Symbolbild Hall - Lebendige Ortskerne erfordern ein professionelles Management.
Symbolbild Hall - Lebendige Ortskerne erfordern ein professionelles Management.
Aktuelles

So kommt der Frühling in unsere Orte

Lebendige Ortskerne erfordern ein professionelles Management.
© B. Watzek - Bild & Werk

Die neugewählten Führungen in den Tiroler Gemeinden bringen frischen Schwung. Genau das braucht es jetzt, damit das Leben in unseren Orten und Städten auch in Zukunft pulsiert.

BRIEF AN DIE BÜRGERMEISTERINNEN UND BÜRGERMEISTER

Sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister,

die Wahl ist geschlagen. Der Frühling ist da. Das Licht am Ende des langen Corona-Tunnels blitzt auf. Drei gute Gründe, warum gerade JETZT der richtige Zeitpunkt ist, dass Leben in die Tiroler Gemeinden zurückkommt, nach dem sich alle so sehnen. Und dabei spielen Sie als neu gewählte Tiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die zentrale Rolle.

Zunächst gratulieren wir herzlich zu Ihrem Wahlerfolg. Es ist nicht selbstverständlich, dass so viele engagierte Frauen und Männer ihre Zeit und Energie dafür einsetzen, um die Entwicklung ihrer Gemeinde voranzutreiben. Jede Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister wünscht sich genauso wie die Gemeindebürger, dass der Ort pulsiert und das Zentrum ein Treffpunkt von Jung und Alt ist. Es sind vor allem interessante Erdgeschoßlagen mit abwechslungsreichen Geschäften, die eine Gemeinde ausmachen. Hand in Hand gehen attraktive Wohn- und Büroflächen in den oberen Etagen. Das zusammen schafft die Voraussetzung für eine dauerhaft funktionierende Gastronomie.

Rahmenbedingungen schaffen

Doch die Zeit drängt. Viele Ortskerne kämpfen mit Abwanderung und toten Straßenzügen. Corona, internationale Online-Plattformen, Arbeits- und Fachkräftemangel sowie Kostendruck haben unseren Händlerinnen und Händlern in den letzten Jahren enorm zugesetzt. Die Ukraine-Krise bringt einen weiteren negativen Impuls. Es ist wichtig, jetzt die Rahmenbedingungen zu schaffen, die unternehmerischen Menschen eine Perspektive bieten. Denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass Strukturen ganz schwer wieder aufgebaut werden können, wenn sie verschwunden sind. Anders gesagt: Ist eine Geschäftsstraße einmal ausgestorben, bleibt sie es vermutlich für die kommenden Jahre.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Die beste gleich vorab: Es liegt in der Hand der Gemeindeführung, Impulse zu setzen und Kreisläufe zu beleben. Jede Stadt, jeder Ort, jede Region ist ein Gesamtsystem, das gelenkt und entwickelt werden muss. Ortskerne zu beleben ist kein Projekt, das nach Erledigung abgeschlossen ist, sondern eine ständige Aufgabe, für die es in der Gemeinde einen Verantwortlichen braucht. Der einzige wirkliche Fehler besteht darin, jetzt nichts zu tun und zu glauben, das Problem werde sich von selbst lösen.

Zeitpunkt zum Handeln

Die über Tirol hinaus beachteten Erfolge des Ortsmarketings in Hall bzw. St. Johann zeigen, dass auch in kleinen Gemeinden mit einem engagierten Team große Fortschritte erzielt werden können und mit Stolz gesagt werden kann: Unser Ort lebt!

Allen Herausforderungen zum Trotz: Der Zeitpunkt zum Handeln ist günstig. Nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen gibt es eine große Sehnsucht der Kundinnen und Kunden nach Erlebnis, Fachkompetenz, Qualität und regionalen Produkten. Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Tirol berät und unterstützt Tiroler Gemeinden dabei, ihre Ortskerne zu beleben. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das Leben in unseren Dörfern und Städten pulsiert und zum Lebensgefühl beiträgt, das wir stolz „Heimat“ nennen.

Martin Wetscher – Vizepräsident WK Tirol
Dieter Unterberger – Obmann der Sparte Handel

Schritt für Schritt zum Erfolg

Zur Ortskernbelebung müssen alle beitragen: Die Gemeindeführung, die Unternehmer und die Konsumenten. Für die ersten beiden gibt es praktische Checklisten.

Kontakt

Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer bietet Beratung und Unterstützung bei der Stadt- und Ortskernentwicklung. Ihre Ansprechpartner finde Sie unter: WKO.at/tirol/handel

Michael Gsaller, Leitung Stadtmarketing Hall in Tirol
Drei Fragen an...Michael Gsaller, Leitung Stadtmarketing Hall in Tirol
Michael Gsaller, Leitung Stadtmarketing Hall in Tirol

Was hat sich geändert, seitdem es in Hall ein aktives Stadtmarketing gibt?

Die positive Einstellung zur Haller Altstadt hat sich enorm gesteigert. Das Bekenntnis zur Altstadt als Lebens- und Wohnort, als zentralen Ort des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausches zieht sich durch die gesamte Bevölkerung. Die Altstadt ist zum Wohnzimmer der Haller geworden, hier schlägt das Herz der Stadt.

Worin besteht der wichtigste Teil Ihrer Arbeit?

Im Stadtmarketing glauben wir an den hohen Wert unserer Ortskerne. Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, das Zusammenleben attraktiver zu gestalten. Wir unterstützen Synergien und Kooperationen. Ob Events, Einkaufsgutscheine oder Medienarbeit – letztendlich steht über allem die gemeinsame Klammer „Netzwerken“.

Welchen Tipp können Sie anderen Gemeinden geben?

Es sollen bereits bestehende Netzwerke genützt werden, kein Ort muss bei null starten und niemand muss Fehler anderer wiederholen. Am Ende des Tages muss jedoch jeder Ort aus eigenem Antrieb seine Lösung finden. Es geht nur durch die Kraft, den Ideenreichtum und den Durchsetzungswillen der eigenen Bevölkerung.

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