WK-Präsident Christoph Walser
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Dünnes Eis

WK-Präsident Christoph Walser
© WK Tirol/Frischauf

„Halten wir mit Eigenverantwortung und Disziplin das Virus in Schach!“, appelliert WK-Präsident Christoph Walser an die Tiroler Unternehmer.

KOMMENTAR

Seit 12. Dezember ist Tirol wieder in den Vollbetrieb gegangen – mit Ausnahme der Nachtgastro, die nun nicht ohne entsprechende Entschädigungen im Regen stehen gelassen werden darf. Im Vorfeld der Öffnung gab es intensive Diskussionen, ob der Lockdown (wie in anderen Bundesländern) noch verlängert werden muss. Ich bin sehr erleichtert, dass die Politik in Land und Bund im Wort geblieben ist und der Termin gehalten hat. Die Entscheidung war für das tourismusintensive Tirol absolut richtig. Unsere Betriebe wären noch mehr unter Druck gekommen als sie ohnehin schon sind, wenn Gäste in den Nachbarländern wie der Schweiz, Italien oder Frankreich Urlaub machen hätten können – aber in Tirol nicht.

Freilich hat diese Öffnung ihren Preis. Sie ist nur unter Einhaltung der beschlossenen scharfen Regeln möglich. Natürlich ist es für die Betriebe nicht angenehm, wenn ein Teil der Kunden und Gäste fehlt, wenn Kontrollen vorzunehmen sind und die Mitarbeiter nur mit 3G zur Arbeit dürfen. Das ist mir durchaus bewusst. Aber ohne die Bereitschaft, diese zur Eindämmung der Coronazahlen nötigen Maßnahmen mitzutragen, wäre das „Go“ seitens der Politik, nicht gekommen. Das hätte das Aus für das Weihnachtsgeschäft im Handel bedeutet und die Wintersaison abgewürgt.

WK-Präsident Christoph Walser

Es liegt jetzt auch in unserer Hand, wie sich die Coronazahlen weiterentwickeln. Das Eis, auf dem wir derzeit stehen, ist dünn und erfordert Behutsamkeit und Verantwortungsbewusstsein. Beweisen wir Verlässlichkeit, indem wir in unserem Bereich ein sicheres Aufsperren gewährleisten und damit die Inzidenzen auf verträglichem Niveau halten. Ein schlampiger Umgang mit den Corona-Sicherheitsauflagen ist kein Kavaliersdelikt. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass Verstöße mit hohen Strafen belegt sind und die Rückzahlung von Förderungen droht. Zeigen wir den Skeptikern, dass Wirtschaften unter strikter Einhaltung der Corona-Regeln möglich ist und von unseren Betrieben keine Gefahr ausgeht, wie die AGES-Zahlen deutlich belegen.

Wenn es uns gelingt, das Virus mit diesem Maßnahmenmix und einer steigenden Impfquote im Zaum zu halten, haben wir schon gewonnen. Denn so – und nur so – können wir ein erneutes Zusperren verhindern und uns auf unsere Geschäfte konzentrieren. Und wir können dann auch den Blick von den täglichen Coronazahlen nach vorne richten, wo viele Herausforderungen für die Betriebe liegen. Die Digitalisierung unserer Prozesse, der Fokus auf Nachhaltigkeit und Gegenstrategien zum Fachkräftemangel mussten pandemiebedingt in den letzten 21 Monaten auf der langen Bank warten. Halten wir mit Eigenverantwortung und Disziplin das Virus in Schach und machen wir endlich wieder das, was uns Unternehmer auszeichnet: etwas unternehmen!

E christoph.walser@wktirol.at

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