Der Schritt in die Arbeitswelt schien für Manuel (im Bild) eine unüberwindbare Barriere zu sein. In Begleitung seiner arbas-Coachin absolvierte er eine Lehre im Einzelhandel. Seither hat sich für Manuel am Arbeitmarkt vieles verändert.
Recht praktisch

arbas Tirol: Erfolgsprojekt wird 25

Der Schritt in die Arbeitswelt schien für Manuel (im Bild) eine unüberwindbare Barriere zu sein. In Begleitung seiner arbas-Coachin absolvierte er eine Lehre im Einzelhandel.
© arbas Tirol

Der Verein arbas Tirol setzt sich für Menschen mit Unterstützungsbedarf ein und begleitet sie bei der Erlangung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen am offenen Arbeitsmarkt.

Das Angebot von Arbeitsassistenz (arbas)Tirol richtet sich an Unternehmen sowie Jugendliche und Erwachsene ab dem Ende der Schulpflicht bis zur Pensionierung. Über 100 arbas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind in allen Regionen Tirols für Menschen mit Unterstützungsbedarf im Einsatz. Gearbeitet wird nach dem Konzept der „Unterstützten Beschäftigung“: Die Coaches von arbas stehen einerseits den Unternehmen zur Seite, wenn diese Menschen mit Unterstützungsbedarf beschäftigen wollen und andererseits begleiten sie Menschen dabei, eine branchenüblich bezahlte Arbeit zu finden und einer regulären Beschäftigung im Rahmen einer kontinuierlichen Unterstützung nachzugehen.

2020 konnten 1.281 Jugendliche bei ihrer Berufswahl unterstützt werden und mit 767 Jugendlichen und Erwachsenen wurde gemeinsam ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gesucht. Darüberhinaus konnten 737 Lehrverhältnisse verlängert bzw. Teilqualifizierungen erreicht werden und 61 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf konnten in der beruflichen Inklusion begleitet werden.

Bringt Bewegung in starre Denkweisen

Eine Erfolgsgeschichte kann zum Beispiel Manuel, 25 Jahre, erzählen: Er ist seit dem Volksschulalter spielsüchtig und konnte durch den Rückzug in die virtuelle Welt keine Kontakte aufbauen. Durch das AMS kam Manuel zu arbas Tirol und zum Jobcoaching. In mehreren Praktika konnte er unterschiedliche Arbeitserfahrungen sammeln. Manuel entschied sich für einen Lehrplatz im Einzelhandel. Dieser Ausbildungsplatz wurde ihm angeboten, weil er sich bewährte und der Betrieb sein Entwicklungspotenzial erkannte.

„Das Besondere an diesem Konzept ist die Langzeitbegleitung der Mitarbeiter mit Unterstützungsbedarf und der Unternehmen vom Beginn bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses“, sagt Ursula Gidl, Obfrau des Vereins arbas Tirol und Arbeitsrechtsexpertin in der WK Tirol: „Im gesamten Betrieb profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Arbeitgeber von der geänderten Sichtweise sowie von einem anderen Zugang zu den Arbeitsvorgängen. Das bringt Bewegung in starre Denkweisen und Abläufe und damit betriebswirtschaftliche Vorteile, da die positive Herausforderung der Integration schlussendlich allen hilft, auch andere Lebenssituationen besser zu meistern“.

Als Gründungsmitglieder von arbas Tirol sind die Wirtschafts- und Arbeiterkammer seit 25 und die Ärztekammer seit zehn Jahren im Dienste der Integration von Menschen mit Behinderung engagiert tätig.

Weitere Infos: www.arbas.at

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