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Dubsek macht die Musik

Für das junge Dubsek-Team ist Musik mehr als ein Beruf. Alle Beschäftigten spielen selbst ein Instrument und wollen mit ihrer Arbeit auch die heimische Musikszene fördern.
Für das junge Dubsek-Team ist Musik mehr als ein Beruf. Alle Beschäftigten spielen selbst ein Instrument und wollen mit ihrer Arbeit auch die heimische Musikszene fördern.
© Musik Dubsek

Nora Dubsek kennt sich mit Blechblasinstrumenten aus wie kaum sonst jemand in Tirol. Mit ihrem Mann Jared Egger-Dubsek führt sie das Musikfachgeschäft „Musik Dubsek“ bereits in dritter Generation.

Der Trompeter Louis Armstrong sagte einst: „Musik ist das Leben selbst“. Nora Dub sek hat zwar eine Vorliebe für Posaunen, ansonsten könnte das Zitat aber ebenso von ihr stammen. Auch abseits der Freizeit hat die Tirolerin die Musik zu ihrem Lebensinhalt gemacht. In ihrem Fachgeschäft Musik Dubsek führen Nora Dubsek und ihr Mann Jared Egger-Dubsek „alles, was ein Musikverein gebrauchen kann“.

Seit ihrer Kindheit fühlt sich Nora in der Werkstatt von Musik Dubsek zu Hause und griff ihrem Vater bereits in jungen Jahren tatkräftig unter die Arme. Nachdem sie eine Lehre zur Blechblasinstrumentenerzeugerin absolvierte, übernahm sie 2016 das Familienunternehmen zusammen mit ihrem Mann Jared. „Eine gute Lösung für alle“, beschreibt das Musikerpaar die gelungene Betriebsübergabe.

Traditionswerkstatt

In ihrer Werkstatt in der Innsbrucker Innenstadt produziert und repariert das Dubsek-Team alle Arten von Blechblasinstrumenten. Bereits Firmengründer Karl Adolf Dubsek verrichtete hier seit 1952 sein geschichtsträchtiges Handwerk. Auch zwei Generationen und 75 Jahre nach der Firmengründung ist die Spielart dieselbe geblieben. Das Gefühl fürs Material und präzise ausgeführte Handarbeit sind neben dem umfassenden Verständnis von Blasinstrumenten unerlässlich für Nora Dubseks Arbeit.

Musikvereine, aber auch viele Solo- und Freizeit-Musiker:innen vertrauen dem traditionsreichen Betrieb regelmäßig ihre Instrumente an. Werkstattchefin Nora Dubsek ist vorwiegend mit der Entwicklung und dem Bau neuer Instrumente beschäftigt. Mit geschultem Auge und einem ausgeklügelten Konzept fertigt sie Trompeten, Flügelhörner, Tenorhörner und Posaunen von Hand. „Dubsek Instrumente zeichnen sich durch ihre freie und leichte Ansprache beim Spielen aus“ erklärt die Instrumentenbauerin das Markenzeichen ihrer Manufaktur.

Obwohl das Dubsek-Team voller Tatendrang in der Werkstatt tüftelt, repariert und pflegt, haben die Blechblasinstrumentenerzeuger:innen ihre Auftragsbücher für nächstes Jahr bereits gut gefüllt. Die Wartezeit für ein neues DubsekInstrument beträgt derzeit etwa ein halbes Jahr. Genaues, filigranes Handwerk braucht eben seine Zeit. „Trotz unserer eifrigen Mitarbeiter:innen könnten wir noch mehr helfende Hände gebrauchen“, sagt Jared Egger-Dubsek, „in der Werkstatt und im Fachgeschäft“. Bei Auftragsspitzen unterstützt deshalb auch Seniorchef „Charly“ Dubsek die nächste Generation noch tatkräftig mit seinem Fachwissen.

Der Tiroler Klang

Aus dem Dubsek-Sortiment stechen vor allem die aus Rotmessing gefertigten Instrumente der Alpenton-Serie hervor. Die verhältnismäßig weiche Legierung, aus der die Instrumente bestehen, bedarf einer achtsameren Verarbeitung als andere Metalle, erzeugt dafür aber einen besonderen Ton – den Tiroler Klang. „So wie die Wiener Philharmoniker den Wiener Klang haben, haben wir den Tiroler Klang entwickelt“, schmunzelt Nora Dubsek.

