Verschiedene Wege, gemeinsames Ziel

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Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN.
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Die UN hat 17 nachhaltige Entwicklungsziele definiert. Sämtliche Vertreter der WK-Fraktionen bekennen sich zur Nachhaltigkeit und formulieren ihre Schwerpunkte.

Christoph Walser: Weil’s die Tiroler Betriebe einfach drauf haben!

„Ich bin stolz darauf, dass ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen zum Zukunftsthema Nachhaltigkeit gelungen ist. Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens, weil sich zwar derzeit alles um Corona dreht, aber die Tiroler Wirtschaft genau weiß, dass es auch ein „danach“ geben wird. Zweitens: Dieses umfassende Bekenntnis zu Nachhaltigkeit straft all jene Lügen, die behaupten, Ökologie und Ökonomie würden sich ausschließen.

Drittens: Unsere kleinteilige Wirtschaftsstruktur mit ihren vielen Familien- und Traditionsbetrieben verfügt über wesentlich höhere Glaubwürdigkeit als internationale Riesenkonzerne, die mit fragwürdigen Arbeitsbedingungen und dem Ausnutzen von Steuerschlupflöchern immer wieder beweisen, dass sie Nachhaltigkeit nicht „drauf“ haben. Die Tiroler Firmen aber sehr wohl. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen made in Tyrol haben daher beste Chancen.“

WK-Präsident Christoph Walser
Christoph Walser, Wirtschaftsbund

Michael Carli: Sagen, was ist und tun, was nötig ist

„Die WK Tirol schreibt Nachhaltigkeit groß. Hoffentlich. Sagen, was ist und tun, was nötig ist. Diese beiden einfachen Prinzipien sind vielen Unternehmerinnen und Unternehmern vertraut. Sagen, was ist: Die Klimakrise ist eine Tatsache und dieser kann sich niemand mit Vernunft verschließen. Unternehmerisch denken heißt, spätestens jetzt ins Handeln zu kommen. Somit tun, was nötig ist.

Die Wirtschaftskammer wird, um als Vertreterin der Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer glaubwürdig zu bleiben, ihre Anstrengungen intensivieren müssen, auch als Betrieb in allen Bereichen – inklusive WIFI – nachhaltiger zu wirtschaften. Ressourcenschonung, sozial verträgliche Kreislaufwirtschaft und ökologische Sensibilität sind also Pflicht. Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit gibt es viele. Es fängt bei der radikalen Einsparung von Kunststoffen an und hört bei der Beteiligung an Bürger-Solarkraftwerken nicht auf. Als Grüne Wirtschaft helfen wir dabei sehr gerne mit!“

Michael Carli, Grüne Wirtschaft
Michael Carli, Grüne Wirtschaft

Michael Kirchmair: Gemeinsam die Zukunft der Wirtschaft gestalten

„Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze. Nur der sparsame und effiziente Umgang mit unseren Ressourcen sichert langfristig unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlage. Es braucht Fairness und Chancengleichheit für EPU und KMU. Nur wenn wir die österreichische Nahversorgerstruktur fördern, können wir nachhaltig wirtschaften und damit regionale Anbieter stärken.

Zukunftsweisende Geschäftsfelder im Bereich Digitalisierung und Umweltschutz müssen gefördert werden. Die Förderung von Energie- und Klima-relevanten Investitionen sowie von Nachhaltigkeitsberufen ist für die Entwicklung essentiell. Durch eine Verbesserung des Energieeinsatzes werden Energieimporte reduziert, Investitionen ausgelöst, Energiekosten gesenkt und die Wirtschaft gestärkt. Dies wiederum schafft und sichert Arbeitsplätze und fördert den Wirtschaftsstandort Österreich.“

Michael Kirchmair, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband

Max Kloger: Wasserkraft wichtiger Beitrag zur Energieautonomie

„Die Tiroler Industrie bekennt sich zu den Entwicklungszielen der UN. Sie ist seit Jahrzehnten schon Vorreiter und Impulsgeber, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz geht. Das zeigt sich schon allein in den Millionenbeträgen, die hier jährlich investiert werden. Wichtig ist es deshalb die Förderungen im Bereich F&E für die Industrie weiter auszubauen und Forschungsnetzwerke auf allen Ebenen zu etablieren.

