BagJump Onepiece Bike Landing
Alles Unternehmen

Hartes Training, weiche Landung

Über 2.500 Projekte in den Bereichen Extremsport, Sportanlagen und Sicherheitssysteme hat das Team rund um BagJump bereits umgesetzt.
© BagJump

Der ehemalige Profisnowboarder Martin Rasinger hat das Bedürfnis nach sichereren Trainingsmöglichkeiten erkannt. Sein Unternehmen BagJump bietet Airbag-Lösungen für mehr Sicherheit.

Vor knapp 15 Jahren fasste Martin Rasinger den Entschluss, seine Snowboardkarriere an den Nagel zu hängen und stattdessen in die Unternehmerwelt einzutauchen. „Ursprünglich wollte ich ein Trainingsgerät erwerben, welches meine Stürze optimal dämpfen würde, um weiterhin mit den 15-Jährigen mithalten zu können. Da es in diesem Bereich nichts gab, was meinen Vorstellungen entsprach, entwickelte ich ein Airbagsystem aus der Stunt-Industrie weiter“, erzählt Rasinger, Gründer des mittlerweile weltweit tätigen Unternehmens BagJump, welches er zusammen mit seinem Bruder Hannes führt.

Gemeinsam mit Ingenieuren probierte der Profi-sportler verschiedene Formen, Größen sowie Shapes aus und brachte letztendlich seinen ersten eigenen Airbag heraus. Trail and error – Versuch und Irrtum lautete in der Anfangsphase das Motto. Zum Glück verlief alles weitgehend reibungslos und sämtliche Produkttests gingen ohne gröbere Verletzungen über die Bühne: „Irgendwann hatten wir den Dreh raus und nach dem Prototyp war das Ergebnis schließlich marktreif.“

Deutliche Reduktion des Verletzungsrisikos

Zahlreiche Profisportler sowie einige Skigebiete bekundeten kurz darauf ebenfalls großes Interesse an dem neuartigen Airbagsystem und Rasinger entschied, ein Unternehmen zu gründen. Das war die Geburtsstunde von BagJump. In den Skigebieten sind die Airbags nun schon seit 2007 zu sehen und es werden immer mehr. Das Verletzungsrisiko wurde deutlich reduziert, das Ausprobieren und Nachahmen von Profitricks wird von der Piste hin zum Luftpolster verlagert. Die Landung dort kann mit einer Tiefschneelandung verglichen werden und begeistert Familien und Profis nach wie vor gleichermaßen.

Inzwischen haben sich die Airbags nicht nur im Ski- und Snowboardbereich etabliert, sondern auch in anderen Extremsportarten. Skateboarder, BMX-Fahrer und Freestyle Motocrosser haben daran ebenso Gefallen gefunden wie Turner bzw. Trampolinspringer, nicht zu vergessen Stuntperformer. Tricks bzw. Landungen in all diesen Einsatzgebieten werden deutlich abgedämpft.

Aber auch bei Raum- und Luftfahrtunternehmen kommen die Produkte zur Anwendung. „Aktuell sind wir damit beschäftigt, alte Schaumstoffschnitzelgruben im Indoorbereich zu tauschen. Unsere Lösungen sind hygienischer und gerade seit Corona wird darauf noch mehr Wert gelegt. Außerdem kann die Frequenz der Tricks erhöht werden, da man nicht so viel Zeit und Power zum Herausklettern braucht.“

Künftig soll das Arbeiten auf Baustellen noch sicherer gestaltet werden.
Künftig soll das Arbeiten auf Baustellen noch sicherer gestaltet werden.
© BagJump

Doch was zeichnet die BagJump-Airbags noch aus? „Simpel erklärt: Sie sind weicher und haltbarer. Wir haben sehr lange an den Materialen geforscht und gemeinsam mit unserem Partner HeyTex herumgetüftelt. Denn jede Sportart hat besondere Anforderungen und braucht dementsprechendes Material. Die Freestyle-Motocrosser haben sehr scharfe Kanten und ein schweres Motorrad, da muss das Equipment ganz andere Aufgaben lösen als im Gymnastikbereich. Zudem muss es flexibel und gleichzeitig leicht sein“, erklärt Rasinger.

Maßgeschneiderte Umsetzung der Kundenideen

Die Unterschiede der einzelnen Systeme sind aber nicht nur bei den Materialien zu finden, sondern spielen sich im Innenleben ab. Es gibt quer durch die Bank verschiedene Systeme. Beispielsweise Airbags mit großen Ventilen, die aufplatzen und überschüssige Energie freilassen, wenn etwas oder jemand aufgefangen wird. Oder selbstregulierende Einheiten, bei welchen sich im Innenraum Luftsäulen befinden. Der Großteil der Anfertigungen wird auf Wunsch und anhand konkreter Ideen der Kunden maßgeschneidert. Soll ein horizontaler oder vertikaler Aufprall geschützt oder gedämpft werden und welche Fläche steht zur Verfügung? „Egal ob ein Hochgeschwindigkeitsaufprall eines Autos mit 120 km/h oder ein ausgefallener Weltrekordversuch – die Sicherheit muss von unserer Seite gewährleistet sein und dementsprechend sind wir beim ersten Versuch immer ein bisschen angespannt“, verrät Rasinger.

Der nächste logische Schritt ist für die beiden Brüder, das Segment der Sicherheitsprodukte aufzumischen. „Unsere Airbags sind sowohl für Hochgeschwindigkeits-Rennstrecken als auch für die Bauindustrie interessant. Herkömmliche Absicherungen beim Errichten eines Dachstuhls sind meiner Meinung nach derzeit suboptimal gelöst“, gibt Rasinger zu bedenken und beim Thema Sicherheit macht BagJump keine Abstriche.

Weitere Informationen: BagJump

WK-Präsident Christoph Walser (l.), WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz (r.); Hannes und Martin Rasinger.
WK-Präsident Christoph Walser (l.) und WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz gratulierten Hannes und Martin Rasinger zum gewonnen Exportpreis 2020.
© Andy Jackson