Symbolbild Tourismus in Tirol
Symbolbild Tourismus in Tirol
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Sehnsucht nach den Bergen

Das Angebot des Tourismuslandes Tirol wird von Gästen und Einheimischen mit Begeisterung genutzt. Die Buchungslage ist in vielen Betrieben ausgezeichnet und macht Hoffnung auf eine „normale“ Sommersaison.
© Reiter Philipp

Der Tourismus hat zwei schwere Jahre überstanden. Jetzt ist der Blick nach vorne gerichtet. Der hohe Stammgäste-Anteil ist ein Beleg für die Qualität.

Trotz extrem schwieriger Bedingungen hat die Tourismuswirtschaft die Wintersaison zufriedenstellend abgeschlossen. Es gab zwar im Vergleich zur letzten Vor-Corona-Saison minus 24 % bei den Nächtigungen, aber bei der Wertschöpfung nur einen Rückgang von 20 %. Das ist ein klarer Beleg für die Entwicklung hin zur Qualität und angesichts der Umstände ein lupenreines „Comeback“ des Tiroler Tourismus.

„Wichtiger als der Blick in den Rückspiegel ist allerdings die Sicht nach vorne. Das Tal des Jammerns ist vorbei und wir brauchen jetzt wieder Optimismus in der Branche. Ein funktionierender Tourismus leistet einen wichtigen Beitrag für den Wohlstand und das Zusammenleben in unserem Land“, so Spartenobmann Mario Gerber. Das Ergebnis der vergangenen Saison zeige, dass sich die Tiroler Tourismusbetriebe auch unter widrigen Bedingungen auf ihre Gäste verlassen können. Die Tiroler Tourismusunternehmen haben mit 74 % einen außergewöhnlich hohen Anteil an Stammgästen.

Mario Gerber, Spartenobmann Tourismus
Spartenobmann Mario Gerber

Auch die WK-Konsumentenbefragung enthält positive Signale: Die Bevölkerung hat zwar angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage vor, bei vielen Konsumausgaben zu sparen – mit nur 20 % der Befragten ist der Bereich Urlaub jedoch am wenigsten betroffen. Studien belegen, dass das in den Nachbarländern gleich gesehen wird. „Die Sehnsucht nach den Bergen ist ungebrochen, die Lust am Reisen ist zurück – und zwar sowohl bei heimischen als auch bei internationalen Gästen. Diesen Trend bestätigen auch die Betriebe in Hinsicht auf ihre aktuellen Buchungsanfragen“, so Mario Gerber. Das Reisemotiv Nummer 1 ist Erholung. „Unsere Weichenstellungen in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen die Entwicklung des Tiroler Tourismus. Unsere Gäste suchen naturnahe, hochqualitative Urlaubserlebnisse – und finden diese bei unseren Tourismusbetrieben“, betont Gerber.

Mitarbeiter gesucht

Eine große Herausforderung liegt für den Spartenobmann im Fachkräftemangel, der wie in allen Branchen auch in der Tiroler Tourismuswirtschaft zu spüren ist. Die Touristiker gehen dieser Aufgabe aktiv an und agieren auf mehreren Ebenen. Die Betriebe investieren massiv in Personalhäuser, bieten maßgeschneiderte Arbeitszeitmodelle, Bonuskarten und attraktive Aufstiegschancen. „Schlechte Arbeitsbedingungen sind ein Märchen von gestern. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie heutzutage aus zig Angeboten wählen können, haben schwarze Schafe gar keine Chance, Personal zu bekommen“, betont Gerber.

Auch die Tirol Werbung erweitert ihr Aufgabengebiet über die Gäste hinaus in Richtung potenzieller Mitarbeiter:innen. „Natürlich wollen wir weiterhin Tirolerinnen und Tiroler für Berufe im Tourismus begeistern“, erklärt Mario Gerber, „aber wo das nicht möglich ist, müssen wir über die Grenzen hinaus denken.“ Daher soll qualifiziertes Personal aus EU-Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, etwa aus Portugal oder Spanien, für einen Arbeitsplatz in Tirol motiviert werden. Auch das Saisonierskontingent müsse von derzeit 850 Personen aufgestockt und die Rot-Weiß-Rot-Card ausgebaut werden, fordert Mario Gerber.

Kundenorientierung

Der Spartenobmann ist überzeugt, dass die Touristiker die anstehenden Problemstellungen lösen können, und zwar aus zwei Gründen: „Zum einen, weil die Tiroler Tourismusbetriebe schon immer höchst innovativ waren und mutig neue Wege gegangen sind. Zum anderen, weil sie es gewohnt sind, als Gastgeber:innen zuzuhören – den Gästen genauso wie ihren Mitarbeiter:innen. Wer zuhört, richtet sein Angebot an den Anforderungen aus – und genau das machen wir Tag für Tag“, betont Gerber.

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