Schlüssel-Rohlinge von Lintner Sicherheitstechnik
Alles Unternehmen

Lintner erschloss neue Geschäftsfelder

Schlüssel aller Art werden bei Lintner Sicherheitstechnik nachgefertigt.
Schlüssel aller Art werden bei Lintner Sicherheitstechnik nachgefertigt.
© dielengenfelder.at

Markus Lintner führt das Schwazer Unternehmen Lintner Sicherheitstechnik in vierter Generation. Das vergangene Jahr brachte zwei neue Online-Plattformen.

1919 als Schlosserei gegründet, hat sich das Unternehmen in den mehr als 100 Jahren seines Bestehens kräftig gewandelt. „Vom Zulieferer und Erzeuger von Herdplatten über eine Bau- und Kunstschlosserei kamen wir 1974 durch eine zündende Idee von Vater Kurt Lintner in die Sicherheitsbranche“, erklärt der heutige Geschäftsführer Markus Lintner, der selbst seit 1994 im Unternehmen tätig ist. „Nach meiner Matura in der HTL Jenbach für Maschinenbau und Betriebstechnik habe ich gleich bei meinem Vater im Betrieb angefangen. In allen Bereichen im Unternehmen habe ich selber mitgearbeitet. Mir war es ganz wichtig, alles aus eigener Erfahrung zu kennen. Es war mir immer schon klar, dass ich das Unternehmen einmal übernehmen werde“, blickt Lintner zurück.

2010 musste Markus Lintner den Betrieb schneller als geplant übernehmen, denn sein Vater erkrankte. „Mein Vater und ich hatten uns die Unternehmensbereiche aufgeteilt. Er war für die Schlosserei zuständig und ich für die Sicherheit. Nach der Übernahme habe ich zehn Jahre lang die Schlosserei weitergeführt. Wir haben ein neues Gebäude gebaut und investiert, weiterhin unsere eigenen Stahltüren produziert und diverse Schlosserleistungen angeboten. Wir waren gut, aber wir waren nicht die Besten. Es war eine schwierige Entscheidung, die Produktion einzustellen. Aber man muss auch das Nichtgelingen von etwas lernen. Das gehört zum Unternehmertum dazu“, resümiert der Sprecher der Tiroler Sicherheitsfachbetriebe.

Das Betriebsgebäude und der Sicherheitsshop Safeinn in Schwaz
Das Betriebsgebäude von Lintner Sicherheitstechnik und der Sicherheitsshop SAFEINN liegen direkt gegenüber an der Tiroler Straße in Schwaz.
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Lintner und sein Team sind Ansprechpartner für alle Belange rund um Alarmanlagen, Videoüberwachung, Schließanlagen, Zutrittskontrolle, Gebäudesicherheitssysteme, Tresore sowie Wartung und Reparatur von Türen und Toren. Darüber hinaus ist Lintner auch Spezialist für den Umbau und die Nachrüstung von Brandschutz-, Fluchtweg- und Sicherheitstüren. „Schlosserleistungen bieten wir auch nach wie vor an, da habe ich ein sehr gutes Partnernetzwerk aufgebaut“, unterstreicht der Schwazer Unternehmer und ergänzt: „Und wir machen jeden Schlüssel.“ In diesem Bereich brachte die Corona-Pandemie regelrecht einen Digitalisierungsboost.

„Seit Corona ist unsere Online-Plattform schluessel.lintner.at für die Nachbestellung von Schlüsseln zum Standardtool geworden. Man braucht nur ein Foto des Schlüssels hochladen, Namen und Kontaktdaten ergänzen und um den Rest kümmern wir uns“, beschreibt Lintner. Auch 80 Prozent aller Autoschlüssel kann das Schwazer Unternehmen nachfertigen. Dafür wurde in Maschinen und Software investiert sowie das Sortiment um elektronische Autschlüssel erweitert. Und damit konnte schon so manchem Kunden aus der Patsche geholfen werden, denn auch ein Autoschlüssel geht schnell einmal verloren.

