Der designierte Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher, Bernhard Stibernitz, Geschäftsführer der Landesstelle für Brandverhütung, sowie Franz Jirka, Innungsmeister der Tiroler Rauchfangkehrer:innen und Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk.
Der designierte Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher, Bernhard Stibernitz, Geschäftsführer der Landesstelle für Brandverhütung, sowie Franz Jirka, Innungsmeister der Tiroler Rauchfangkehrer:innen und Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk.
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Damit aus einem Nutz- kein Schadensfeuer wird

Der designierte Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher, Bernhard Stibernitz, Geschäftsführer der Landesstelle für Brandverhütung, sowie Franz Jirka, Innungsmeister der Tiroler Rauchfangkehrer:innen und Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Die Innung der Rauchfangkehrer warnt gemeinsam mit der Landesstelle für Brandverhütung und dem Tiroler Landes-Feuerwehrverband vor der unsachgemäßen (Wieder-)Inbetriebnahme von Einzelfeuerstätten.

Als Folge der Energiekrise werden derzeit in vielen Tiroler Privathaushalten Einzelfeuerstätten wie Zusatz- oder Kaminöfen neu angeschafft bzw. wieder in Betrieb genommen. Damit einher geht das erhöhte Risiko von Hausbränden durch unsachgemäße Installation und Verwendung bzw. unzureichender Wartung der Geräte. In den vergangenen Wochen ist es bereits vermehrt zu derartigen Vorfällen gekommen. Franz Jirka warnt in seiner Funktion als Innungsmeister der Rauchfangkehrer vor einer fatalen Kombination: „Wenn bei Billigprodukten auch noch beim fachmännischen Anschluss gespart wird, kann aus einem Nutzfeuer schnell ein Schadensfeuer entstehen.“ Wichtig ist es, ausschließlich auf geprüfte Qualitätsprodukte zurückzugreifen. Doch die Gefahren stecken nicht nur in neuen Öfen, sondern auch in Heizstellen, die jahrelang nicht mehr in Betrieb waren. „Hier braucht es unbedingt eine Kontrolle durch den Kaminkehrer oder Hafner, um eine sichere Wiederinbetriebnahme zu gewährleisten“, so Jirka.

Richtiges Heizen

Bei Holzöfen ist zudem das richtige Heizen essenziell. „Viele Tirolerinnen und Tiroler haben über die Jahre das Heizen verlernt“, erklärt der Innungsmeister, „hier gibt es fachmännische Leitfäden seitens des Landes Tirols und auch seitens der Hafnerinnung.“ Besonders gefährlich ist eine zu geringe Luftzufuhr. Diese kann einerseits aufgrund falscher Bedienung geschehen, um die Wärme vermeintlich länger im Ofen zu halten, andererseits kann speziell in thermisch sanierten Gebäuden die nötige Luftzufuhr von außen fehlen. Beides führt dazu, dass die Kohlenmonoxid-Konzentration im Rauminneren gefährliche Werte annimmt. Zudem wird dadurch eine Verrußung des Kamins bewirkt, was wiederum Kaminbrände begünstigt. Jirka warnt in diesem Zusammenhang eindringlich davor, Kaminbrände, die eine Temperatur von über 900 Grad entwickeln können, mit Wasser zu löschen, da dies zu einer Dampfexplosion führt. Einen Kaminbrand zu löschen ist etwas für Experten.

Fachmännischer Anschluss

Bernhard Stibernitz von derTiroler Landesstelle für Brandverhütung unterstreicht, dass speziell der fachmännische Anschluss an den Kamin unbedingt erforderlich ist. Er verweist darauf, dass nicht nur Holzöfen, sondern auch die am Markt angeboten Gasöfen nur unter streng kontrollierten Bedingungen in Betrieb genommen werden dürfen. Gasöfen sind nicht für Schlaf- und Badezimmern sowie für kleine Wohnräume geeignet, darüber hinaus braucht es eine wirksame Belüftung. „Für Experimente ist bei Öfen kein Platz. Wer glaubt, das Heizen neu erfinden zu müssen, riskiert Personen- und Sachschäden“, betont Stibernitz. Daher müsse die Aufstellung, die Zuluft und der Anschluss von einem Rauchfangkehrer kontrolliert und die Bedienungsanleitung beachtet werden. Bei den Brandursachen steht derzeit offenes Feuer an erster Stelle, gefolgt von Elektrogeräten und Öfen. Aufgrund des Trends zu Zusatzheizungen ist aus Sicht des Experten in der Wintersaison eine Änderung der Reihenfolge zu erwarten.

Rauch- und Kohlendioxydmelder

Der designierte Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher ruft angesichts der Gefahren ebenfalls zur Verwendung geprüfter Anlagen auf und warnt vor Selfmade-Produkten. „Auch geprüfte Anlagen brauchen zudem geeignetes, trockenes Heizmaterial, richtiges Heizen und eine regelmäßige Wartung durch Fachleute“, so Staudacher. Er verweist auch darauf, dass Teelichtöfen nur punktuell Wärme abgeben und nicht für den gesamten Wohnraum geeignet sind. Zudem entstehen Abgase und eine Kohlenstoffmonoxid-Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner. „Überall, wo Verbrennungsöfen in Betrieb sind, sind Rauchwarnmelder und Kohlendioxydmelder dringend anzuraten“, so der Brandexperte.