WK-Präsident Christoph Walser
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Kommentar

Bewegung

WK-Präsident Christoph Walser
© WK Tirol/Frischauf

„Die neuen Herausforderungen lassen sich nur mit Pioniergeist stemmen“, blickt WK-Präsident Christoph Walser in die Zukunft.

KOMMENTAR

Jetzt kommt Bewegung rein. Sagt die ÖBB. Das Motto scheint inzwischen auch auf die Corona-Front zuzutreffen. Es schaut tatsächlich so aus, als ob das Virus zwar ansteckend, aber weitgehend harmlos geworden ist. Damit verlassen wir die Kategorie „gefährlich“ und bewegen uns in Richtung „lästig“. Lästig rechtfertig aber keinen nationalen Ausnahmezustand mehr. Daher ist es absolut richtig, dass bis 5. März der Großteil der Einschränkungen fällt und wir den ganzen Regelungs-Wirrwarr loswerden. Drücken wir den Reset-Knopf und machen wir endlich wieder „normal“ weiter.

Gut, dass wir in der Zwischenzeit nicht geschlafen haben und schon seit Monaten über Corona hinaus nach vorne denken. Wirtschaftskammer, Land und Bund befassen sich ebenso wie die Tiroler Unternehmen intensiv mit der strategischen Ausrichtung, um auch in Zukunft zu den Besten zu gehören. Eine der größten Herausforderungen für die Betriebe ist der akute Fachkräftemangel. Der lässt sich nicht mit kurzfristigen Wundermitteln wegzaubern, aber das Drehen an allen denkbaren Stellschrauben wird Verbesserungen bringen.

Wir widmen uns den Tiroler Zukunftsthemen ausgiebig in der Februar-Ausgabe unseres Print-Magazins: Konjunkturgespräch, Energiepreise, Wirtschafts- und Innovationsstrategie, Innovationspreis, Gründerzahlen, Exportchancen, digitale Bildung und vieles mehr. Endlich tauchen wir wieder tief in unternehmerische Herausforderungen ein, ohne uns platzfüllend mit hochbürokratischen Corona-Hilfen, nervenden Inzidenzen und komplexen Präventionskonzepten beschäftigen zu müssen.

WK-Präsident Christoph Walser

Das alles erfordert einen kompletten Richtungswechsel. In den vergangenen zwei Jahren war es nicht anders möglich, als dem Staat den Vorrang einzuräumen, um die Pandemie mit all ihren Auswirkungen zu bändigen. Jetzt aber müssen wir weg vom Vollkaskodenken und der staatlichen Bevormundung. Die Triebfeder für unseren Wohlstand sind nicht Politiker und Beamte, sondern Unternehmer und ihre Mitarbeiter, die jeden Tag aufs Neue ihr Bestes geben. Damit die Leistungsträger Leistung tragen können, brauchen sie Freiräume. Das bedeutet: Nicht mehr Bürokratie als unbedingt nötig; Steuern, die einen fairen Ausgleich schaffen, aber nicht jede Motivation killen; Wertschätzung für unternehmerisches Risiko, das sonst keiner auf sich nehmen will.

Die neuen Herausforderungen bei Nachhaltigkeit und Digitalisierung lassen sich nur mit Pioniergeist stemmen. Tirol hat schon in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass wir über mutige Pioniere verfügen. Das gilt unverändert auch heute. Vertrauen wir auf unsere findigen Unternehmerinnen und Unternehmer und lassen wir sie das tun, was sie am besten können: etwas unternehmen.

E christoph.walser@wktirol.at

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