In der Gerberei Trenkwalder wird aus Ziegenfellen Pergament gefertigt. Ein Handwerk, das hierzulande eine Nische bedient.
In der Gerberei Trenkwalder wird aus Ziegenfellen Pergament gefertigt. Ein Handwerk, das hierzulande eine Nische bedient.
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Handwerk für Spitzenorchester aus aller Welt

In der Gerberei Trenkwalder wird aus Ziegenfellen Pergament gefertigt. Ein Handwerk, das hierzulande eine Nische bedient.
© Relikbremen-Schlaginstrumente GmbH

In der Gerberei Trenkwalder wird aus Ziegenfellen Pergament gefertigt. Ein Handwerk, das hierzulande eine Nische bedient. Spitzenorchester nehmen dieses Pergament, um ihre Pauken zu bespannen.

Viele erfolgreiche Unternehmen haben als sogenannter „Garagenbetrieb“ begonnen und so war es auch bei Martin Trenkwalder. Er ist Gerber in fünfter Generation und hat mittlerweile seinen Betrieb in Scheffau zu einem der erfolgreichsten Arbeitgeber der Region etabliert.

,,Wir haben mit Wildfellen begonnen, doch nach kurzer Zeit kamen auch Schaffelle für den Perchten- und Kleinkinderbereich dazu“, erinnert sich Trenkwalder. Weiter ging es mit einer Näherei sowie Produktions- und Verkaufsräumlichkeiten.

Nach den neuesten Erkenntnissen der Technologie – aber auch unter Berücksichtigung von Umweltaspekten – werden täglich rund 80 bis 100 Felle gegerbt. ,,Das heißt, wir sind in der Lage, Pelzfelle, elegantes modisches Wildleder, aber auch Pergament zum Bespannen von Trommeln und Pauken in unserem Haus herzustellen.

Daneben verfügen wir über eine Stanzabteilung, sodass wir auf Kundenwunsch Decken, Wärmflaschen, Fahrradsattelbezüge, Babysäcke für Kinderwägen, Schuheinlagesohlen usw. fertigen können.“

Felle der Gerberei Trenkwalder
Gerberei Trenkwalder: Tiroler Handwerk für Spitzenorchester

Viele erfolgreiche Unternehmen haben als sogenannter „Garagenbetrieb“ begonnen und so war es auch bei Martin Trenkwalder. Er ist Gerber in fünfter Generation und hat mittlerweile seinen Betrieb in Scheffau zu einem der erfolgreichsten Arbeitgeber der Region etabliert. ,,Wir haben mit Wildfellen begonnen, doch nach kurzer Zeit kamen auch Schaffelle für den Perchten- und Kleinkinderbereich dazu“, erinnert sich Trenkwalder. Weiter ging es mit einer Näherei sowie Produktions- und Verkaufsräumlichkeiten.

Vielfältigkeit

Nach den neuesten Erkenntnissen der Technologie – aber auch unter Berücksichtigung von Umweltaspekten – werden täglich rund 80 bis 100 Felle gegerbt. ,,Das heißt, wir sind in der Lage, Pelzfelle, elegantes modisches Wildleder, aber auch Pergament zum Bespannen von Trommeln und Pauken in unserem Haus herzustellen. Daneben verfügen wir über eine Stanzabteilung, sodass wir auf Kundenwunsch Decken, Wärmflaschen, Fahrradsattelbezüge, Babysäcke für Kinderwägen, Schuheinlagesohlen usw. fertigen können.“

Martin Trenkwalder ist Gerber in fünfter Generation.
© Gmedia

Pauken für Spitzenorchester

Ein besonderes Produkt, das in der Gerberei Trenkwalder hergestellt wird, ist das Pergament. Dies ist eine wahre Besonderheit und kann als Nischenprodukt bezeichnet werden. ,,In einem seit Jahrhunderten überlieferten Verfahren werden bei uns Ziegenfelle zu Pergamenten und Paukenfellen verarbeitet“, erklärt Trenkwalder.

,,Durch unterschiedliche Trockenvorgänge entstehen transparente, weiße oder antike Pergamente, welche in der Stärke von hauchfeinen 0.1 mm starken Schreibpergamenten bis zu den über 3 mm starken Paukenbespannungen für die Musikindustrie variieren.“

Der ganze Arbeitsprozess vom Einweichen bis zum Trocknen der Pergamente dauert je nach Hautsorte circa einen Monat und darf nicht unterbrochen werden. Speziell im Bereich der Paukenherstellung für Orchester erfreut sich das Erzeugnis besonderer Beliebtheit und lässt so manches Musikerherz höherschlagen.

Viele Orchester rund um die Welt werden mit Pergament von der Gerberei Trenkwalder bespannt.
© Gerberei Trenkwalder

Nachhaltiges Verfahren

Auch wenn sich die Verfahren der Herstellung und Bearbeitung im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt haben, ist das Leder selbst ein beständiger und langlebiger Stoff, welcher in vielen Lebensbereichen Anwendung findet. Mittlerweile hat sich der Tätigkeitsbereich weit ausgedehnt – vom Lohngerben von Fellen aller Art bis hin zum Gerben hochwertiger Sämischleder für den Lederhosenbereich. ,,Wir produzieren an unserem Standort in Scheffau auch flammfeste Lammfelle für Pilotensitze diverser Airlines“, freut sich der Unternehmer über seinen Innovationsreichtum.

Das Unternehmen ist österreichweit bekannt – Bauern und Jäger aus der Umgebung, aber auch aus der Steiermark sowie aus Vorarlberg und den übrigen österreichischen Regionen – schicken ihre Ware zum Gerben nach Scheffau

Die Gerberei Trenkwalder ist ein wichtiger regionaler Arbeitgeber im Tiroler Unterland.
© Gerberei Trenkwalder

Gerben mit Bohnenschoten

Bis zu 27.000 Felle werden bei der Scheffauer Firma jährlich verarbeitet. ,,Viele junge Eltern kaufen die Fellsäcke für den Kinderwagen bei uns. Wer will heute noch Produkte „Made in China“? Um dem Nachhaltigkeitsgedanken nachzukommen, versuchen wir so gut es geht, ausschließlich mit pflanzlichen Gerbstoffen zu arbeiten“, erklärt der Gerber aus Leidenschaft.

Dabei hat das Unternehmen den Rhabarber für sich entdeckt und Stangenbohnen. Bei zweiteren ist das Unternehmen auf die Abfälle der steirischen Bohnenbauern angewiesen. ,,Bohnenschoten enthalten im trockenen Zustand Gerbstoffe, die wir hier verwenden. Diese werden zusammengetragen, zu Mehl verarbeitet und nach Tirol geliefert“, erklärt der Gerber, der zusammen mit einem anderen Unternehmen den gesamten Bohnenabfall der Steiermark aufkauft. Somit ist eine möglichst umweltschonende Produktion sichergestellt.

Regionaler Arbeitgeber

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 17 Mitarbeiter (Gerberei, Näherei und Trachtengeschäft). Regional ist das Trachtengeschäft Trenkwalder in Scheffau (direkt an der B178) weitum bekannt. Die Gerberei zählt zu den leistungsstärksten Handwerksbetrieben, die es in dieser Branche in diesem Land gibt.

Weitere Informationen: www.gerberei-trenkwalder.at