Thomas Hofer vor seinem Kaffeeröster
Thomas Hofer vor seinem Kaffeeröster
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Kaffee ohne bitteren Beigeschmack

Thomas Hofer hat sich mit seiner Rösterei auf fair gehandelten, klimaneutral importierten Bio-Kaffee spezialisiert.
Thomas Hofer hat sich mit seiner Rösterei auf fair gehandelten, klimaneutral importierten Bio-Kaffee spezialisiert.
© WK Tirol

Sylvia und Thomas Hofer betreiben thomas‘ BIO Kaffee in Telfs. Das Ehepaar setzt auf Bio-Kaffee aus nachhaltig produzierenden Kooperationen, den sie möglichst klimaneutral importieren.

Bereits beim Öffnen der Türe von thomas‘ Kaffee in Telfs verwöhnt der Duft von fri schem Kaffee die Nase. „In optimal gerösteten Kaffeebohnen sind mehr als 800 Aromen voneinander unterscheidbar“, beschreibt Thomas Hofer, Gründer und Röster von thomas‘ Kaffee, die Faszination am Heißgetränk. All diese Aromen aus den Bohnen herauszukitzeln, ist die Kunst, der der gelernte Koch sein Tagwerk widmet. In einem hochmodernen, aus Südafrika stammenden Kaffeeröster, veredelt Thomas die Bohnen. Dabei geht er behutsam vor und nimmt sich viel Zeit, damit sich die Aromen voll entfalten können. Anschließend werden die Bohnen mit geschultem Blick einer Endkontrolle unterzogen, denn Qualität steht bei thomas‘ Kaffee an oberster Stelle.

Fairer Kaffee

Dem Ehepaar Hofer geht es aber um mehr als die richtige Röstung. Ihre Faszination für das Getränk hat nicht nur geschmackliche Gründe. „Kaffee ist die zweit meistgehandelte Ware auf unserem Planeten“, erklärt der Röstmeister. Die sich seit Jahren weiter steigernde Beliebtheit des aromatischen Wachmachers birgt allerdings auch Schattenseiten.

„Bei industriell erzeugten Kaffee, geht viel menschliches Leid mit einher“, gibt Thomas zu bedenken, „das wollen wir lindern!“. Darum sind Thomas und Sylvia Teil verschiedener Initiativen, die lokale Kooperationen, welche global verteilt im „Kaffeegürtel“ angesiedelt sind, unterstützen. „Wir wollen schützen und fördern, statt die ansässigen Erzeuger:innen auszubeuten“, erklärt Sylvia. So ist thomas‘ Kaffee beispielsweise Mitglied der Kooperation „12 Röster – 12 Bauern“, die kleinen Erzeuger:innen im Norden Kolumbiens ihre gesamte Jahresernte abkauft – zu einem Preis, von dem die Menschen vor Ort leben und ihren Kindern, Bildung und eine bessere Zukunft ermöglichen können.

Vertrauen

Über Vertrauenspersonen in den Anbaugebieten stellt das Rösterehepaar den Kontakt zu den Anbauer:innen her und bezahlt diese monatlich für ihre Produkte. „Damit wollen wir bewirken, dass die Kinder der lokalen Farmer zur Schule gehen können und eine Ausbildung bekommen. Weder Land noch Leute sollen für den Kaffeekonsum in Europa ausgebeutet werden“, so Thomas. Als Gegenleistung für nachhaltig gewachsene Bio-Bohnenbekommen die Erzeuger:innen einen gerechten Preis für ihre Arbeit und eine langfristige Perspektive. „Wir werden mit dem Konzept nicht reich, aber hinterlassen dafür einen positiven Fußabdruck“, ist sich das Ehepaar Hofer einig. 

THomas Bio Kaffee Genussmanufaktur
In der Genussmanufaktur von thomas‘ BIO Kaffee, finden sich neben Kaffe aus aller Welt auch Schmankerln aus ganz Österreich.
© WK Tirol
Segelkaffee
Kaffee ohne bitteren Beigeschmack: Nachhaltig angebaute Bio-Bohnen, die per Segelschiff nach Europa kamen.
© WK Tirol

Segelkaffee

Am besten schmecke der „Kaffee ohne bitteren Beigeschmack“, gibt Thomas Hofer zu bedenken und genießt einen Schluck Segelkaffee. Die Anspielung bezieht sich neben den Aromen des koffeinhaltigen Heißgetränks, auch auf die Anbaubedingungen vor Ort und den Weg der Bohnen nach Europa.

Denn Thomas und Sylvia engagieren sich auch für eine Minderung des CO2-Fußabdrucks des Kultgetränks. Dazu setzen sie auf Segelkaffee. Gemeinsam mit anderen kleinen europäischen Röstereien unterstützt das Ehepaar Hofer mehrere Unternehmungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kaffee aus den Herstellerländern per Segelschiff nach Europa zu befördern. So segelt der holländische Zweimaster „Avontuur“ auch heuer wieder dutzende Tonnen Kaffeebohnen aus Südamerika zu den Röstereien nach Europa.

Zwar dauert die Reise per Windkraft über den Atlantik etwas mehr als drei Monate, für Thomas Hofer ist aber jede Bohne Segelkaffe die lange Wartezeit wert. „Richtig guter Kaffee“ zeichnet sich für den passionierten Röster neben der optimalen Verarbeitung auch durch seine Herkunft, sowie einen nachhaltigen Anbau und Transport aus. Um sich von den Gegebenheiten vor Ort zu überzeugen, unternimmt Thomas jährlich eine Reise in ein Anbaugebiet, besucht seine kleinen „Cafeteros“ auf ihren „Fincas“ und vertieft seine Kontakte vor Ort. Dem Kaffee-Liebhaber aus Telfs sind diese Reisen auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber seinen Kaffeebauern sehr wichtig.

Klein aber fein

Der direkte Import von Kaffeebohnen ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, doch die kleinen Röstereien in Europa stellen die Projekte durch eine Vielzahl an Beteiligten zusammen auf die Beine. Gemeinsam eint sie der Wunsch, auch in Europa Kaffee zu fairen Bedingungen vertreiben zu können.

Sylvia und Thomas sind gut vernetzt. In der Genussmanufaktur von thomas‘ Kaffee findet man neben Kaffee aus aller Welt auch alle Arten von Kaffeezubereitungsarten, Kaffeemaschinen und sämtliches Zubehör. „In unserem Sortiment gibt es auch, regional hergestellte Spezialitäten vom Neusiedlersee bis zum Bodensee“, beschreibt Sylvia das breit gefächerte Angebot.

„Das weniger manchmal mehr ist“, haben Sylvia und Thomas in ihrer Firmenphilosophie verinnerlicht, denn die Attribute bio, fair, direkt, nachhaltig, klimaneutral und gesegelt sind für das Rösterehepaar Lebenseinstellung und Herzstück ihrer Firmenphilosophie. So egalisiert sich der etwas höhere Kilopreis des Kaffees durch seinen erlesenen Geschmack und den Hintergrund der Beschaffung. Auch für Gastronomie und Handel bietet thomas‘ Kaffee exklusive Röstungen in bestechender Qualität an. So besticht thomas‘ Kaffee durch viel Leidenschaft und ein Genusserlebnis „ohne bitteren Beigeschmack“. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Weitere Infos: thomas‘ BIO Kaffee