Stefan Sinnegger und Stephan Pichler (r.) von PowUnity testen den Live-Tracker auf der Handy-App.
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Das gestohlene E-Bike per Smartphone orten

Stefan Sinnegger und Stephan Pichler (r.) von PowUnity testen den Live-Tracker auf der Handy-App.
© WK Tirol

Elektronisch betriebene Räder sind bei Sportlern und Dieben gleichermaßen beliebt. Doch das Tiroler Unternehmen PowUnity macht den E-Bike-Dieben das Leben schwer.

Wenn ein E-Bike zu seinem Besitzer zurückkommt, ist es für PowUnity der beste Beweis, dass ihr Produkt eine gute Tat vollbringt. „Das wussten wir spätestens, seit wir im Jahr 2018 bei einem Razzia-Einsatz in Wien live dabei waren, als ein gestohlenes E-Bike mit Hilfe von BikeTrax sichergestellt wurde“, erklärt Geschäftsführer Stefan Sinnegger. Dabei haben es die Diebe zunehmend auf die teuren E-Bikes abgesehen. Und davon gibt es aktuell sehr viele. Denn laut Verkehrsclub Österreich fahren auf Österreichs Straßen insgesamt 750.000 E-Bikes. Diese werden in vielen Fällen nur mit einem einfachen, mechanischen Schloss gesichert – für Diebe ein leichtes Spiel.

In den meisten Fällen wird der GPS-Tracker im Motorraum des E-Bikes eingebaut. Er ist nicht größer als ein Feuerzeug und auch für Laien gut installierbar.
PowUnity: Das E-Bike per App orten

Gut versteckt

PowUnity bietet seinen GPS-Tracker für alle gängigen E-Bike-Motoren an. Dieser passt in jedes E-Bike und ist von außen nicht zu erkennen. Durch den Akku des E-Bikes erhält der Tracker Strom, um die nötigen Daten zu senden. Der Stromverbrauch ist allerdings sehr gering, wie Stefan Sinnegger, einer der Gründer von PowUnity, betont. Selbst dann, wenn die eigentliche E-Bike-Batterie herausgenommen oder ausgeschaltet wird. So bleibt auch dann die Überwachung aktiv, wenn das Rad nicht in Benutzung ist. Die maximale Laufzeit des Zusatz-Akkus beträgt 14 Stunden für das aktive GPS-Tracking und bis zu drei Wochen im Stand-by-Betrieb. Er wird unmittelbar nach dem Einschalten des E-Bikes geladen.

Über die SIM-Karte lässt sich das E-Bike europaweit orten. Das E-Bike lässt sich in Echtzeit verfolgen.
Über die SIM-Karte lässt sich das E-Bike europaweit orten. Das E-Bike lässt sich in Echtzeit verfolgen.
© WK Tirol

Bewegungsalarm und Positionsdaten

Über die integrierte SIM-Karte lässt sich das E-Bike europaweit orten. Die Datenübertragung zur Smartphone-App ist im ersten Jahr kostenlos, anschließend fallen knapp vier Euro im Monatsabo oder rund 40 Euro im Jahresabo an. Wird das Rad geklaut, informiert die App den Besitzer sofort per Alarm über den Diebstahl – in jedem EU-Land.

„Wenn dein Rad bewegt wird, sieht man auf der HandyApp, wo sich das Rad aktuell befindet und wohin es unterwegs ist. Man kann das Rad über die App schließen und wenn das Rad unbefugt bewegt wird, geht am Handy der Alarm los. Zum Beispiel der Dieb versucht, das mechanische Schloss zu knacken, das Rad wird bewegt – der Alarm wird auf das Handy übertragen“, so Stephan Pichler von PowUnity. Darüber hinaus steht eine Web-Plattform zur Verfügung, auf der sich der Standort des E-Bikes in Echtzeit verfolgen lässt. Auch die gefahrenen Routen sind hier ersichtlich.

Montage auch für Laien

Der Einbau des GPS-Trackers ist auch für Laien realisierbar – sofern sie ein wenig handwerkliches Geschick mitbringen. Dafür muss zunächst die Kabelabdeckung am Motor geöffnet werden, die oft nur durch Schrauben gehalten wird. Anschließend wird das Kabel abgezogen und mit dem Kabelbaum des GPS-Trackers verbunden. Dieser teilt sich am Ende – ein Teil wird wieder in den Motor, der andere an den Akku des Trackers gesteckt. Anfangs entwickelte das Innsbrucker Unternehmen PowUnity Produkte für Skifahrer, damit diese im Tiefschnee ihre verlorengegangenen oder gestohlenen Skier oder Snowboards wiederfinden konnten.

2018 brachten die Jungunternehmer schließlich den GPS-Tracker „BikeTrax“ auf den Markt. Das Geschäft floriert. „Derzeit verkaufen wir 30.000 bis 50.000 GPS-Tracker pro Jahr – vorwiegend im deutschsprachigen Markt, doch wir haben bereits europaweit zahlreiche Kunden“, so Sinnegger. Die Wachstumsrate liege derzeit bei 100 Prozent pro Jahr und werde weiter steigen, da die Innsbrucker auch mit Bike-Herstellern zusammenarbeiten, die ihren Diebstahlschutz künftig gleich werksmäßig einbauen wollen, zeichnet Sinnegger rosige Zukunftsaussichten für PowUnity.

Weitere Informationen: www.powunity.com

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