Ein Festival für die Lehrberufe

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Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen aus dem Bezirk Kufstein nutzten beim Berufs-Festival die Gelegenheit und durften einfache Arbeitsschritte an Modellpuppen vornehmen.
Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen aus dem Bezirk Kufstein nutzten beim Berufs-Festival die Gelegenheit und durften einfache Arbeitsschritte an Modellpuppen vornehmen.
Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen aus dem Bezirk Kufstein nutzten die Gelegenheit und durften einfache Arbeitsschritte an Modellpuppen vornehmen.
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Unternehmerinnen und Unternehmer sowie zahlreiche Jugendliche zeigten großes Interesse am Berufs-Festival der WK Kufstein.

Die rund 800 Schülerinnen und Schüler aller 3. Mittelschul-Klassen des Bezirks Kufstein tauchten vom 21. bis zum 23. Juni in der WK-Bezirksstelle Kufstein in die Arbeitswelt ein. Das seit vielen Jahren bestehende Berufsfestival begeisterte neben den Jugendlichen auch die Unternehmerinnen und Unternehmer. Mit 31 Betrieben, nahmen so viele Unternehmen wie nie zuvor die Möglichkeit wahr, ihre Lehrberufe und ihre Firma zu präsentieren.

„Wer nur im Büro sitzt, darf sich nicht wundern, wenn sich keine Lehrlinge bei ihm bewerben. Man muss den Lehrberuf und sein Unternehmen attraktiv präsentieren und Einladungen, wie die zum Berufs-Festival der WK Kufstein, annehmen.“ Christoph Grasl, Geschäftsführer von Fliesen Kachelofen Ewald Grasl, ist einer von insgesamt 31 Unternehmen, die heuer am Berufsfestival teilnehmen. Der Kufsteiner Unternehmer ist dabei ein „Berufs-Festival-Urgestein“ und weiß wovon er spricht. Neben ihm steht am Infostand nämlich sein Lehrling Elias Rosic, der auf den Betrieb vor vier Jahren bei eben diesem Berufs-Festival aufmerksam wurde.

„Ich erinnere mich noch gut daran. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht recht, wie es nach der Mittelschule weitergeht. Es gab die Überlegung, weiter in die Schule zu gehen, doch dann kam ich zum Stand von Christoph Grasl. Ich war sofort von dieser Arbeitswelt fasziniert“, blickt der Kundler zurück. Während der Polytechnischen Schule folgte sein erstes Praktikum bei Christoph Grasl. Die Chemie stimmte und Elias startete bei dem auf Fliesen und Kachelöfen spezialisierten Kufsteiner Unternehmen durch. „Elias ist bereits der zweite Lehrling, der über das Berufs-Festival zu uns fand. Für mich der Beweis, dass sich der Einsatz lohnt.“ Christoph Grasl ist mit seiner Einstellung und seinen Erfahrungen nicht allein. So viele Unternehmen wie nie meldeten sich heuer bei der Wirtschaftskammer Kufstein, um am Berufs-Festival teilzunehmen.

Schulqualitätsmanagerin Andrea Weiskopf, WK-Bezirksobmann Manfred Hautz und WK-Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Patrick Schönauer mischten sich auch unter die Schülerinnen und Schüler an den Unternehmensständen.
Schulqualitätsmanagerin Andrea Weiskopf, Bezirksobmann Manfred Hautz und WK-Bezirksstellenleiter-Stv. Patrick Schönauer mischten sich unter die Schülerinnen und Schüler.
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Handwerkliches Geschick zeigten so manche Schülerinnen und Schüler beim Fliesenlegen am Stand der Platten- und Fliesenleger.
Handwerkliches Geschick zeigten so manche Schülerinnen und Schüler beim Fliesenlegen am Stand der Platten- und Fliesenleger.
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Breites, vielfältiges Teilnehmerfeld

„Wir sehen diese Veranstaltung als eine erste Orientierungsmöglichkeit für Jugendliche. Im Herbst starten sie in ihr letztes Jahr an der Mittelschule und damit kommt die Zeit der Berufs-Entscheidung. Vielen ist gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten direkt vor ihrer Haustüre auf sie warten, welche Lehrberufsvielfalt unser Bezirk bietet. Genau hier setzt das Berufs-Festival an“, so Schulqualitätsmanagerin Andrea Weiskopf. Jeweils in 6er-Gruppen tauchen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Veranstaltung in insgesamt 16 Lehrberufe ein, die an jeweils einem Stand von den Unternehmen vorgestellt werden. Pro Stand und Beruf sind dabei acht Minuten vorgesehen. Begleitet wird jede Gruppe von einem Guide, eine Schülerin oder ein Schüler der Berufsschule.

„Was uns als WK freut, ist das hohe Interesse der Unternehmen. Noch nie hatten wir so ein breites, vielfältiges Teilnehmerfeld. Man spürt deutlich das Engagement, das der Arbeitskräfte- und Lehrlingsmangel auslöst. Die Unternehmerinndn und Unternehmer werden aktiv und warten nicht mehr einfach drauf, dass sich jemand bei ihnen bewirbt“, betont Bezirksobmann Manfred Hautz. Besonders auffällig für Bezirksstellen-Stellvertreter Patrick Schönauer: „Heuer sind erstmals seit langem zwei Friseurbetriebe dabei, auch die Gastronomie ist stark vertreten. Und mit der Biometzgerei Juffinger ist erstmals überhaupt ein Fleischverarbeiter mit an Bord. Mit fünf Unternehmen aus dem Bereich Mechatronik, ist diese Branche eindeutig am stärksten vertreten. Der Unternehmerandrang war sogar so groß, dass wir gleiche Lehrberufe an den drei Tagen durch verschiedene Firmen vorstellen lassen, um jedem interessierten Betrieb die Teilnahme zu ermöglichen.“

Berufs-Festival ist erst der Start

Um neben den Jugendlichen auch die Eltern mit ins Lehrlingsboot zu holen, veranstaltete die WK-Bezirksstelle Kufstein im Rahmen des Berufs-Festivals in Rattenberg und Kufstein einen eigenen Elternabend, bei dem über die Lehre als hochwertige Berufszukunft informiert wurde. „Das Berufs-Festival bietet ein erstes Hineinschnuppern. Im Herbst geht es mit unserem Berufs-Shuttle weiter. Dann können die Jugendlichen direkt bei den teilnehmenden Betrieben den nächsten Einblick in die Berufswelt gewinnen.“

Das Berufs-Festival machte auch Halt in Innsbruck, Lienz und Schwaz:

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