Symbolbild Grüner Pass
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Chaos-Alarm beim Grünen Pass

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Die Verkürzung der Gültigkeitsdauer des Grünen Passes für zweifach Geimpfte auf 180 Tage ist unverhältnismäßig und trifft gerade im Tourismusland Tirol zahlreiche Branchen schwer.

Bislang war der Grüne Pass in Österreich 270 Tage gültig. Ab 1. Februar wird die Gültigkeitsdauer für zweifach geimpften Personen auf 180 Tage verkürzt. „Das stellt speziell den Handel, die Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie die Seilbahnen und körpernahe Dienstleister vor enorme Probleme“, erklärt WK-Präsident Christoph Walser. Der Präsident kritisiert, dass diese Verschärfung durch die Hintertüre ausgerechnet in einer Phase passiert, in der zwar hohe Infektionsraten, aber kaum Hospitalisierungen zu verzeichnen sind. „Während andere Länder Erleichterungen planen bzw. bereits umsetzen, stellt Österreich neue Hürden auf. Das bedeutet einen spürbaren Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren Mitbewerbern und versetzt unseren Betrieben einen weiteren Dämpfer“, so Walser. Die Regelungen belasten Tirol als Tourismusland massiv.

WK-Präsident Christoph Walser

Drittel der potenziellen Kunden ausgesperrt

Die heimische Hotellerie und Gastronomie leiden seit Wochen darunter, dass fast ein Drittel der potenziellen Kunden ausgesperrt ist. Die starken Rückgänge werden mit der Neuregelung weiter verschärft. Völlig sinnfrei ist das Auseinanderklaffen zwischen Einreise- und Zutrittsregeln: Für die Einreise nach Österreich beträgt die Gültigkeit der Impfzertifikate weiterhin 270 Tage. Als Zutrittsvoraussetzung im Sinne der 2G-Regel wird diese aber auf 180 Tage verkürzt.

„Gäste aus dem Ausland planen ihre Schutzimpfungen auch nach der Gültigkeit für einen Aufenthalt. Mit der äußerst kurzfristigen Reduktion der Geltungszeit könnten Gäste zwar wie geplant legal einreisen, dann aber Hotel, Seilbahn, Gastronomie, Handel oder Freizeiteinrichtungen nicht nutzen“, erklärt Spartenobmann Mario Gerber das Dilemma. Das führt dazu, dass für Buchungen auf Nachbarländer mit klaren und einfachen 3G-Regeln ausgewichen wird. „Die Branche hatte auf die Semesterferien gehofft, aber mit diesen Chaos-Regelungen wird das Comeback des Tourismus nicht gelingen“, erklärt Gerber.

Spartenobmann Mario Gerber

Auch auf die Seilbahnbetreiber kommen mit der Verkürzung der Gültigkeitsdauer kaum lösbare organisatorische Probleme zu: „Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die Gültigkeitsdauer bei sämtlichen Saisontickets zu überprüfen und an die neue Vorgabe anzupassen“, betont Seilbahn-Obmann Franz Hörl. Die Folge ist absehbar: Staus an den Zutrittsstellen, verärgerte Kunden und ein Imageverlust für das Wintersportland Tirol.

Seilbahn-Obmann Franz Hörl

Entwicklung muss gestoppt werden

Eine ähnliche Situation trifft auf den Handel zu. Mit der Verkürzung des Grünen Passes fehlen dem Handel nun zusätzliche Kunden. „Das führt zur weiteren Abwanderung zahlreicher Konsumentinnen und Konsumenten zu internationalen Onlineplattformen. Wir müssen diese Entwicklung stoppen“, fordert Spartenobmann Dieter Unterberger. Die neuen Hürden treffen insbesondere auch die Händler in Tourismusregionen, die nach einer langen Durststecke ohnehin schon angeschlagen sind. „Jetzt brauchen endlich alle Einheimischen und Gäste wieder Zutritt zu unseren Geschäften“, betont Unterberger und wiederholt in diesem Zusammenhang die Forderung nach dem Ende der 2G-Pflicht.

Spartenobmann Dieter Unterberger

Für sämtliche Branchenvertreter ist klar: Milde Verläufe müssen mit milden Regelungen einher gehen. Alles andere ist eine willkürliche Vernichtung von volkswirtschaftlichem Vermögen und Arbeitsplätzen.

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