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Food Waste Hero: Lebensmittel retten

Stellten das Projekt "Food Waste Hero" vor (v.l.n.r.): Franz Staggl (Obmann der Tiroler Hotellerie), LH-Stv.in Ingrid Felipe, Norbert Schöpf (WIFI-Produktmanager für Tourismus und Lebensmittelgewerbe) und Philipp Stohner (Präsident Tiroler Kochverband & Leiter von Lehrküche & GenussLabor am WIFI Tirol).
Stellten das Projekt "Food Waste Hero" vor (v.l.n.r.): Franz Staggl, Ingrid Felipe, Norbert Schöpf und Philipp Stohner.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Kostenfaktor Lebensmittelverschwendung: WIFI Tirol und United Against Waste unterstützen Betriebe bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Angesichts steigender Warenpreise ist Abfallvermeidung in Gastronomie und Hotellerie ein wichtiger Kostenfaktor. In einer neuen Ausbildung erhalten Küchenbetriebe nun Unterstützung dabei, Lebensmittelabfall einzusparen – entwickelt wurde das eLearning-Angebot vom WIFI Tirol zusammen mit der Initiative United Against Waste. Dabei werden niederschwellig und interaktiv Hintergründe und Lösungsansätze zur Lebensmittelabfallvermeidung in Tourismus-Betrieben vermittelt.

Lebensmittelabfälle vermeiden

Egal ob halb aufgegessene Gerichte, Produktionsüberschüsse oder Reste vom Buffet – viel zu oft müssen noch genießbare Lebensmittel in Gastronomie, Hotellerie oder Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen wie Kantinen oder Krankenhäusern entsorgt werden. Durch erschwerte Planbarkeit, schwankendes Gästeaufkommen und vermehrten Personalwechsel hat die Corona-Pandemie die Lage in der Branche zusätzlich verschärft. Die Zahlen sprechen für sich: In der österreichischen Außer-Haus-Verpflegung landen jährlich rund 175.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle im Müll – gemessen am Einwohneranteil landen damit in der Tiroler Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Hotellerie geschätzt rund 15.750 Tonnen genießbare Lebensmittel pro Jahr in der Abfalltonne.

„Bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen besteht akuter Handlungsbedarf, denn die Lage spitzt sich zu: Angesichts von massiven Teuerungen bei Lebensmitteln, aber auch am Energiemarkt und vor dem Hintergrund der Klimakrise dürfen wir es uns nicht mehr leisten, Ressourcen zu verschwenden und bei Lebensmittelabfällen wegzuschauen. Wir müssen von einer Wegwerfgesellschaft zu einer im Kreislauf denkenden und handelnden Gesellschaft werden.“, so LH-Stv.in Ingrid Felipe, Landesrätin für Umwelt- und Klimaschutz sowie Abfallwirtschaft.

Unterstützung und  Beratung

Neben einem Abfallmonitoring für Großküchen und einem geförderten Beratungsangebot für Gastrobetriebe, hat die branchenübergreifende Plattform für Außer-Haus-Verpflegung nun zusammen mit dem WIFI Tirol eine neue eLearning-Schulung geschaffen. „Food Waste Hero“ ist ein eLearning-Kurs, der den Teilnehmer:innen auf interaktive Art Hintergründe und Fakten zu Lebensmittelabfällen vermittelt, dabei aber auch mit vielen konkreten Tipps von Expert:innen einen Mehrwert für die Küchenpraxis bietet.

„Lebensmittelabfallvermeidung funktioniert nur, wenn alle im Küchenteam an Bord sind und die Abfallvermeidungsmaßnahmen mittragen“, weiß Philipp Stohner, Präsident des Tiroler Kochverbands und Leiter der Lehrküche & GenussLabor am WIFI Tirol. „Angesichts von Zeit- und Personalmangel ist es im Küchenalltag aber nicht immer leicht, Schulungen durchzuführen. Mit dem neuen eLearning schließen wir somit auch eine Angebotslücke und haben ein besonders niederschwelliges, zeit- und ortsunabhängiges Tool entwickelt, um Küchenpersonal zu erreichen“.