Türoffnung mit Chip, Code, Finger oder Handy.
Türoffnung mit Chip, Code, Finger oder Handy. Alles ist möglich.
© dielengenfelder.at

Stichwort Digitalisierungsboost: Der hauseigene Online-Shop safeinn.at ging bedingt durch die Pandemie früher an den Start als erwartet. „Die Vorbereitungen dazu liefen schon und wir hatten bereits einen E-Commerce-Lehrling angestellt. Vor einem Jahr war es dann soweit, wir konnten den Online-Shop launchen. Wir nutzen ihn auch dazu, um unsere Kunden bestmöglich über unsere verschiedenen Produkte zu informieren. Sie bekommen auf einer Plattform alle Infos aus erster Hand“, hebt der Unternehmer hervor. Bereits ein Jahr zuvor wurde in Schwaz gegenüber des Bürogebäudes der gleichnamige Sicherheitsshop SAFEINN eröffnet. Dort können sich Kunden alle Produkte persönlich anschauen und natürlich ausprobieren.

Kontinuität als Devise

„Man muss Innovationen, Ideen und Veränderungen Zeit geben. In den letzen Jahren hat sich in unserem Unternehmen wahnsinnig viel getan. Auch für die Mitarbeiter, wir haben Home-Office und Gleitzeit eingeführt. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir all das erfolgreich weiterführen. Kontinuität lautet die Devise“, ist Lintner überzeugt.

Dabei zieht das gesamte Team an einem Strang, 17 Mitarbeiter gehören dazu. „Es ist ein Team, auf das ich mich jederzeit verlassen kann. Wir sind eine lässige Mannschaft, die toll zusammenarbeitet und mir ist es wichtig, dass meine Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen“, betont Lintner. Zwei Prokuristinnen kümmern sich um das Finanzielle. Eine davon ist Markus’ Schwester Sarah, die gerade ihr 20-jähriges Firmenjubiläum feiert und Ansprechpartnerin für wichtige Kunden ist.

Die Tageszeitung Presse kürte Lintner Sicherheitstechnik vor genau einem Jahr zu Tirols bestem Familienunternehmen. „Eine große Ehre und ich bin stolz, dass ich den Preis persönlich entgegennehmen konnte“, sagt Lintner. Aus- und Weiterbildung sind dem Unternehmer ein großes Anliegen, er hat selbst zahlreiche Weiterbildungen am WIFI und am Management Center Innsbruck besucht. So ist es kaum verwunderlich, dass er seit sieben Jahren Präsident des „OES – Österreichisches Expertennetz Sicherheit“ ist. „Das OES ist ein unabhängiger Verband, dessen Mitglieder sich mit Sicherheit in allen denkbaren Formen beschäftigen. Gemeinsam arbeiten wir an einer Ausbildungsakademie für Sicherheitsberufe“, erklärt Lintner.

Weitere Informationen: www.lintner.at

Porträtfoto Markus Lintner
Funktionärssteckbrief Markus Lintner
Porträtfoto Markus Lintner

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Ich bin ein politisch interessierter Mensch und mir gefällt es, dass ich die Möglichkeit habe, für meine Branche mitzugestalten. Ein besonderes Anliegen ist mir die Aus- und Weiterbildung. Speziell im Teilbereich Sicherheitstechnik fehlen fundamentale Möglichkeiten.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Es freut mich sehr, dass ich zum Sprecher der Tiroler Sicherheitsfachbetriebe in der Tiroler Innung der Metalltechniker ernannt wurde. Mit der Website www.schluesseldienste-tirol.at ist uns außerdem eine wesentliche Verbesserung für die Schlüsseldienste gelungen. Mit
einem Klick kann man einen seriösen Anbieter in der Nähe finden.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Die Ausbildung für junge Sicherheitstechniker ist mir ein großes Anliegen. Wir müssen Wege finden, um die Berufsausbildung zu ermöglichen. Derzeit gibt es noch keinen Lehrberuf. Außerdem möchte ich die Interessen der Sicherheitstechniker und der Schlüsseldienste auf einen gemeinsamen Nenner bringen.