Sieger des TINIP 20222 sind Laurenz Lindner, Leonhard Graiff und Simon Seyrling von der HTBLVA Anichstraße.
Sieger des TINIP 20222 sind Laurenz Lindner, Leonhard Graiff und Simon Seyrling von der HTBLVA Anichstraße.
Aktuelles

Nachwuchs-Tüftler erfinden Raupenfahrzeug 3.0

Sieger des TINIP 20222 sind Laurenz Lindner, Leonhard Graiff und Simon Seyrling von der HTBLVA Anichstraße.
© WK Tirol

Zum 13. Mal wurde der Tiroler-Nachwuchs-Ingenieur-Preis TINIP verliehen. Ausgezeichnet wurden Arbeiten aus den Maturajahrgängen 2021/22 der Tiroler HTL und artverwandter technischer Schulen.

„Der TINIP holt kreative und ambitionierte Schülerinnen und Schüler auf die Bühne, die Großartiges geleistet haben. Wettbewerbe sind eine gute Gelegenheit, Schüler zu Höchstleistungen zu motivieren und diese einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Damit wird die enorme Bedeutung der HTL als Ausbildungsschiene für höherqualifizierte technische Berufe deutlich“, eröffnete Peter Seitz, Fachgruppenobmann der Ingenieure in der Tiroler Wirtschaftskammer, die TINIP Preisverleihung.

Dietmar Hernegger, Obmann der Sparte Information und Consulting, fügt an: „Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert, aber eines ist gleich geblieben: der Enthusiasmus, die Motivation und der Wille der Absolventinnen und Absolventen. Das gibt einen positiven Blick in die Zukunft, denn die Tiroler Unternehmer können sich auf großartige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen. Das gibt Mut und neuen Schwung für die Tiroler Wirtschaft.“ Der Tiroler-Nachwuchs-Ingenieurpreis, kurz TINIP, wurde von der Fachgruppe Ingenieurbüros der Tiroler Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat und den HTL initiiert, um die Vernetzung von Wirtschaft und Schule zu fördern. Die Projekte wurden in fünf Kategorien eingereicht.

Sieger des TINIP 2022

Leonhard Graiff, Laurenz Lindner und Simon Seyrling von der HTBLVA Anichstrasse in Innsbruck sind die Sieger des TINIP 2022. Die drei Schüler haben in der Kategorie Maschinenbau/Fertigungstechnik/Kunststofftechnik ein Raupenfahrzeug konstruiert, das teils vollautomatisiert funktioniert. Die Firma Mattro GmbH stellt vollelektrische Antriebssysteme auf Raupen, hauptsächlich für den Einsatz im schwierigen Gelände unter teils extremen Witterungsverhältnissen her. Standardmäßig wird das Raupenfahrzeug „Rovo“ mit einer Fernsteuerung ausgeliefert. Obwohl der Rovo teils selbstständig fahren kann, braucht es einen Mitarbeiter, der das Fahrzeug an den Ladestecker an- bzw. absteckt.

Die drei Schüler haben deshalb eine Vorrichtung konzipiert, konstruiert und einen Prototyp gebaut, der es ermöglicht, den Steckvorgang automatisiert durchzuführen. Der TINIP-Juryvorsitzende, Klaus Vogler von der Bildungsdirektion Tirol, gratulierte begeistert: „Ein Projekt, das sich abhebt. Unser Ziel, Schule mit Wirtschaft zu verbinden, zeigt hier Vorbildwirkung. Das Konzept ist sehr nah an der Realität – praktische und wirtschaftliche Umsetzung stehen im Vordergrund. Theorie und Praxis gehen hier Hand in Hand, ein bestehendes System das wandelbar gemacht und um ein technisches System erweitert wurde. Herzliche Gratulation dazu.“

Die TINIP-Sieger gemeinsam mit allen Kategorie-Gewinnern bei der Gala.
Die TINIP-Sieger gemeinsam mit allen Kategorie-Gewinnern bei der Gala.
© WK Tirol

TINIP-Nominierte in den weiteren Kategorien sind:

Kategorie Tiefbau

Florian Beer und Silvio Klimmer von der HTL Imst mit ihrem Projekt „Lawinenablenkdamm Gscheidbach“. Das Gscheidbachtobel liegt in Feichten im Kaunertal. Das 2er-Team hat hier einen Ablenkdamm konstruiert, um den Ortsteil Grasse vor Lawinen zu schützen.

Kategorie Hochbau/Gebäudetechnik/Wirtschaftsingenieure

Paul Steurer und Jakob Batlogg von der HTL-Imst mit ihrem Projekt „Gemeindezentrum und Wohnungsbau“ in der Vorarlberger Gemeinde Stallehr. Dort soll im Dorfkern ein nicht mehr genutzter Fußballplatz effizient bebaut und genutzt werden. Im Entwurf wurden ein neues Gemeindeamt, ein Nahversorger, ein Co-Workingspace, Wohnungen, eine Tiefgarage und ein Dorfplatz geplant.

Kategorie Chemie/Design/Optometrie/Biomedizin

Antonia Pecha und Julia Ripper von der HTL Bau und Design in Innsbruck mit der „Analyse und Anwendungsverfahren der historischen Enkaustikmalerei“. Im Zuge dieser Abschlussarbeit wurde das Mysterium um die historische Enkaustikmalerei erforscht und durch malerische Versuchsreihen auf die Probe gestellt.

Kategorie Elektrotechnik/ Elektronik/ Mechatronik/ Informatik

Tobias Thaler und Lucas Haselsberger von der HTL Jenbach mit der Erstellung einer End-of-Line-Anlage mit kollaborierendem Roboter und Kamerainspektion. Am Beispiel einer Autotür-Innenverkleidung wurden verschiedene Bestandteile wie Knöpfe für Fenster und Sitze überprüft.

Sonderpreis

Melchior Wachter und Mathias Schärmer von der HTL Imst mit ihren Instrumenten und Möbeln für Musiker:innen. Es wurden ein Büchel, ein Blechblasinstrument aus Holz, das im Aufbau einer Trompete ähnelt, mittels CNC-Technik kombiniert mit dem Drechseln erstellt. Die Töne werden bei einem Büchel mittels Schwingungen der Lippen erzeugt. Auch eine E-Gitarre aus Holz wurde in Handarbeit und funktionsfähig hergestellt. „Holz ist ein sehr schwieriger Werkstoff. Die beiden Schüler haben sich mit so viel Liebe zum Detail und zur Musik mit diesen schwierigen Instrumenten auseinandergesetzt. Die Idee und Umsetzung war perfekt und sehr praktikabel“, erklärt Juryvorsitzender Vogel die Entscheidung zu einem Sonderpreis.

Insgesamt wird von der Jury je Kategorie ein Projekt nominiert. Diese TINIP-Nominierten erhalten neben der Nominierungsurkunde jeweils einen Preisgeldscheck in Höhe von 1.000 Euro. Der TINIP-Sieger erhält neben der Siegerurkunde zusätzlich noch einmal 1.000 Euro Preisgeld.

Weitere Informationen unter: www.ingenieurbueros.at