Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
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Paraclinic: Voll abgehoben

Die passenden Leinen-Farben passend zum jeweiligen Schirm.
© WK Tirol

Die paraclinic.at in Absam gilt in der Flug- und Gleitschirmszene als die Expertin schlechthin, wenn es um komplizierte Reparaturen, Check, Trimmung und Tuning für das Equipment geht.

Der Traum vom Fliegen ist alt. Doch wir können diesen Traum inzwischen verwirklichen. Die einfachste Methode, um selbst abzuheben: Gleitschirmfliegen. Sich lautlos in die Höhe tragen zu lassen, die Welt von oben zu sehen und dabei Wind und Sonne im Gesicht zu spüren. Entspannt dahingleiten oder die Thermik und Hangaufwinde für sportliches Fliegen nutzen. Egal wofür wir uns entscheiden, die Faszination ist nicht weniger gering. Doch um auch sicher wieder am Boden zu landen, müssen Gleitschirme alle zwei Jahre einer Überprüfung unterzogen werden.

Eine wichtige Anlaufstelle ist hier die Paraclinic in Absam. „Das darf man sich wie bei einem Auto vorstellen, das jahrlich zum Pickerl muss. Das gleiche gilt für Gleitschirme, die je nach Intervall überprüft werden müssen, ob sie noch flugtauglich sind. Die Intervalle für das Packen von Rettungsfallschirmen schreiben die Hersteller in den Betriebshandbüchern der jeweiligen Schirmtypen vor. Diese Termine sollten eingehalten werden, um ein zuverlässiges und schnelles Öffnen des Gerätes zu garantieren“, erklärt Richard Edlinger, Geschäftsführer der Paraclinic.

Paraclinic: Voll abgehoben

Vielseitiges Serviceangebot

Die Bandbreite an Servicearbeiten, die in der Paraclinic angeboten werden, sind breit gefächert: von der Gleitschirmbeschriftung – hier können auch Kiteschirme- oder Ballonbeschriftungen durchgeführt werden – über „Trimm Tuning“ für die Elite des internationalen Wettkampfgeschehens. Das heißt, die Leinen müssen auch regelmäßig auf ihre Tragfähigkeit und Belastbarkeit überprüft werden, aber auch Reparaturen von „verunfallten“ Geräten. „Wir haben in unserer Werkstatt unterschiedlichste Nähmaschinen, um die verschiedenen Wünsche unserer Kunden bestmöglich erfüllen zu können“, so Edlinger, der selbst seit über 30 Jahren leidenschaftlicher Gleitschirmpilot ist.

Der gebürtige Lienzer hat den Beruf des Tischlers gelernt. Für die Tischlermeisterprüfung ist er Anfang der 2000er nach Innsbruck gekommen und sprichwörtlich „picken“ geblieben. Die Faszination und die Leidenschaft für den Flugsport hat den Osttiroler nicht mehr losgelassen. „Ich fliege seit über 30 Jahren und es begeistert mich immer wieder aufs Neue: Du nimmst diesen Rucksack, breitest ihn aus und fliegst sicher vom Berg. Das ist wie ein Flugzeug, nur in der komprimierten Form.“
Nach vielen Jahren bei einem Gleitschirmproduzenten hat Edlinger 2011 schlussendlich den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. „Mir wurde es zu eintönig und ich wollte für alle Paragleitfirmen und Piloten da sein. Als unabhängiger Checkbetrieb aller Marken können wir im Einverständnis aller Hersteller handeln.“

Richi Edlinger hat mit der „Paraclinic“ seinen Traum zum Beruf gemacht und freut sich immer über Interessierte, die gerne mitarbeiten möchten.
Richi Edlinger hat mit der „Paraclinic“ seinen Traum zum Beruf gemacht und freut sich immer über Interessierte, die gerne mitarbeiten möchten.
© WK Tirol
Gleitschirmbeschriftung: Hier können unter anderem auch Kiteschirm- und Ballonbeschriftungen durchgeführt werden.
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Rund um den Globus

Edlinger hat die Paraclinic aufgebaut und bei Null angefangen. Was er hatte: die Leidenschaft, das Wissen und viel Ehrgeiz. Der Gleitschirm-Boom war deutlich zu spüren, das Interesse am Flugsport war da und die „Paraclinic“ wurde gleich mit vielen Anfragen überrannt. So kamen die ersten Mitarbeiter dazu. Heute ist Edlinger mit vier Mitarbeiter:innen am Start. Zwar nicht am Flugplatz, aber dafür, um jährlich rund 1.200 Gleitschirme zu überprüfen und für die Sicherheit der Paragleitpiloten zu sorgen. „Mittlerweile stehen in unserer Kundendatei mehr als 4.000 Namen und es kommen täglich neue hinzu“, erzählt Edlinger erfreut. „Es wird ja rund um den Globus geflogen. Wir beliefern alle Kontinente. Gerade heute haben wir ein Paket in die USA und in den Libanon geschickt.“

Die Flugausrüstung wird immer filigraner. Leichtere Tücher, Luftprotektoren, dünnere und weniger Leinen sowie Karbonverbauungen. All diese Parameter machen Schirme empfindlicher auf äußere Einflüsse wie Stöße und Reibung. Wenn die Tage wieder kürzer werden, bietet sich die perfekte Gelegenheit sich seiner Ausrüstung zu widmen und den Gleitschirm als auch das Gurtzeug auf Mängel zu überprüfen. Für Edlinger und sein Team heißt es auch hier, immer am Puls der Flugtechnik zu bleiben und sich fortlaufend weiterzubilden: „Die Technik verändert sich ständig: Auch wir müssen up-to-date-bleiben und gehen direkt zu den Herstellern und lassen uns wieder auf den neuesten Stand der Gleitschirme bringen. Dieses Wissen kommt dann wieder unseren Kunden zugute.“

Fachkräftesuche

So wie viele Unternehmen derzeit, ist auch die Paraclinic ständig auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern, die die Gleitschirme verarzten können. Mitzubringen sind die Leidenschaft zum Paragleitsport, der Rest kann Schritt für Schritt erlernt werden: „Ich bin mit 35 Jahren als gelernter Tischler das erste Mal vor einer Nähmaschine gesessen. Das schafft man. Motivation und Präzision ist bei uns das Wichtigste.“

Weitere Informationen: paraclinic.at