Gastronomie und Hotellerie will am 13. Dezember öffnen: Spartengeschäftsführer Thomas Geiger, Thomas Hackl, Spartenobmann-Stv. Alois Rainer, Michael Grander und Anna Kurz beim Hintergrundgespräch in der Wirtschaftskammer Tirol.
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Tirols Gastgewerbe will am 13. Dezember öffnen

Spartengeschäftsführer Thomas Geiger, Thomas Hackl, Spartenobmann-Stv. Alois Rainer, Michael Grander und Anna Kurz beim Hintergrundgespräch in der Wirtschaftskammer Tirol.
Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft ist sich einig. Die Branche muss am 13. Dezember aufsperren dürfen.
© WK Tirol / Tschackert

Für Hotellerie und Gastronomie wäre eine Verlängerung des Lockdowns wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Während Gäste wie Mitarbeiter zunehmend abwandern, schwindet das Vertrauen der Unternehmer in die Politik.

Anfang Dezember lud die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, gemeinsam mit der Fachgruppe Gastronomie zu Hintergrundgesprächen in die Wirtschaftskammer. „Liebe Regierung, lass uns arbeiten!“, war das einheitliche Credo der versammelten Spartenvertreter. Tirols Hoteliers und Gastronomen stecken tief in der Krise. Der Tourismus, Wirtschaftsmotor in den Regionen, fiel im letzten Winter größtenteils aus. Auch heuer haben die Unternehmer mit einer immensen Planungsunsicherheit zu kämpfen. „Tourismus lässt sich nicht kalt starten, sondern braucht Vorlaufzeit. Doch das Vertrauen in die Politik ist schwer beschädigt“, weiß der stellvertretende Spartenobmann Alois Rainer.

Rainer plädiert für eine Öffnung aller Wirtschaftszweige am 13. Dezember. Auch Gastronomie und Hotels sollen dann mit einem 2G-Konzept aufsperren dürfen. Nur so könne das Weihnachtsgeschäft, die Wintersaison und nicht zu Letzt das Vertrauen in die Politik gerettet werden. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Gästen, aber auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern“, so Rainer. Während manche Unternehmen der Sparte bereits seit 20 Monaten geschlossen sind, zieht es langjährige Mitarbeiter und Stammgäste ins benachbarte Ausland. „Da tut einem das Herz weh“, sagt Rainer bitter, „wir wollen keine weiteren Corona-Hilfen, wir wollen nicht am Tropf des Staates hängen. Wir sind Unternehmer, lasst uns arbeiten!“

Spartenobmann-Stv. Tourismus und Freizeitwirtschaft, Alois Rainer
Alois Rainer, Spartenobmann-Stv. Tourismus und Freizeitwirtschaft

Branche ist kein Infektionstreiber

Spartengeschäftsführer Thomas Geiger sieht in geöffneten Hotels und Gaststätten keine Gefahr für die Allgemeinheit und zieht den Vergleich zwischen Österreich und der Schweiz heran. Während das heimische Gastgewerben im Jahr 2020 in den Lockdown geschickt wurde, hielt unser Nachbar im Westen die Branche geöffnet. Trotzdem lässt sich in beiden Ländern im Krisenjahr 2020 eine annähernd gleiche Inzidenzentwicklung und Anzahl an belegten Intensivbetten beobachten.

„Der Tourismus treibt die Inzidenz nicht hoch. Die Branche ist kein Infektionstreiber, dass belegen die Zahlen“, weiß Geiger. Auch er fordert von Seiten der Politik ihr Versprechen der Öffnung am 13. Dezember einzuhalten. Um dies sicherzustellen werde die Sparte weiterhin das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen und Druck ausüben. Die Politik müsse sich über die Tragweite des Lockdowns für das Gastgewerbe im Klaren sein. Nach dem „Total Crash“ 2020, brauche es nun vertrauensbildende Schritte. „Die betroffenen Unternehmen brauchen jetzt eine Öffnung – keine weiteren Hilfen“, fordert Geiger.

Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft Thomas Geiger
Thomas Geiger, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft

Standort Tirol stärken

Knapp 10.000 Tiroler Gastwirte und Hoteliers hängen derzeit in der Luft. Besonders in tourismusintensiven Bezirken hat der neuerliche Lockdown die Hoffnung auf eine baldige Normalität schwer erschüttert. Viele Unternehmen im Gastgewerbe sind Familienbetriebe, die nun um ihre Existenz bangen. Doch durch die verhängten Maßnahmen erleidet nicht nur das Gastgewerbe Schaden, sondern auch alle Betriebe die mit in die Lieferkette eingebunden sind. Der Rattenschwanz zieht sich durch große Teile der Tiroler Wirtschaft und mindert so die Wertschöpfung in der Region.

Dadurch werden Arbeitsplätze, die Sicherheit des Standortes und nicht zuletzt der allgemeine Wohlstand bedroht. Um eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität zu gewährleisten, wollen die heimischen Unternehmen Teil der Lösung sein und ein 2G-Konzept flächendeckend etablieren. Das Vorhaben steht und fällt allerdings mit der Entscheidung über weitere Maßnahmen seitens der Politik. „Bei der versprochenen Öffnung geht es um die Einhaltung eines Vertrages zwischen Politik und Unternehmen und damit auch um das Vertrauen in die Entscheidungsträger“, mahnt Alois Rainer. Bei den Vertretern des Tiroler Gastgewerbes wird der Geduldfaden immer dünner. Es braucht verbindliche Entscheidungen – und das bald.

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