„Unverzichtbar für die Zukunft“

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Ruth Breu, wissenschaftliche Leiterin des Digital Innovation Hub West (DIH West), zum Thema digitale Transformation
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Professorin Ruth Breu, wissenschaftliche Leiterin des Digital Innovation Hub West (DIH West), erklärt warum diese Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft so spannend ist.

INTERVIEW

Das DIH West ist eine Plattform, die heimische KMU nutzen können, um den digitalen Transformationsprozess für ihr Unternehmen zu „übersetzen“ und für ihre Ideen zu nutzen. Was macht diese Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft so spannend?

Ruth Breu: Ich möchte die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sogar als unverzichtbar für die Gestaltung der Zukunft Tirols bezeichnen. Das letzte Jahr hat endgültig Klarheit darüber gebracht, wie groß die Herausforderungen sind, denen wir gegenüberstehen. Für die Firmen besteht dabei der Druck zu Wandel, es ergeben sich aber auch viele neue Chancen. Wirtschaftlich verwertbare Innovationen entstehen typischerweise in der intensiven Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten, die Markt und Kunden kennen, und Expertinnen und Experten mit technologisch tiefem Know-how. Alle im DIH West aktiven wissenschaftlichen Teams sehen in der Kooperation mit KMU einen beidseitigen Mehrwert.

Ein Angebot des DIH West ist auf die Entwicklung und Implementierung von systematischen Innovationsprozessen fokussiert. Das „Umdenken“ und neu Denken ist vielleicht die größte Herausforderung in der aktuellen Dynamik. Wie können Unternehmerinnen und Unternehmer dazu animiert werden?

Da stimme ich voll und ganz zu. Ein wichtiges Erfolgskriterium ist, dass die digitale Transformation weit oben und langfristig auf der Agenda des Managements steht. Wir haben Unternehmen in Tirol, die dieses Denken bereits erfolgreich umgesetzt haben. Sie haben eine klare digitale Strategie entwickelt, die sie schrittweise umsetzen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit im Boot haben. Was wir jetzt brauchen, ist eine Sogwirkung, die Unternehmen mitnimmt, die noch zögern. Der DIH West kann dabei eine wichtige Funktion übernehmen, da er Best Practices aufzeigt und Einstiegshürden überwinden hilft.

Ruth Breu ist wissenschaftliche Leiterin des Digital Innovation Hub West (DIH West)
Professorin Ruth Breu

Um aus Daten digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, ist der kreative Einsatz von Data Analytics und Künstlicher Intelligenz fast zwingend nötig. Welche sind in dem Zusammenhang die ersten Schritte, die Unternehmen gemeinsam mit den Experten des DIH West setzen?

Wichtig ist, die Früchte des Erfolgs nicht zu hoch zu hängen. Am Anfang klafft oft eine große Lücke zwischen den verfügbaren Daten und unklaren oder überambitionierten Zielvorstellungen. Hier heißt es, schrittweise vorzugehen und am Ball zu bleiben. Ganz besonders wichtig ist dabei, Fachexperten und Data Scientist anhand kleinerer Projekte Zeit zu geben, eine konstruktive Kooperation aufzubauen.

Gibt es Beispiele der Innovationsarbeit des DIH West zusammen mit Unternehmen, die Sie besonders beeindruckt haben?

Ich habe viel mit Unternehmen zu tun, die die Ideen der digitalen Transformation gleichsam inhaliert haben und diese jetzt mit viel Energie und Engagement umsetzen. Dies ist meiner Erfahrung nach weder von der Unternehmensgröße noch von der Branche abhängig, sondern allein von den Persönlichkeiten im Management. Seitens des DIH West spüren wir verstärktes Interesse an Kooperationen mit den wissenschaftlichen Partnern, sei es durch Nutzen der Angebote im Weiterbildungsbereich oder in den Arbeitsgruppen, oder durch Start von Projekten. Der Innovationsmotor ist in Gang gekommen und wird jetzt Fahrt aufnehmen.

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