Symbolbild Klimaschutz
Symbolbild Klimaschutz
Aktuelles

Klima- und Naturschutz gehen Hand in Hand

© tonefotografia - stock.adobe.com

Die WK Tirol widerspricht dem WWF. Der Ausbau der Tiroler Wasserkraft ist ein wichtiger Beitrag zur Energieautonomie UND für den Klimaschutz.

Die Wirtschaftskammer Tirol hat angesichts der Unberechenbarkeit russischer Gaslieferungen gefordert, den Ausbau der heimischen Wasserkraft voranzutreiben – etwa am Unteren Inn oder mit regionalen Kraftwerken wie in Haslach/Kals. In der EU kommen 40 Prozent des Gases aus Russland, in Österreich sogar 80 Prozent. „Im Gegensatz zu anderen Ländern sind wir in Tirol in einer günstigen Position: Wir verfügen über Reserven an sauberer Wasserkraft. Wir können uns den Luxus nicht mehr länger leisten, auf den Ausbau zu verzichten“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Neben positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz kommt damit Tirol auch der dringend nötigen Energieautonomie näher.

Realistische Abwägung

Der WWF hat dieser Aussage widersprochen und verlauten lassen, dass Klima- und Naturschutz stets Hand in Hand gehen müssten. Zudem sei auf Energiesparen zu setzen. „Die Wirtschaftskammer Tirol ist sich dessen bewusst“, erklärt WK-Industrie-Spartenobmann Max Kloger, „aber das funktioniert in der Praxis nicht so, wie sich das der WWF vorstellt. Klimaschutz und Naturschutz gegeneinander auszuspielen ist falsch.“

Es geht um eine realistische Abwägung: Jedes Wasserkraftwerk, jedes Windrad, jedes Solarpanel ist eine Beeinträchtigung. „Die entscheidende Frage lautet: Ist diese Beeinträchtigung geringer als die Beeinträchtigung durch die Alternative – nämlich Energie aus fossilen Quellen oder Atomanlagen zu beziehen. Bei dieser Abwägung ergibt sich die klare Antwort, dass der Ausbau erneuerbarer Energien die mit Abstand bessere Option ist“, erklärt Max Kloger.

Sicherung von Arbeitsplätzen

An dieser Stelle kommt der WWF mit dem Argument, dass man dann eben Energie sparen müsse. Und tut so, als ob Private und Firmen nicht schon längst diesen Weg gehen würden. „Energiesparen braucht es selbstverständlich auch. Die Wirtschaftskammer Tirol berät die Tiroler Betriebe bei umfassenden Maßnahmen zur Energieeffizienz“, hält Kloger fest.

„Davon auszugehen, dass wir so viel sparen können, um allfällige Ausfälle russischer Gaslieferungen zu kompensieren, ist völlig blauäugig und verkauft die Öffentlichkeit für dumm. Gerade in der Industrie geht es um die Aufrechterhaltung der Produktion und die Sicherung von Tausenden Arbeitsplätzen“, betont der Spartenobmann und erklärt weiter: „Wir sind gerne bereit, mit dem WWF offen und ehrlich zu diskutieren. Allerdings kann und darf es nicht nur darum gehen, Strom zu sparen. Denn das würde zugleich heißen, auch Arbeitsplätze zu sparen. Diese lassen sich nur erhalten, wenn die für die Produktionsprozesse nötige Energie zur Verfügung steht.“

Ausbau erneuerbarer Quellen

Die Haltung der Wirtschaftskammer lässt sich daher wie folgt zusammenfassen: Energiesparen – natürlich! Parallel dazu muss jedoch dringend saubere Wasserkraft ebenso wie andere erneuerbare Quellen so schonend wie möglich ausgebaut werden. „Alles andere spielt Öllieferanten und Atomkraftlobbies in die Hände. Das kann der WWF nicht ernsthaft wollen“, so Kloger.

Eine zentrale Rolle nimmt dabei der Ausbau des Inns ein. Derzeit wird ja bekanntlich darüber diskutiert, 22 Kilometer des Unteren Inns unter Schutz zu stellen, obwohl die Umweltexperten des Landes zum Schluss kommen, dass es sich dabei um keine ökologisch wertvolle Fließstrecke handelt. „Die in Laufkraftwerken erzeugte Grundlast ist die Basis für die Energieautonomie, auf die wir unter den gegebenen geopolitischen Bedingungen keinesfalls verzichten dürfen“, so Walser.

Mehr zum Thema: Saubere Wasserkraft statt pseudo-grüner Atomstrom

Kategorie(n)