E-Mobilität: Online-Ratgeber für Unternehmen

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Symbolbild E-Mobilität
Symbolbild E-Mobilität
Die Dynamik am Sektor E-Mobilität ist enorm. Sämtliche namhafte Hersteller bringen laufend neue Modelle auf den Markt.
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Vier von fünf Elektrofahrzeugen in Österreich werden von Unternehmen gekauft. Ein neuer Online-Ratgeber geht auf unternehmerische Fragestellungen bei der Umrüstung des Fuhrparks auf E-Mobilität ein.

Über Elektrofahrzeuge reden viele. Die Unternehmer reden nicht nur, sie handeln: Vier von fünf Elektroautos in Österreich werden als Betriebsfahrzeuge gekauft. Weil mit der schrittweisen Umrüstung des Fuhrparks auf E-Kfz eine Reihe komplexer Fragen verbunden ist, bietet die Wirtschaftskammer einen eigenen Online-Ratgeber als Entscheidungshilfe (ratgeber.wko.at/emobilitaet). „Das ist der einzige Ratgeber im Bereich Elektromobilität, der auf die spezifischen Anforderungen der Unternehmer maßgeschneidert ist“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Für die Erreichung der Klimaziele, der Mobilitäts- und Energiewende ist eine Umrüstung des Wirtschaftsfuhrparks auf umweltfreundliche Fahrzeuge unumgänglich.

„Die Unterstützung der Mitgliedsbetriebe ist der Tiroler Wirtschaftskammer bei diesem Thema ein großes Anliegen“, so der WK-Präsident. Die Dynamik am Sektor E-Mobilität ist enorm. Sämtliche namhafte Hersteller bringen laufend neue Modelle auf den Markt. Während bisher vor allem Elektro-Pkw als Dienstwägen etwa für Außendienstmitarbeiter eine beliebte Alternative darstellten, wird zunehmend auch das Angebot für Lieferfahrzeuge interessant. Es geht hier um Kombis und die sogenannte Sprinter-Klasse, die besonders von Handwerksbetrieben eingesetzt wird. Die Reichweite von rund 300 Kilometern ist für die Anforderungen lokaler Firmen inzwischen ausreichend und ersetzt dadurch vollwertig Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Rebecca Kirchbaumer, Obfrau der Sparte Transport & Verkehr in der WK Tirol
Rebecca Kirchbaumer

Klick für Klick zur E-Mobilität

Die Wirtschaftskammer Tirol hat selbst bereits mehrere E-Fahrzeuge im Einsatz. Als Transportunternehmer hat Christoph Walser auch in seinem eigenen Betrieb einen Elektro-Lkw in Betrieb und kennt daher die Vorteile von umweltfreundlichen Fahrzeugen. „Der neue Online-Ratgeber im Verkehrsbereich bietet eine Menge an nützlichen Informationen und unterstützt unsere Unternehmen optimal bei der Mobilitätswende.“

Das Online-Tool ist speziell auf kleine und mittlere Betriebe zugeschnitten. Sie werden Klick für Klick durch die Thematik geführt: Von grundlegenden Erklärungen zur Umstellung, zu E-Antrieben und zur Ladeinfrastruktur über Leistungsanforderungen und Förder-Informationen bis hin zur Übersicht über alle E-Fahrzeuge, die derzeit verfügbar sind – einschließlich Nutz- und Transportfahrzeuge. Auch die wirtschaftlichen Vorteile einer Umstellung werden aufgelistet – steuerliche Ersparnis, geringere Kosten bei Wartung und Betrieb sowie E-Mobilitätsförderungen. Teil des Online-Ratgebers ist auch eine Schnellanalyse der Fahrzeugnutzung im Betrieb. Daraus errechnen sich dann der individuell benötigte Energiebedarf und die benötigte Anzahl der Ladepunkte.

Vorteile bei Wartung, Betrieb und Versicherung

In der Wartung sind E-Fahrzeuge im Mittel um bis zu 30 % günstiger als Fahrzeuge mit herkömmlicher Antriebstechnologie. Auch wenn im direkten Vergleich oftmals das E-Fahrzeug in der Anschaffung teurer ist als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, ist bei der Gesamtbetrachtung der Kosten das E-Fahrzeug deutlich kostengünstiger.

