Bezirksobmann Franz Jirka und Bezirksstellenleiter Stefan Wanner - ein eingespieltes Team (v.l.).
Innsbruck

Franz Jirka und sein erstes Jahr als Bezirksobmann

Bezirksobmann Franz Jirka und Bezirksstellenleiter Stefan Wanner sind ein eingespieltes Team (v.l.).
© WK Tirol

Am 15. Oktober 2020 hat Franz Jirka seine Aufgabe als Bezirksobmann übernommen. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Ein guter Zeitpunkt, um einen Blick auf zentrale Themen Innsbrucks zu werfen.

131.059 Einwohner, 4.257 Dienstgeberbetriebe, 52.459 unselbstständig Beschäftigte und 1.801 Lehrlinge. In der Landeshauptstadt ist was los, das zeigen schon die wichtigsten Zahlen. Das vergangene Jahr hielt zudem zahlreiche herausfordernde Aufgaben rund um den Wirtschaftsstandort Innsbruck bereit. „Wir leben in bewegten Zeiten und meine Position als Bezirksobmann hat mir einiges abverlangt. Unterschiedlichste Themen haben die vergangenen Monate aber extrem spannend und beinahe kurzweilig gestaltet“, erklärt Bezirksobmann Franz Jirka und wirft einen Blick zurück auf die zentralen Bereiche:

Das Innsbrucker Stadtmarketing hat einen Prozess durchlaufen, bei dem sowohl die Marke Innsbruck als auch die Neuaufstellung im Mittelpunkt standen. Mit einer Arbeitsgruppe wurde ein entsprechendes Papier ausgearbeitet, doch bei der Umsetzung gerät nun alles ins Stocken. Der Abgang von Bernhard Vettorazzi mit Ende Februar 2022 ist nicht nachvollziehbar und in meinen Augen ein Fehler. Die Nachbesetzung ist nach wie vor nicht ausgeschrieben und bis dato wurde kein Budget beschlossen. Wir wollen einen Schritt nach vorne machen, dafür brauchen wir Top-Mitarbeiter und gute Leute sind bekanntlich schwer zu finden. Daher fordere ich so schnell wie möglich eine Ausschreibung der Stelle. Im besten Fall bleibt jedoch ein Teil der Mannschaft bestehen, um Know-how weiterzugeben und eine saubere Übergabe zu gewährleisten. (wirtschaft.tirol berichtete: bereits zum zehnten Mal ging mit großem Erfolg die innsbruck@night über die Bühne)

Schritte in die richtige Richtung

Der Stadtteil Rossau ist und bleibt ein Sorgenkind. Dieses Gewerbegebiet wird seit Jahrzehnten „stiefmütterlich“ behandelt, obwohl es mehr als 650 Firmen mit über 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einen abwechslungsreichen Branchenmix vorweist. Die dortige Verkehrssituation ist chaotisch, es gibt kaum Gehsteige, aber dafür schlecht asphaltierte Straßen. Daran muss sich etwas ändern. Die beiden engagierten, in der Rossau ansässigen Unternehmer Dieter Unterberger und Markus Dax setzen sich aktuell dafür ein, dass eine anständige Busverbindung auf die Beine gestellt wird. Dadurch wird die Verkehrssituation hoffentlich entlastet und weniger Stau zu den Stoßzeiten produziert. Das wird aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Das Areal St. Bartlmä sollte als Treffpunkt für Jugendliche etabliert werden. Denn Fakt ist: Die Jugend braucht einen adäquaten Aufenthaltsplatz, da die Kulturszene in der Stadt – nach dem Wegfall von Weekender und Hafen sowie die Ausdünnung der Bögenlokale – weiter schrumpft. Für die Hochkultur, das Haus der Musik, ist extrem viel Geld geflossen, wieso kann nicht in die Jugend investiert werden? Das Projekt könnte sich durch anschließende Vermietungen selbst tragen. Innsbruck ist eine Studentenstadt, doch schon bald haben diese keine Unterhaltung mehr und womöglich einen Grund weniger, um hier zu studieren. Darum muss die Stadt in dieser Sache Geld in die Hand nehmen und rechtzeitig Alternativen schaffen. Leider ist bis dato nichts in dieser Hinsicht passiert.

Bezirksobmann Franz Jirka

Baustellen über Baustellen

Das Vorziehen der Altstadt Baustelle war die richtige Entscheidung und die Bauarbeiten wurden in Rekordtempo durchgeführt. Nun ist die Baustelle fertig, zumindest fast, denn die Gassen präsentieren sich momentan noch als Fleckerlteppich. Der Untergrund muss sich setzen, doch dann sollte rasch die Oberflächengestaltung umgesetzt werden, damit wir top aufgestellt in neue touristische Saisonen starten können.

Auch bei der restlichen Baustellensituation in Innsbruck geht es rund. In letzter Zeit gab und gibt es deshalb immer wieder Beschwerden. Baustellen sind ein notwendiges Übel, um die Infrastruktur zu erhalten. Die Anzahl und die örtlichen Gegebenheiten sind jedoch zu hinterfragen, denn für Gewerbetreibende zehrt die Situation oftmals an den Nerven und an der Finanz. Wir haben mittlerweile einen sehr guten Kontakt zur Stadt und den beteiligten Baufirmen, denn die betroffenen Betriebe müssen rechtzeitig informiert und eingebunden werden. Im November 2021 wird im Gemeinderat das neue Konzept hinsichtlich der geplanten Baustellen 2022 vorgestellt. Danach werden auch wir in Kenntnis gesetzt und sind froh, dass wir diese Möglichkeit wieder bekommen.

Vorausschau aufs kommende Jahr

Im kommenden Jahr wird sich Bezirksobmann Franz Jirka erneut mit viel Elan für die Interessen der Unternehmer einsetzen und dabei besonderes Augenmerk auf folgende Zukunftsthemen legen: Der Pavillon vor dem Landestheater sollte schnellstmöglich wieder gastronomisch genutzt werden. Die Neugestaltung des Bozner Platzes ist definitiv notwendig, aber noch nicht fertig gedacht. Die Citygarage, welche über 800 Stellplätze beherbergt, muss weiterhin befahrbar bleiben, um Besuchern aus den Umlandgemeinden eine Parkmöglichkeit zu bieten.

Und die Entscheidung über den viel diskutierten Busparkplatz – egal ob ober- oder unterirdisch – muss endlich gefällt werden. Der Bustourismus ist für eine touristische Stadt wie Innsbruck nicht wegzudenken und es ist Aufgabe der Politik, die besten Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Dazu gehört definitiv eine zentrale Parkplatzlösung, die in ein durchdachtes Gesamtkonzept mit entsprechendem Leitsystem eingebunden ist.

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