Verschiedene hochkarätige Musiker:innen spielen die von Nora Dubsek entwickelten Instrumente. So auch der Solo-Posaunist des Tiroler Symphonieorchesters, Craig Hansford – Nora Dubseks früherer Posaunenlehrer. Gemeinsam mit dem Profi entwickelte sie ein eigenes Modell. „Wenn ein bekanntes Gesicht aus der Musikszene dein Instrument spielt, ist das natürlich ein schönes Gefühl und die beste Werbung für uns“, freut sich die Blechblasinstrumentenerzeugerin.

Aus eigener Erfahrung weiß sie, worauf es beim Kauf eines neuen Instruments ankommt: „Alle Instrumente, die wir fertigen, werden an ihrer Ansprache, ihrem Klang und ihrem Handling gemessen. Bei Bedarf können wir die Instrumente noch individuell an die Musikerin oder den Musiker anpassen“.

Musikinstrumente Dubsek kann mit ausgefallenen Gitarren sowie genügend Platz zum Ausprobieren aufwarten.
© Musik Dubsek
Im Brasscenter kann sich die Kundschaft selbst vom Tiroler Klang überzeugen. Besondere Highlights sind dabei die von Nora entwickelten Dubsek-Posaunen.
© WK Tirol

Den richtigen Ton treffen

Über der Dubsek-Werkstatt befindet sich das firmeneigene Brasscenter. Dort können alle Instrumente angespielt und ausprobiert werden. Die fachkundige Beratung sowie der direkte Vergleich zwischen den Instrumenten, aber vor allem die Möglichkeit, Instrumente eigens an die künftigen Besitzer:innen anzupassen, macht den Unterschied zwischen dem stationären Fachgeschäft von Dubsek und dem Onlinehandel aus.

Wenige Straßenzüge von der Werkstatt entfernt befindet sich das eigentliche Musikfachgeschäft von Dubsek, voller Instrumente und Zubehör. Analog zum Brasscenter beherbergt der Schauraum des Ladens ein Gitarren- und ein Holzblas-Lounge. Jared Egger-Dubsek, der sich vorwiegend um den geschäftlichen Teil von Musik Dubsek kümmert, spielt selbst Klarinette und kennt sich auch mit Saiteninstrumenten bestens aus. „Ein Instrument erzeugt Gefühle und Emotionen und muss zur Musikerin oder zum Musiker passen. Der direkte Kontakt zu den Menschen ist für uns darum wichtiger als herkömmliches Marketing“, erklärt der musikalische Einzelhandelskaufmann, „im Internet wird den Menschen viel ‚Schrott‘ angeboten, ohne persönliche Beratung und ohne die Möglichkeit
zum Probespielen. Kein Onlineshop kommt an das Gefühl und an die Qualität der Beratung während eines Besuchs in einem Musikfachgeschäft heran“.

Nachwuchsarbeit

Für das junge Dubsek-Team ist Musik mehr als ein Beruf. Alle Beschäftigten spielen selbst ein Instrument und wollen mit ihrer Arbeit auch die heimische Musikszene fördern. „Während Corona konnten die Musikvereine vielerorts nicht proben. Manche Vereine sorgen sich deshalb, dass ihnen in ein paar Jahren der Nachwuchs fehlt“, beschreibt Jared Egger-Dubsek die Situation. Umso wichtiger ist es für Musik Dubsek, bei den Vereinen und den Musikschulen vor Ort präsent zu sein und den Kontakt zu halten. Darum organisierten Nora und Jared über die angespannteste Coronaphase online Workshops zur Instrumentenpflege und Instrumentalworkshops mit Profi-Musiker:innen.

Dieses Engagement will man bei Dubsek, auch verknüpft mit einem Besuch in der hauseigenen Werkstatt, zukünftig in Präsenz fortsetzen. So hofft das musikalische Paar, den Erfolgskurs ihres Unternehmens fortzusetzen, um eines Tages das Musikgeschäft und die Werkstatt selbst an die nächste Generation übergeben zu können.

Weitere Infos: Musik Dubsek