Parallel dazu bedarf es einer Überarbeitung der Bildungsstrukturen im Bereich Technik und Digitalisierung, um das Technikinteresse allgemein zu stärken. Mit der Tiroler MINT-Strategie wurde hier der erste Grundstein gelegt. Außerdem ist die viel diskutierte Energiewende in Tirol nur dann zu schaffen, wenn der Ausbau der Wasserkraft als eine der Grundlagen zur Erfüllung der Klimaziele und als Beitrag zur industriellen Entwicklung und der angestrebten Energieautonomie des Landes beschleunigt wird.“

Max Kloger, Spartenobmann Industrie
Max Kloger, Fachliste der Tiroler Industrie

Winfried Vescoli: Neues Leben in unsere Orte bringen

„Viele Dorfkerne sind ausgedünnt und vom Dorfleben ist nichts mehr zu spüren. Belebte Ortskerne reichen von kleinen Einkaufsläden über Postübernahmstellen und Arztpraxen mit Apotheken bis hin zu Bauernmärkten. Lebendige Dorfzentren ermöglichen ein Miteinander von Jung und Alt, von den Kindergartenkindern bis zu den Neunzigjährigen.

Daher muss das Land Tirol die raumordnerischen Instrumente für die Entwicklung belebter Ortskerne zur Verfügung stellen. Dieses nachhaltige Dorfleben kann auch für Stadtteile umgesetzt werden. Wenn die Belebung gelingt, werden die älteren Menschen öfter außer Haus gehen, die Kinder und Jugendlichen sind im Leben der älteren Generation eingebunden und das Miteinander wird wieder gefunden. Das bringt positive gesundheitliche Aspekte für alle Beteiligten. Und das ohne viel Autoverkehr – was unsere Umwelt auch danken wird.“

(wirtschaft.tirol berichtet: Best Practice Beispiel St. Johann)

Winfried Vescoli, Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft Tirol
Winfried Vescoli, Freiheitliche Wirtschaft

Michael Venier: Unternehmen nachhaltig erfolgsfit machen

„Für UNOS – das unternehmerische Österreich (NEOS) heißt Nachhaltigkeit vor allem die Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Bildung von Eigenkapital zu unterstützen. Gesunde Unternehmen sind gerade in herausfordernden Zeiten wie wir sie jetzt haben das Fundament für nachhaltiges Wachstum.

Leider nimmt die Steuer- und Abgabenpolitik der Bundes- und Landesregierung den Unternehmerinnen und Unternehmern jegliche Luft zum Atmen und am Ende des Tages unzählige Zukunftschancen. Das müssen wir ändern – um die Betriebe nachhaltig erfolgsfit zu machen. Es ist Tatsache, dass die Wirtschaft immer mehr durch eine überbordende Bürokratie ausgebremst wird. Allzugerne beschäftigen sich die Regierenden mit Vorschriften und neuen Ideen für die Digitalisierung der Wirtschaft, nie aber mit der Digitalisierung der Verwaltung. Gerade da sehen wir aber hohen Aufholbedarf.“

Porträtfoto Michael Venier für Factbox
Michael Venier, UNOS – das unternehmerische Österreich

Hans Unterdorfer: Nachhaltige Geldanlagen werden eine große Rolle spielen

„Nachhaltigkeit ist und bleibt das bestimmende Thema in der Wirtschaft und hat auch einen großen Einfluss auf uns als Banken und Versicherungen. Wir haben uns hier die Latte sehr, sehr hochgelegt. Das beginnt bei der Auflage von grünen Fonds und reicht hin bis zur Verpflichtung, dass die Einhaltung von sozialen Standards und Menschenrechten bei fairen Fonds sichergestellt sein muss.

Bei der COP26 in Glasgow stand das Thema Finanzierung des grünen Wandels ebenfalls im Fokus. Nachhaltige Geldanlagen werden in Zukunft eine große Rolle spielen und sind ein Thema, das auch bei Privatanlegerinnen und Privatanlegern eine immer größere Bedeutung bekommt. Das Interesse der Tirolerinnen und Tiroler an diesen Geldanalagen wächst stetig, ebenso der Informationsbedarf. Auch hier leisten wir unseren Beitrag für die Wirtschaft und unsere Gesellschaft.“

Spartenobmann Hans Unterdorfer
Hans Unterdorfer, Tiroler Wirtschaft – Banken &Versicherungen
Info: geförderte CSR- und Nachhaltigkeitsberatungen

Geförderte CSR- und Nachhaltigkeitsberatungen können Sie im Rahmen der Tiroler Beratungsförderung in Anspruch nehmen.

Kontakt:
Marlene Hopfgartner
Nachhaltigkeitsbeauftragte WK Tirol
Telefon: +43 5 90 905 1264
E-Mail: marlene.hopfgartner@wktirol.at
Web: www.WKO.at/tirol/nachhaltigkeit

Dieses und 159 weitere praktische Services der WK Tirol finden Sie online unter www.servicepaket.at

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