Sonderfahrt mit Sicherheitsfaktor. Der Impfbus der WK Tirol fährt dorthin, wo er gebraucht wird, und leistet damit einen Beitrag zur dringend erforderlichen Erhöhung der Impfquote.
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Nächster Halt Impfbus – bitte einsteigen!

Sonderfahrt mit Sicherheitsfaktor. Der Impfbus der WK Tirol fährt dorthin, wo er gebraucht wird, und leistet damit einen Beitrag zur dringend erforderlichen Erhöhung der Impfquote.
© Schilder Greuter, Landeck

In Österreich stockt der Impffortschritt. Die WK Tirol setzt auf niederschwellige Angebote statt Zwang und schickt den Impfbus auf Tour. Anruf genügt – und schon kommt der Bus mit Pfizer & Co.

Österreichs Impfquote hinkt im Vergleich mit anderen europäischen Ländern hinterher. Während wir bei rund 60 Prozent Vollimmunisierten stehen, haben uns beispielsweise Italien (68 Prozent), Dänemark (75 Prozent), Spanien (78 Prozent) oder Portugal (85 Prozent) längst abgehängt. Das hat ganz praktische Folgen: In Österreich wird über Verschärfungen der Maßnahmen nachgedacht, Länder mit hohen Quoten können hingegen wieder mehr Freiheiten zulassen. Damit kehrt die Normalität in den Alltag zurück und die Menschen können im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen.

Über den persönlichen Freiraum hinaus sind mit dem ausreichenden Schutz der Bevölkerung massive wirtschaftliche Folgen verbunden. „Wir können uns keine weiteren Lockdowns mehr leisten“, warnt Präsident Christoph Walser. Aktuell geht es im Tourismusland Tirol um die kommende Wintersaison, die letztes Jahr ein Totalausfall war. Das hat viele Betriebe ins Trudeln gebracht und enorme Unterstützungszahlungen der öffentlichen Hand erfordert.

Lieferengpässe, Einschränkungen und Kurzarbeit

„Eine niedrige Impfquote stellt einen erheblichen Unsicherheitsfaktor dar. Die Gäste müssen sich im Land wohl fühlen, sonst verzichten sie auf einen Urlaub. Und wenn es aufgrund einer kritischen Infektionslage zu neuen Reisewarnungen kommen sollte, ist ohnehin Feuer am Dach“, erklärt Christoph Walser. Das Damoklesschwert steigender Covid-Zahlen führt nicht nur zu sichtbaren Wirkungen, sondern auch zu unerwünschten Nebenwirkungen. Dazu zählen Lieferengpässe, die Einschränkungen für produzierende Branchen bis hin zur Kurzarbeit mit sich bringen.

„Es gibt derzeit nur einen Weg, um die Pandemie nachhaltig loszuwerden und das ist nun einmal die Impfung“, ist der WK-Präsident überzeugt. In der jetzigen Phase kommt niederschwelligen Angeboten eine besondere Rolle zu. Daher schickt die WK Tirol in Kooperation mit Blue Mountain Healthcare einen kostenlosen Impfbus auf Tour. Dieser macht auf Anfrage Halt bei Tiroler Betrieben und ermöglicht einen einfachen Zugang zur Impfung gegen Covid.

WK-Präsident Christoph Walser
WK-Präsident Christoph Walser

Möglich sind Grundimmunisierungen oder Auffrischungsimpfungen. Für Zweitimpfungen fährt der Bus nach drei bis vier Wochen erneut denselben Ort an. „Das Angebot richtet sich an Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie nahe Angehörige. Eine Anmeldung seitens der Mitarbeiter ist nicht nötig, erforderlich ist lediglich eine österreichische Sozialversicherungsnummer“, erklärt Blue-Mountain-Geschäftsführer Alex Brunner.

Bei INNIO Jenbacher ist der Impfbus gestern vorgefahren. „Wir haben zuvor bereits eine Impfstelle in unmittelbarer Nähe zu unserem Unternehmen eingerichtet, aber der Bus kommt direkt aufs Werkgelände – damit ist das Angebot absolut niederschwellig“, betont Martin Mühlbacher. Der INNIO-Standortleiter setzt auf Aufklärung statt Zwang und bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, die Impfungen innerhalb der Arbeitszeit vorzunehmen.

Martin Mühlbacher, INNIO-Standortleiter
Martin Mühlbacher, INNIO-Standortleiter

„Schon die Impfstraße hat gezeigt, dass viele Menschen nicht Impfverweigerer, sondern Impfskeptiker sind. Das macht einen großen Unterschied, denn Skeptiker lassen sich mit Information und Aufklärung erreichen“, so Mühlbacher. Fast alle Mitarbeiter, die sich immunisieren ließen, nutzten ein persönliches Gespräch mit dem Arzt. „In diesen Beratungsgesprächen konnten die Zweifel zu hundert Prozent ausgeräumt werden“, freut sich Martin Mühlbacher über den Erfolg des Angebots.

Die Belegung der Intensivbetten spricht eine deutliche Sprache. Fast alle Patienten mit schweren Symptomen verfügen über keine oder erst teilweise Immunisierung. „Die Impfung ist ein Akt der Solidarität und natürlich: der beste persönliche Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe und Long Covid“, erklärt Christoph Walser, „nehmen Sie daher bitte eines der vielen Tiroler Impfangebote in Anspruch. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass endlich wieder alles normal wird.“

Weitere Informationen:

Martin Drechsler, Covid-19-Beauftragter für Novartis in Tirol
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Sie werden das Impfbus-Angebot in Anspruch nehmen – warum?

Bereits unser innerbetriebliches Impfen wurde gut angenommen und wir haben in Kundl/Schaftenau die größte betriebliche Impf-aktion in Tirol umgesetzt. Wir hoffen nun, dass sich mit dem niederschwelligen Angebot eines Impfbusses noch weitere Mitarbeiter für eine Impfung entscheiden.

Sehen Sie eine dauerhafte Alternative zur Impfung?

Seitens Novartis gibt es eine klare Empfehlung für die Impfung. Wichtig ist, weiterhin auf Information und Aufklärung zu setzen. Seit dem Start der Impfungen bieten wir monatlich eine Infoveranstaltung mit einem medizinischen Experten. Das hilft sehr dabei, offene Fragen zu klären.

Wie bewerten Sie den Umgang mit Covid in Österreich?

Wir haben unser internes Schutz- und Präventionskonzept immer an den Vorgaben der Bundesregierung orientiert und als Arzneimittelhersteller diese sogar noch strikter umgesetzt. Wir schätzen diesbezüglich die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand sehr, insbesondere auch was die Organisation und Umsetzung unseres betrieblichen Test- und Impfangebotes betrifft.

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