unserer Bezirkshauptstadt neues Leben eingehaucht werden“, erklärt Bezirksobmann Huber abschließend.

Hier finden Sie Bilder der Veranstaltung und ein Video zum Neujahrsempfang.

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