Symbolbild Motorradfahrer - Zweiradhandel
Symbolbild Motorradfahrer - Zweiradhandel
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Zweiradhandel kam gut durch die Krise

Während der Pandemie stiegen die Verkaufszahlen von Mopeds und Motorrädern. Aktuell kann es jedoch dauern, bis das gewünschte Modell lieferbar ist.
© lassedesignen – stock.adobe.com

Die Moped- und Motorradbranche konnte ihre Verkaufszahlen in den vergangenen zwei Jahren steigern, trotz Pandemie. Lieferengpässe machen aber auch vor dem Zweiradhandel nicht Halt.

Frühlingszeit ist Motorradzeit: Im ganzen Land rollen Mopeds und Motorräder aus den Winterquartieren und drehen wieder ihre ersten Runden. „Das Produkt Zweirad lebt und funktioniert nach wie vor. Dies zeigen auch die Verkaufszahlen“, sagt Gerald Unterberger, Sprecher des Tiroler Zweiradhandels.

In Tirol wurden 2020 insgesamt 2802 Motorräder und 1516 Mopeds verkauft – knapp 19 Prozent und sieben Prozent mehr als noch 2019. Bei den Motorrädern lag Tirol damit über dem Österreich-Schnitt. 2021 sanken die Verkaufszahlen von Mopeds zwar, dieser Rückgang fiel in Tirol mit minus 9,8 Prozent jedoch um knapp einen Prozent geringer aus als im bundesweiten Vergleich.

Im Vorjahr wurden zusätzlich 5,4 Prozent mehr Motorräder verkauft als noch 2020, das sind im Schnitt um fast fünf Prozent mehr als in Österreich. „Corona hat eine große Delle in der Vierradbranche hinterlassen, aber die Zweiräder konnten in dieser Zeit zulegen. Die Menschen wollen einfach raus und suchen Freiheit“, erklärt Unterberger diesen Zuwachs. „Zweirad fahren macht etwas mit der Psyche, es entspannt. Die einen gehen wandern, die anderen fahren Motorrad.“

Zuwächse gab es auch bei Elektrozweirädern: 2021 wurde in Österreich etwa ein Drittel mehr Elektromopeds und mehr als ein Fünftel mehr Elektromotorräder verkauft als noch im Jahr davor.

Zweiräder werden immer sicherer

Nicht nur die Verkaufszahlen verbesserten sich in den vergangenen Jahren, auch technisch haben Zweiräder massiv zugelegt. So gibt es inzwischen neue Modelle mit Kurven-ABS, Laserbeleuchtung samt Kurvenlicht oder sogar Sensoren, die automatisch einen Unfall erkennen und den Notruf alarmieren. Dabei erkennen die Messgeräte, ob das Motorrad nur umgestürzt ist oder ob es sich um einen Unfall handelt.

„Das Thema Sicherheit spielt beim Zweirad fast noch eine größere Rolle als beim Pkw. Umso erfreulicher ist es, dass immer weniger Unfälle passieren, obwohl immer mehr Motorräder auf den Straßen unterwegs sind“, sagt Unterberger, der selbst seit Jahrzehnten Motorrad fährt. Das spiegelt sich auch in der Verkehrsstatistik wider: 2020 wurden um 14,2 Prozent weniger Verletzte bei einspurigen Kraftfahrzeugen gemeldet und um 12,4 Prozent weniger Todesfälle verzeichnet.

Gerald Unterberger, Sprecher des Tiroler Zweiradhandels.
Gerald Unterberger, Sprecher des Tiroler Zweiradhandels.
© Unterberger

Sorgen und Herausforderungen

Auch wenn der Zweiradhandel die Pandemie bisher gut überstanden hat, die derzeitigen Lieferengpässe schlagen auch bei Motorrädern und Mopeds zu. Marken aus aller Welt haben aktuell Probleme, termingerecht zu liefern. Dabei scheitert es oft nur an Einzelteilen: „Es reicht ein Bauteil, das ich nicht bekomme, dann steht alles still. Derzeit sind beispielsweise Reifen knapp, die für die Fahrsicherheit eine besonders wichtige Rolle spielen.“ Manche Modelle dürften erst wieder in der kommenden Saison lieferbar sein. Deshalb müssen sich manche Zweiradfans ein wenig länger gedulden, meint der Experte.

Abgesehen von den allseits bekannten Lieferengpässen möchte Unterberger auch auf Beschränkungen für Motorradfahrer aufmerksam machen, wie derzeit am Hahntennjoch. „Motorradfahrer sind gute Gäste, das sagt auch die Gastronomie. Wir müssen aufpassen, dass durch Verbote kein Schaden am Tourismus entsteht.“ Konkret sieht Unterberger durch mögliche weitere Fahrverbote die Gastronomie in den betroffenen Tälern in Gefahr. Motorradfahrer werden dann in andere Gebiete ausweichen und für die Betriebe eine wichtige Einnahmequelle wegfallen.

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