Ob gemütliche Pause im Kaffeehaus, ausgiebiger Einkaufsbummel oder Besuch beim körpernahen Dienstleister der Wahl – die Öffnung mit 12. Dezember hat wieder ein Stück mehr Normalität gebracht.
Ob gemütliche Pause im Kaffeehaus, ausgiebiger Einkaufsbummel oder Besuch beim körpernahen Dienstleister der Wahl – die Öffnung mit 12. Dezember hat wieder ein Stück mehr Normalität gebracht.
Panorama

Tiroler Betriebe bieten maximale Sicherheit

Ob gemütliche Pause im Kaffeehaus, ausgiebiger Einkaufsbummel oder Besuch beim körpernahen Dienstleister der Wahl – die „Wiederöffnung“ mit 12. Dezember hat wieder ein Stück mehr Normalität gebracht.
© Gerhard Berger

Die heimischen Betriebe sind mit Sicherheits- und Hygienekonzepten professionell vorbereitet. Für die Öffnung nach dem Lockdown braucht es Konsequenz und Eigenverantwortung aller.

Was war das für eine traurige Vorweihnachtszeit bis zum 12. Dezember. Verwaiste Einkaufsstraßen, leere Geschäfte, geschlossene Cafés. Während ansonsten gerade im Advent quirliges Treiben in den Ortskernen und Einkaufszentren herrscht, blieben diese für drei Wochen weitgehend leer. Doch das Warten hat ein Ende: Tirol gehört zu jenen Bundesländern, in denen diese Woche die gesamte Wirtschaft mit Ausnahme der Nachtgastronomie wieder durchgestartet ist. Die Wirtschaftskammer hat sich im Vorfeld intensiv dafür eingesetzt – und die Politik in Land und Bund haben Wort gehalten.

Handel, körpernahe Dienstleister, Gastronomie und Hotellerie haben den Betrieb wieder aufgenommen. Freilich unter strengen Regeln: In weiten Bereichen gilt die 2G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht, am Arbeitsplatz sorgen 3G und die FFP2-Maske für Sicherheit. Eine Fortführung des Lockdowns hätte das Aus für das Weihnachtsgeschäft im Handel bedeutet und die Wintersaison abgewürgt. Die geltende Kombination aus Öffnungen und scharfen Maßnahmen ist der richtige Weg. Auch Italien, Deutschland, Frankreich und die Schweiz verfolgen diese Linie seit längerem mit Erfolg. „Jetzt liegt es an uns allen“, betont WK-Präsident Christoph Walser, „die Öffnung ist eine Art Vertrauensvorschuss, der nur gerechtfertigt werden kann, wenn die begleitenden Regeln eingehalten werden. Wenn wir jetzt nicht alle aufpassen, schießen die Inzidenzen wieder in die Höhe und wir finden uns dort, wo wir vor drei Wochen waren. Und da will keiner hin“, erklärt der Präsident.

Präventions- und Sicherheitskonzepte

Im Lockdown wanderten etliche Kunden zu Online-Giganten wie Amazon ab, was viele heimische Handelsgeschäfte existenziell gefährdet. Das führt auf Dauer zu Leerständen und ausgestorbenen Ortskernen, warnt der Obmann der Sparte Handel, Dieter Unterberger. Dieses Worst-Case-Szenario lässt sich verhindern: „Die Betriebe können eine sichere Öffnung für regionale Einkäufe gewährleisten“, betont der Spartenobmann, „unsere Unternehmen verfügen über professionelle Sicherheits- und Präventionskonzepte, die Ansteckungen verlässlich vermeiden.“ Die laufend veröffentlichten Zahlen der AGES unterstreichen, dass die Handelsbetriebe keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten.

Öffnung von existenzieller Bedeutung

„Einen sicheren Betrieb wird es auch bei den Körpernahen Dienstleistern geben, die ebenfalls wieder aufsperren dürfen“, betont der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, Franz Jirka. Das Ende des Lockdowns ist darüber hinaus für die zahlreichen gewerblichen Zulieferbetriebe für den Tourismus existenziell. Das Tourismusland Tirol wird meist auf Hotels, Gastronomie, Freizeitbetriebe und Seilbahnen reduziert – aber für viele Betriebe im Gewerbe und Handwerk ist es mit ihren Vorleistungen und Zulieferungen ebenso wichtig, dass der Start in die Wintersaison gelingt.

Schließlich wird jeder dritte Euro in Tirol direkt oder indirekt in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft verdient. Daran hängen zahlreiche attraktive Arbeitsplätze bis in die letzten Seitentäler hinein. Vom örtlichen Tischler über den Fleischer bis hin zum Bäcker – sie alle sind ein Teil der regionalen Wertschöpfungskette und sorgen mit ihren Produkten und Dienstleistungen für die hohe Qualität im Urlaubsland Tirol.

WK-Präsident Christoph Walser
WK-Präsident Christoph Walser

Der Tourismus hat ebenfalls hart auf das Ende des Lockdowns gewartet. „Wir können so zumindest einen Teil der Wintersaison retten“, erklärt Spartenobmann Mario Gerber. Alles andere wäre für die heimischen Betriebe nicht nachvollziehbar gewesen, denn auch unsere Nachbarmärkte setzen auf Öffnungen unter strengen Corona-Regeln. „Es ist zwar in diesem Winter angesichts der ähnlichen Infektionslagen in ganz Europa nicht mit neuen Nächtigungsrekorden zu rechnen, aber das Signal ist wichtig: In Tirol und seinen Betrieben ist ein entspannter Aufenthalt möglich“, so Gerber.

Der Spartenobmann ersucht um Verständnis bei den Konsumentinnen und Konsumenten, etwa bei Eintrittskontrollen oder Gästeregistrierungen: „Das ist unumgänglich, um den sicheren Betrieb für alle zu gewährleisten. Verstöße seitens der Unternehmen sind zudem mit hohen Strafen belegt, auch die Rückzahlung von Förderungen droht“, erläutert Gerber.

„Es ist diese Kombination aus allen verfügbaren Maßnahmen, die den besten Weg im Umgang mit Corona darstellt. Wir brauchen den kompletten Maßnahmenmix aus Corona-Regeln, der Impfung, einem funktionierenden Contact-Tracing und einer gut ausgebauten Testinfrastruktur. „Mit Eigenverantwortung und Solidarität können wir uns weitere Lockdowns und damit riesige Schäden für Betriebe und Arbeitsplätze ersparen“, ist Walser überzeugt.

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