Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter, Barbara Traweger-Ravanelli, Geschäftsführerin des IMAD und Ulrich Mayerhofer, Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder blicken auf eine von Unsicherheit geprägte Wintersaison.
Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter, Barbara Traweger-Ravanelli, Geschäftsführerin des IMAD und Ulrich Mayerhofer, Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder blicken auf eine von Unsicherheit geprägte Wintersaison.
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Tiroler Bäder blicken auf unsichere Zeiten

Fachgruppen-GF Patrick Rauter, Barbara Traweger-Ravanelli, Geschäftsführerin des IMAD und Ulrich Mayerhofer, Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder blicken auf eine unsichere Wintersaison.
© WK Tirol

Warm oder kalt? Die Wasser- und Raumtemperaturen der Bäderbetriebe Tirols stehen auf dem Prüfstand.

Nach einer durchwegs erfolgreichen Sommersaison 2022 blicken Tirols Bäder- und Saunabetriebe nun mit einem ernsten Blick auf die kommenden Herausforderungen des Herbsts und Winters. „Über den Sommer lagen die Besucherzahlen in den Tiroler Frei- und Seebädern etwa 35 Prozent über dem Vorjahresniveau“, freut sich Ulrich Mayerhofer, Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder. Als Grund dafür nennt er vor allem die besonders warmen Temperaturen im Mai und Juni.

Allerdings dränge sich nun die Energiefrage in den Vordergrund. Alte Stromverträge der Bäder und Saunas in Tirol laufen mit Ende des Jahres aus. Teilweise kommen auf die Betrieben Verträge mit einem mehrfachen Kostenfaktor zu. „Um die Situation für unsere Mitgliedsbetriebe für das Jahr 2023 zu entschärfen, müssen möglichst zeitnah unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden“, beschreibt Mayerhofer die gegenwärtige Situation.

Energie-Sparmaßnahmen

Viele der heimischen Bäder- und Saunabetriebe hätten bereits Maßnahmen zum Energiesparen ergriffen. Durch den Einsatz von Wärmepumpen, Fernwärme und Hackschnitzelheizsystemen sei vielen Bädern und Saunas der Ausstieg aus Öl und Gas gelungen. Doch die entstehenden Kosten durch die immense Preissteigerung des Stroms, seien für die Betriebe dennoch nicht auf die Besucherinnen und Besucher umlegbar. Betriebe die mindestens 3 Prozent ihres Umsatzes in Energie investieren, sollen darum von Seiten der Politik maßgebend unterstützt werden, fordert die Fachgruppe der Tiroler Bäder.

Des Weiteren gäbe es unterschiedliche Zugänge der Betriebe zum Thema Energiesparen. Während manche Saunas über verkürzte Öffnungszeiten und das Abschalten einzelner Saunakammern nachdenken würden, gehe die Debatte bei den Hallenbädern über niedrigeren Wasser- und Raumtemperaturen, bis hin zur Stilllegung einzelner Becken. Die Mitgliederbetriebe seien sich zudem einig, die Beleuchtung etwas zu reduzieren und vollends auf LED umstellen zu wollen.

Umfrage

Barbara Traweger-Ravanelli präsentierte die von der IMAD durchgeführte Bevölkerungsbefragung zu den Bade- und Saunabetrieben in Tirol. Über 80 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler empfinden demnach Hallenbäder und Saunabetriebe als wichtige Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen. Knapp die Hälfte aller Menschen in Tirol will auch diesen Herbst und Winter wieder ein Hallenbad besuchen. Etwa jeder und jede Zehnte freut sich bereits aufs Saunieren in der Wintersaison.

Während sich etwa ein Drittel der Befragten vorstellen können, die Öffnungszeiten der Hallenbäder und Saunas als Energiesparmaßnahme zu verkürzen, sprechen sich etwa zehn Prozent für mehr Ruhetage der Betriebe aus. Allerdings sollten diese unter den Betrieben abgestimmt werden, sodass ein ganzwöchiges Angebot in den Regionen bestehen bleibt.

Erhöhung der Ticketpreise

Neun von zehn Tirolerinnen und Tiroler sprechen sich gegen eine deutliche Erhöhung der Ticketpreise als Kompensation der entstehenden Mehrkosten aus. Als weiteres absolutes „No-Go“ erachten dreiviertel der Bevölkerung eine Senkung der Wassertemperatur um 1-2 Grad Celsius in den Kinderbecken.

Um aus der Not eine Tugend zu machen, müssten die Tiroler Bäder- und Saunabetriebe nun „outside of the Box“ denken. „Sanierungsbedürftige Hallenbäder und Saunas in Tirol könnten beispielsweise die nun anstehende stromkostenintensive Zeit für dringend benötigte und auf Nachhaltigkeit abzielende Umbauten nutzen“, schlägt Ulrich Mayerhofer vor.