  • Das beinhaltet neben dem Entfall von Schmierstoffen auch die weitaus geringere Abnutzung des Bremssystems (Rekuperationsbremse). Ebenso entfallen beim E-Fahrzeug die Kupplung und alle Wartungsteile rund um den Verbrennungsmotor.
  • Der Elektromotor ist de facto wartungsfrei und für die Akkus werden, je nach Hersteller, Garantieleistungen zwischen 100.000 und 240.000 Kilometer angeboten. Die Garantieleistungen sind in der Regel eine Kombination aus Zeit und Kilometerleistungen.
  • Je nach Bundesland kostet eine kWh Strom (Haushalt) durchschnittlich zwischen 15 und 21 Cent. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometer ergeben sich daraus Kosten in der Höhe von 4,2 Euro auf 100 Kilometer. Diese Kosten sind mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor nicht zu erreichen.
  • Der Vergleich der Versicherung zahlt sich aus. Bis zu 10 Prozent Kostenvorteil sind beim E-Fahrzeug möglich.

Nähere Infos: ratgeber.wko.at/emobilitaet

Entscheidender Faktor Ladestationen

Die Praxistauglichkeit von E-Fahrzeugen hängt entscheidend davon ab, ob das Aufladen reibungslos funktioniert. Egal ob am Betriebsgelände, in öffentlichen Garagen oder auf öffentlichen Ladeplätzen: Die Frage nach der passenden Ladeinfrastruktur steht derzeit für viele Unternehmen, die über die Umrüstung ihres Fuhrparks nachdenken, an oberster Stelle.

„Um die Mobilitätswende zu schaffen, braucht es nicht nur geeignete Fahrzeuge, sondern auch eine flächendeckende Ladeinfrastruktur“, betont Christoph Walser. Spartenobfrau Rebecca Kirchbaumer sieht vor allem in einem zügigen Ausbau einer landesweiten Ladeinfrastruktur den Schlüssel zum Erfolg bei der angestrebten Umstellung im Verkehr. „Nur eine lückenlose Ladeinfrastruktur wird Betriebe überzeugen, dass E-Mobilität eine Zukunft hat. Eine Zukunft, in der sich E-Mobilität wirtschaftlich rechnet und konkurrenzfähig ist,“ so Kirchbaumer.

Attraktive Förderungen

Präsident Christoph Walser weist darauf hin, dass das Klimaschutzministerium 167,2 Millionen Euro für das Jahr 2022 für die Förderung der E-Mobilität in Österreich zur Verfügung stellt. Rund die Hälfte davon wird aus Mitteln des Corona-Wiederaufbaufonds der Europäischen Kommission beigesteuert. Dieses Geld gilt es nun abzuholen. „Nützen Sie die Förderungen der E-Mobilitätsoffensive in diesem Jahr zum Umstieg auf emissionsfreie Autos in ihrem Betrieb“, so sein Rat an die Wirtschaftstreibenden, „denn das verschafft Pluspunkte bei Ihren Kunden und hilft dem Klima!“

Weitere Informationen: ratgeber.wko.at/emobilitaet

Steuerliche Vorteile von E-Fahrzeugen
  • Reine Elektrofahrzeuge sind sowohl von der NoVA als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen.
  • Für die Privatnutzung von rein elektrischen Firmenfahrzeugen fällt der Sachbezug (von 1,5 bis 2 Prozent, je nach Fahrzeug) auf null. Zusätzlich gilt auch für private E-Fahrzeuge, die beim Arbeitgeber unentgeltlich geladen werden, dass kein Sachbezug vorliegt, sofern der Strombezug am Abgabeort gratis ist.
  • Rein elektrische Pkw sind vorsteuerabzugsfähig, wenn sie als Firmenfahrzeug angeschafft werden (d.h. zumindest zu 10 Prozent für das Unternehmen genutzt werden und die Luxusgrenze nicht überschritten wird).
  • Für reine Elektrofahrzeuge besteht auch die Möglichkeit anstatt der linearen Abschreibung eine degressive Abschreibung von 30 Prozent vorzunehmen (Wahlrecht).

Nähere Infos: ratgeber.wko.at/emobilitaet