Lehrberufspaket - am Bild eine junge Konditorin
Perspektiven

Lehrberufspaket bringt neuen Lehrberuf

Die Herstellung von Konditorwaren ist immer mehr zum Lifestyle geworden. Darauf wurde jetzt reagiert.
Die Herstellung von Konditorwaren ist immer mehr zum Lifestyle geworden. Darauf wurde jetzt reagiert.
© Christian Vorhofer

Das zweite Lehrberufspaket des Jahres trat mit 1. August in Kraft. Unter anderem reagiert die neue Ausbildung zum Chocolatier auf aktuelle Entwicklungen. Sechs weitere Lehrberufe wurden aktualisiert.

Schokolade liegt im Trend: Die Kunden sind informierter und anspruchsvoller geworden. Neue Verarbeitungsmethoden und Maschinen verändern das Berufsbild ebenso wie die steigende Anforderungen an Verpackung, Kreativität und Marketing. Entwicklungen, die der bisherige Lehrberuf Bonbon- und Konfektmacher nicht zur Gänze abdecken konnte, welche die neue Ausbildung zum Chocolatier/zur Chocolatière nun aber macht.

„Die Lehre ist eine Ausbildung mit Aktualitätsgarantie“, betont David Narr, Lehrlingskoordinator der Tiroler Wirtschaftskammer. „Die Lehrinhalte werden laufend evaluiert, aktualisiert und an die jüngsten Entwicklungen in der Wirtschaft, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden sowie der Ausbildungsbetriebe angepasst. Dadurch wird auf veränderte Anforderungen reagiert – etwa auf eine stärkere Spezialisierung, breitere Produktpalette oder veränderte Fertigkeiten und Techniken.“

Sechs Lehrberufe novelliert

Neben dem neuen Lehrberuf Chocolatier/Chocolatière umfasst das Lehrberufspaket 2/2021 Novellierungen von sechs Lehrberufen:

Betonfertigungstechnik: Auch im Bereich der Betonfertigteileherstellung hat die Digitalisierung, im Vergleich zur letzten Überarbeitung vor über zehn Jahren, immer mehr Einzug gehalten. An dieser Stelle naturgemäß relevant ist jene im betrieblichen Umfeld, wo verstärkt Kompetenzen im Verständnis und in der Anwendung von Software z.B. beim Abrufen von Betonrezepturen, beim Lesen von Zeichnungen und Vorschriften welche digital zur Verfügung gestellt und verwaltet werden. Verstärkt Augenmerk wird auch dem Thema Qualitätssicherung im gesamten Herstellungsablauf gewidmet.

Drogist/Drogistin: Das neue Berufsbild beinhaltet Kompetenzorientierung, wichtige Elemente der
Digitalisierung und eine noch stärkere Ausrichtung auf den Bereich Gesundheitsvorsorge. Fachlich sind insbesondere die Themen Ernährung, dekorative Kosmetik, Haushalt – Chemie, berufsbezogenes Englisch, Verkaufsgespräche und Digitalisierung besser in das Berufsbild zu integrieren.

Konditorei (Zuckerbäckerei): Der Genuss und die Herstellung von Konditorwaren ist in den letzten Jahren immer mehr zum Lifestyle geworden, Konsumenten sind fachlich versiert und bringen großes Interesse mit. Das wachsende Angebot, die weitere Produktpalette der Konditorei und die erhöhte Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften, führt zur stärkeren Vertiefung der Ausbildungsinhalte. Das Ausbildungsangebot zur Patisserie wird aus diesen Gründen zu einem Schwerpunkt ausgebaut.

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz: Die Themen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz wurden im vorliegenden Entwurf besser in das Berufsbild integriert. Den Ausbildungspartnern Betrieb und Lehrling wird es damit möglich, noch besser als bisher eine in Hinblick auf den Erwerb der beruflichen Kompetenzen zielgerichtete Ausbildung zu planen und umzusetzen.

Veranstaltungstechnik: Durch den kompetenzorientierten Aufbau der Ausbildungsordnung ist die Vermittlung und Anwendung der berufsspezifischen Kenntnisse auf breiter Basis und unter Berücksichtigung essentieller Kompetenzbereiche gewährleistet. Im Speziellen sind dies vor allem die Anwendung von digitalen Technologien, moderne Beleuchtungs- und Beschallungstechnik, zeitgemäße Video- und Projektionstechnik sowie umfassende Kenntnisse im Bereich des Riggings und der aktuellen Bühnentechnik. 

Vergolden und Staffieren: Neben der hohen Qualifikation der Vergolder und Staffierer im Bereich der Arbeitsausführung mit verschiedensten historischen Handwerkstechniken wird der Bereich der Restaurierung und Konservierung von Objekten, Kunstwerken und Kulturgütern immer wichtiger, im Rahmen der Objektidentifikation oder beim Behandeln von Problemen und Schäden (Wurmbefall, Feuchtigkeit, Schimmelbefall). Kompetenzen im Bereich Dokumentation, Kommunikation und Abstimmung, beim Führen von Gesprächen mit Behördenvertretern oder beim Beraten von Auftraggebern wie Privatkunden, Kirchen oder Architekten werden zudem immer wichtiger.

Weitere Informationen:  www.wko.at/service/bildung-lehre/bildung-beruf-information.html

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