Symbolbild Kinderbetreuung
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„Es braucht flächendeckende Kinderbetreuung“

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Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, bedarf es einem gesetzlichen Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr.

Die flexible ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung ist ein zentrales Anliegen der Tiroler Wirtschaftskammer und von Frau in der Wirtschaft. Die Tiroler Landesregierung plant eine Novelle zum Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz, welches von Frau in der Wirtschaft grundsätzlich begrüßt wird.

„Jede Überarbeitung, die zu einem flächendeckenden, flexiblen, ganztägigen und ganzjährigen Kinderbetreuungsangebot für die Familien führt, die dieses in Anspruch nehmen wollen, wird von uns tatkräftig unterstützt“, erklärt Martina Entner, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft der Tiroler WK, und fügt hinzu: „Doch bei der geplanten Novelle des Landes ist dies leider immer noch nicht der Fall. Weder wird das entsprechende Kinderbetreuungsangebot angestrebt noch ein Anspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr verankert. Die Betreuungszeiten müssen an die Arbeitsrealitäten angepasst werden und den Erfordernissen der modernen Arbeitswelt entsprechen.“

So hat doch gerade die Corona-Krise dramatisch vor Augen geführt, wie wichtig eine funktionierende Kinderbetreuung ist. Denn es sind leider immer noch zumeist Frauen, die den schwierigen Spagat zwischen Job und Familie meistern müssen.

Martina Entner
Martina Entner

Aufholbedarf bei frühkindlicher Bildung

Auch eine Studie der Julius Raab Stiftung hat gezeigt, dass Österreich in Sachen frühkindlicher Bildung Aufholbedarf hat. Denn hierzulande werden im europäischen Vergleich nur 23 Prozent der unter Dreijährigen betreut. Martina Entner und FiW-Bundesvorsitzende Martha Schultz setzen sich deshalb konsequent für konkrete Maßnahmen ein und fordern gemeinsam einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für Kinder ab zwölf Monaten.

„Durch frühkindliche Bildung profitieren Kinder ihr ganzes Leben. Wir wollen diese Chancengerechtigkeit unterstützen, deshalb setzt sich Frau in der Wirtschaft für einen Rechtsanspruch ab dem 1. Geburtstag auf Kinderbetreuung ein. Es braucht einen Ausbau der Kinderbetreuung in ganz Österreich, ganztägig, leistbar, flexibel und qualitätsvoll. Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee muss sichergestellt sein, dass alle Kinder einen Platz in einer elementaren Bildungseinrichtung bekommen“, so Schultz.

Die Etablierung von MINT-Kindergärten (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist ein weiterer Punkt, den Frau in der Wirtschaft forciert. „Ob beim Buddeln, Händewaschen, Anziehen, Tischdecken oder Balancieren: Kinder erkunden die Welt spielend, entdeckend, forschend und mit großer Neugier. Diese Schwerpunkte können gleich gefördert und ausgebaut werden“, erklärt Entner. „Durch die Internationalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft steigt in Tirol der Bedarf für zumeist englischsprachige Kinder. Denn die Kinder von heute sind die Fachkräfte von morgen und werden unsere Wirtschaft steuern.“

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