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Handelsschule trifft Wirtschaft

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Aaron Spörl absolviert nach der Handelsschule noch eine Lehre als IT-Techniker.
Aaron Spörl absolviert nach der Handelsschule noch eine Lehre als IT-Techniker.
Aaron Spörl absolviert nach der Handelsschule noch eine Lehre als IT-Techniker.
© WKTirol/Aaron Spörl

Viele Jugendliche stellen sich nach dem Handelsschulabschluss folgende Frage: Was nun? Aaron Spörl aus Pfunds hat sich zum Beispiel für eine Lehre als IT-Techniker entschieden.

Heute am Tagesplan: Telefondienst mit First Level support und WLAN-Montage im Nachbarort. Aaron Spörl aus Pfunds ist im dritten Lehrjahr. Er hat seine Lehre nicht mit 15, nach Ende der Schulpflicht begonnen wie die meisten. Erst nach dem Abschluss an der Handelsschule in Landeck hat er sich für eine Lehr im IT-Bereich entschieden: „Ich habe mich immer schon sehr für Technik, Copmuter und Netzwerke interessiert. So lag es eigentlich von Anfang an auf der Hand, dass ich nach der Handelsschule noch eine Lehre im IT-Bereich dranhänge“, freut sich der 19-jährige über diesen beruflichen Schritt.

Seinen ersten Arbeitstag als Lehrling hatte Aaron im August 2020, in einer pandemiegetränkten unsicheren Zeit. Für den IT-Lehrling ein Lichtblick und ein Tag, den er nie vergessen wird: „Ich habe mich so gefreut, dass ich bei Dietmar Dollnig in Prutz anfangen konnte. Ich habe dort schon geschnuppert und das Mitarbeiterklima war von Anfang an richtig super.“  Für den Unternehmer ein absoluter Volltreffer. Durch den Abschluss an der Handelsschule hat Aaron schon einige Erfahrung und ein gutes Vorwissen. „Mit diesem Alter bzw. dieser Ausbildung können Lehrlinge schneller in den betrieblichen Alltag integriert werden“, erklärt Dollinger und fügt an: „Sie können viel früher diverse Arbeiten selbstständig und in Eigenverantwortung übernehmen.“

Praxisnahe Ausbildung

Die Handelsschulen bereiten Absolvent:innen auf die Ausübung von qualifizierten Berufen in allen Zweigen der Wirtschaft und der Verwaltung vor. Durch die praxisnahe Ausbildung, unter anderem auch durch die Arbeit in Übungsfirmen, erwerben die Absolvent:innen der HAS sowohl Fachkompetenz, als auch Schlüsselqualifikationen, die für eine Bewältigung der beruflichen Anforderungen entscheidend sind. „Das Verständnis für gewisse Arbeitsabläufe und die Zuverlässigkeit sind im Alter von HAS-Absolvent:innen einfach ausgeprägter. Die Ausbildung und die Führung von Lehrlingen ist für mich als Unternehmer dadurch erheblich leichter – vor allem da wir nur ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern sind.“

Die HAS-Schüler absolvieren auch ein Pflichtpraktikum. Dies dient der Ergänzung und Vertiefung der in den Unterrichtsgegenständen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in einem Unternehmen oder einer Organisation und ist in der Handelsschule im Ausmaß von 150 Stunden zu absolvieren. Durch diese Innovation rückt die Handelsschule noch näher an die Praxis heran. Durch die Möglichkeit einer verkürzten Lehrzeit werden auch Fachausbildungen in gewerblichen Lehrberufen realistisch. Denn es gibt die Möglichkeit sich mit einer zusätzlichen Lehre in speziellen kaufmännischen Berufen wie zum Beispiel einer Bank oder Versicherungen, zu vertiefen.

„Meine Lehrzeit wurde von vier auf drei Jahre verkürzt, das ist großartig. Mich hat die Handelsschule perfekt auf das Berufsleben vorbereitet“, freut sich Aaron. „In meinem jetzigen Lehrberuf mache ich genau das, was ich immer machen wollte: ich habe mit Menschen und mit Technik zu tun. Eine absolut geniale Mischung.“ Auch für den Lehrherren Dietmar Dollnig ist die Kooperation von Handelsschulen und Wirtschaftskammer überaus ansprechend, um auch künftig vermehrt Absolventen der Handelsschule als Lehrling aufzunehmen: „Ich kann dieses Ausbildungsmodell auch anderen Unternehmen wärmstens empfehlen. Es ergeben sich bei HAS-Absolvent:innen nur Vorteile“.

Vielfältige Möglichkeiten

So wird künftig auch daran gearbeitet HAS-Schüler der 2. Klassen schon frühzeitig mit den Möglichkeiten einer Lehre nach dem Abschluss durch das Bildungsconsulting der Tiroler Wirtschaftskammer vertraut zu machen. Auch Schnuppertage in den Betrieben und Exkursionen sollen den Schüler helfen, die richtige Entscheidung für sich zu treffen. Denn eine Lehre hat nach wie vor goldenen Boden und ist das Sprungbrett für die spätere Selbstständigkeit.  „Es sind nach dem HAS-Abschluss alle Türen offen. Ich kann allen Abolvent:innen nur raten es einfach mit einer Lehre zu probieren. Ein HAS-Abschluss und die Lehrabschlussprüfung mit verkürzter Lehrzeit – besser geht es eigentlich nicht“, freut sich der Hobbyradler Aaron abschließend und motiviert künftige Absolvent:innen der Handelsschulen.

Weitere Informationen: tirol-bildung.at