WK-Präsident Christoph Walser
WK-Präsident Christoph Walser
Kommentar

Kein Sommer wie damals

© WK Tirol/Foto Frischauf

„Mittel- und langfristig hilft nur eines: Wir müssen unsere erneuerbaren Energiequellen ausbauen“, weiß WK-Präsident Christoph Walser.

Nach zwei Jahren Pandemie haben sich schon alle auf die Rückkehr eines „Sommers wie damals“ gefreut. Doch es kam anders. Die Corona-Welle rollt schon wieder und Energiepreise, Lieferengpässe und Personalmangel sorgen für hohe Unsicherheit. Trotzdem können wir den Sommer gut nutzen, um uns für die kommenden Monate vorzubereiten. Denn einiges haben wir in der Zwischenzeit gelernt:

Mit Corona leben ist besser als gegen Corona zu leben. Das Stichwort in diesem Zusammenhang lautet: Augenmaß. Die Betriebe haben in den vergangenen beiden Jahren bewiesen, dass sie mit professionellen Sicherheits- und Präventionskonzepten einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten können. Lockdowns sind in der Zukunft definitiv kein taugliches Mittel mehr.

Eigene Energie ist besser als wackelige Unsicherheit. Putins Gas-Roulette hat uns auf dem linken Fuß erwischt. Kurzfristig muss alles unternommen werden, um die Gasspeicher aufzufüllen und die Planungssicherheit für den Herbst und Winter zu erreichen. Dazu gehört auch, dass jeder einzelne Energie sparen muss, wo es möglich ist. Mittel- und langfristig hilft nur eines: Wir müssen unsere erneuerbaren Energiequellen ausbauen. Für Tirol betrifft das in erster Linie die Wasserkraft. Wer jetzt noch nicht verstanden hat, dass der Widerstand gegen jedes einzelne Wasserkraftwerk letztendlich dem Klima schadet, dem ist nicht mehr zu helfen.

WK-Präsident Christoph Walser

Die Unternehmen sind Weltmeister im Improvisieren. Wann immer die Betriebe Spielräume vorfinden, nutzen sie diese auch und erzielen dadurch in scheinbar aussichtslosen Lagen erstaunliche Lösungen. Die Politik muss diese Tugend nutzen und die Kraft innovativer Lösungen freisetzen, indem bürokratische Hürden auf das unbedingt notwendige Minimum zurückgefahren werden.

Regional ist stärker als global. Global ist fragil. Sobald Schwierigkeiten auftreten, erfolgt eine Bremsung von hundert auf null. Bei regionalen Wirtschaftskreisläufen ist das anders: Sie sind robust, verlässlich, nachhaltig, sie garantieren kurze Wege und sichern Arbeitsplätze sowie Steuerleistung im eigenen Land. (Weitere Infos: WK-Tirol Kampagne „Ja zu Tirol“)

Die Politik muss bei ihren Weichenstellungen für den Herbst diese Tatsachen berücksichtigen. Die WK Tirol wird im Vorfeld der Landtagswahlen einen umfassenden Katalog erstellen, in dem konkret aufgelistet wird, welche Maßnahmen die Betriebe jetzt brauchen. Je näher die politischen Rahmenbedingungen an den Anforderungen der Tiroler Unternehmen dran sind, umso besser wirken sie. Das beschleunigt die Erholung und führt hoffentlich dazu, dass wir in absehbarer Zeit doch wieder einmal einen „Sommer wie damals“ erleben werden.

E christoph.walser@wktirol.at

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