„Das Einsparpotenzial beim Warenwert durch die Reduktion von Lebensmittelabfällen ist enorm. Je nach Größe und Art der umgesetzten Maßnahmen kann ein Betrieb mehrere tausende Euro an Warenwert-Verlust im Jahr sparen“, so Franz Staggl, WK-Tirol Fachgruppenobmann Hotellerie.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Lösungswege für weniger Lebensmittelabfälle können von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ausfallen. So kann beispielsweise ein genauerer Blick auf Einkaufspraktiken in dem einen Küchenbetrieb zu weniger Lebensmittelabfall führen, während in einem anderen eine verbesserte Warenkontrolle zum Ziel führt. Auch das Überprüfen von Menüangebot, Portionsgröße und das Angebot an flexiblen Wahlmöglichkeiten sind wichtige Stellschrauben, damit weniger in der Tonne landet. Bei der Umsetzung der Maßnahmen spielen auch die Mitarbeiter:innen eine zentrale Rolle.

7 Tipps: Was Betrieb gegen Lebensmittelabfall tun können

  • Sensibilisierung: Mitarbeiter:innen zum Thema schulen
  • Erhebung: Lebensmittelabfall systematisch erheben und analysieren, um zu ermitteln, wo wieviel entsteht
  • Menüangebot und Rezepturen: Angebot und Gerichte in Hinblick auf Lebensmittelabfälle optimieren
  • Portionsgrößen: Gerichte in unterschiedlichen Portionsgrößen anbieten
  • Wählbarkeit: Gäste bei Menükomponenten wie Beilagen oder Gebäck wählen lassen
  • Am Buffet: Kleinere Gebinde verwenden und diese dafür öfters nachbestücken
  • Wiederverwertung und Haltbarmachen: Reste, sofern möglich, weiterverwerten oder für spätere Verwendung einfrieren.

5 Tipps: Was Gäste tun können

  • Je nach Hunger von der Wahlmöglichkeit bei Portionsgrößen Gebrauch machen.
  • Die Wahlmöglichkeit bei Menükomponenten Beilagen nutzen.
  • Bewusste Mengenwahl am Buffet.
  • Verständnis zeigen, falls kurz vor Küchenschluss nicht mehr alle Speisen verfügbar sind.
  • Nach einer Einpackmöglichkeit für den späteren Verzehr fragen, falls der Hunger einmal überschätzt wurde.
„Food Waste Hero“- eLearning österreichweit verfügbar beim WIFI Tirol

Beschreibung: ‚Food Waste Hero‘ ist ein eLearning-Kurs, der den Teilnehmenden auf interaktive und abwechslungsreiche Art Wissen, Ursachen und Lösungen zum Thema Lebensmittelabfall vermittelt und praktische Tools zur Lebensmittelabfallvermeidung im Küchenalltag an die Hand gibt.

Zielgruppe: für Mitarbeitende in der Gemeinschaftsverpflegung und im Tourismus zur Reduktion von Lebensmittelabfall im Küchenbetriebe.

Die Teilnehmenden erfahren…

…warum Lebensmittelabfall ein Problem ist

…wo Lebensmittelabfälle in Betrieben anfallen können

…wie man Lebensmittelabfälle im Blick behält und Ursachen identifiziert

…welche Lösungen es für die Lebensmittelabfallvermeidung gibt

…wie Nachhaltigkeit in Küchenbetrieben sonst noch umgesetzt werden kann

Die Vorteile:

  • orts- und zeitunabhängig
  • individuelles und selbstbestimmtes Lernen
  • unmittelbares Feedback durch interaktives Engagement
  • Wissenstransfer und Interaktion durch abwechslungsreiche und multimediale Inhalte (Videos, Quiz, Praxisbeispiele usw.)

Teilnehmende können das eLearning österreichweit auf Smartphones, Tabletts oder PCs/Laptop durchführen.

Dauer: 8 Lehreinheiten
Kosten für die Einzellizenz: 99,- EUR (mit Rabattierung, falls man mehr Lizenzen für mehrere Mitarbeiter:innen kauft)

Mehr Informationen: www.united-against-waste.at/food-waste-hero/ & www.tirol.wifi.at/