Forderung nach beschleunigtem Bahnausbau

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Christoph Walser (Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer), Christian Moser (Präsident der UECC - Union europäischer Industrie- und Handelskammern) und Davor Sertic (Obmann der Sparte Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien) (v.r.).
Christoph Walser (Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer), Christian Moser (Präsident der UECC - Union europäischer Industrie- und Handelskammern) und Davor Sertic (Obmann der Sparte Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien) (v.r.).
© WK Tirol/Die Fotografen

Die UECC macht Druck für den Ausbau des grenzüberschreitenden Hochleistungs-Schienennetzes. Eine Resolution definiert die Voraussetzungen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.

Die UECC – die Union europäischer Industrie-, Handels- und Wirtschaftskammern für Verkehrsfragen – führte ihre heurige Frühjahrstagung in Innsbruck durch. Einen zentralen Bestandteil der Tagung stellt das Ergebnis der Arbeitsgruppe Verkehr dar. In einer gemeinsamen Resolution drängt die UECC auf die rasche und entschlossene Umsetzung des wichtigsten und längsten der neun TEN-T Schienenverkehrs-Korridore Europas, des Scandinavian-Mediterranean-Korridors. Dieser Scan-Med-Korridor führt mit 4.858 km von Helsinki bis Valletta durch die bevölkerungsstarken mitteleuropäischen Kerngebiete.

„Die in der UECC zusammengeschlossenen Industrie-, Handels- und Wirtschaftskammern fordern von den politisch verantwortlichen Personen, Gremien und Institutionen volle Unterstützung, um die noch vorhandenen Lücken am Scan-Med-Korridor rasch zu schließen, den Bau von Terminals und Umschlagsanlagen sowie den Ausbau der digitalen Services zu forcieren und die Inbetriebnahme dieses alpenquerenden Hochleistungsschienennetzten deutlich zu beschleunigen“, erklärt der Präsident der UECC, Christian Moser, der auch der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich ist.

Terminals als Knotenpunkte

Der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Christoph Walser, unterstreicht diese Forderung und weist auf den raschen Bau der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel, dem Herzstück des Scan-Med-Korridors, hin. Darüber hinaus ist für Walser unumgänglich, den Neu- und Ausbau von Terminals zu forcieren: „Terminals stellen die Knotenpunkte der Bahn mit anderen Verkehrsträgern wie Häfen oder Straßen dar. Damit die Hochleistungsnetze die gewünschte Effektivität erzielen, müssen sämtliche Elemente innerhalb der gesamten Logistikkette reibungslos funktionieren. Die Verlagerung von der Straße auf die Schiene kann nur gelingen, wenn diese Drehkreuze für den Umschlag von Waren entsprechend leistungsfähig sind.“

Walser betont, dass neben dem Ausbau von Großterminals entlang der europäischen Hochleistungsnetze auch regionale Terminals errichtet werden müssen, damit kleinere Volkswirtschaften an die TEN-Korridore angebunden werden und so einen Beitrag zur Verkehrsverlagerung leisten können.

UECC-Mitglied Davor Sertic, der als Spartenobmann der WK Wien ein ausgewiesener Experte im Bereich Transport und Verkehr ist, ordnet die Forderungen in den größeren verkehrspolitischen Zusammenhang ein. Die Umsetzung des Green Deals fordert von der europäischen Verkehrswirtschaft deutlich mehr als eine Halbierung der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030. „Dabei leistet die Schaffung eines europäischen Hochleistungsschienennetzes einen spürbaren Beitrag. Damit einher gehen multimodale Logistikketten aller Verkehrsträger, die Umrüstung der Fahrzeugflotten auf emissionsfreie Antriebstechnologien und der optimierte Einsatz von innovativen digitalen Serviceleistungen“, betont Sertic.

Zusammenfassend enthält die Resolution der UECC vier zentrale Forderungen:

  1. Planung, Bau und Inbetriebnahme der nördlichen und südlichen Zulaufstrecken
  2. Aus- und Neubau von (regionalen) Terminals entlang des Scan-Med-Korridors
  3. Effiziente und leistungsfähige Anbindung an andere Verkehrsträger (Straße, Wasser, Luft) unter Einbeziehung von Logistikunternehmen
  4. Ausbau des digitalen Netzes zur optimierten Abwicklung der Verkehrsströme

Resolution der UECC: „Die Fertigstellung des Med-Scan-Korridors verlangt mehr politische Entschlossenheit und eine deutliche erhöhte Umsetzungsgeschwindigkeit“