I-MIE - Initiative Made in EU
Panorama

Neues Herkunfts-Gütesiegel für Produkte aus Europa

Um das Herkunfts-Gütesiegel „Made in EU“ bekommen zu können, müssen 80 Prozent der Wertschöpfung in Europa passieren.
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Hinter der Kurzbezeichnung „I-MIE“ (Initiative Made in EU) steht das Projekt dreier Unternehmer aus Kufstein. Über eine spezielle Kennzeichnung soll die Wertschöpfung in Europa gesteigert werden.

Es muss eine neue Solidarität für Produkte aus der EU geschaffen werden – und zwar auf der Seite der Erzeuger und der Kunden. Die Erfahrungen des letzten Jahres und die Auswirkungen der Pandemie haben gezeigt, wie wichtig es ist, die Herstellung von Produkten mit mehr Unabhängigkeit und Local Content sowie einem reduzierten Risiko im Warenverkehr zu realisieren“, geben sich die drei Kufsteiner Unternehmer Georg Kantor, Hannes Auer und Walter Edinger ambitioniert.

Mit der von ihnen initiierten einheitlichen Kennzeichnung „Made in EU“ (I-MIE) wollen sie einen ganzen Katalog positiver Effekte auslösen. Der Standort EU soll in den Fokus der Konsumenten gerückt und dadurch das Bewusstsein für die heimische Wirtschaft geschärft werden. Zudem soll das Herkunfts-Gütesiegel hohe Qualität vermitteln – verbunden mit Nachhaltigkeit und dem Bestreben, europäische Produkte klar zu positionieren. „Wenn das Herz der Käufer für Waren aus dem EU-Binnenmarkt schlägt, erhält der größte gemeinsame Wirtschaftsraum der Welt endlich die Bedeutung, die er verdient“, erklären die Gründer von I-MIE.

Vorteile liegen auf der Hand

Im EU-Markt existieren bereits einige Produktkennzeichnungen, die z.B. auf die regionale Herkunft von Lebensmitteln hinweisen – allein eine Dachmarke hat bislang gefehlt. Eine Lücke die mit der zertifizierten Kennzeichnung „Made in EU“ geschlossen werden soll.

Die Vorteile für den Nutzer liegen auf der Hand. Kunden nehmen am „Point of Sale“ Waren mit dem Zertifikat wahr und können sich bewusst für „Made in EU“ entscheiden. Die übergeordnete Marke schafft Vertrauen und bekundet die nötige Transparenz des Herstellungsprozesses. Der Aspekt „local content“ steht im Vordergrund. Mit Hilfe einer im Internet hinterlegten Datenbank können all jene Firmen gefunden werden, die sich eindeutig zu „Made in EU“ positioniert haben und zugleich die hohen ethischen Maßstäbe bei Qualität und nachhaltigem Wirtschaften erfüllen. Die Initiative, so sind sich die Urheber sicher, werde mittelfristig für mehr europäische Arbeitsplätze sorgen, langfristige Partnerschaften ermöglichen und auch die aktuellen Umweltkriterien positiv beeinflussen.

Das Herkunfts-Gütesiegel – Die Marke

Aber wie kommt man als Unternehmen zu dem Herkunfts-Gütesiegel: Grundvoraussetzung ist, dass 80 Prozent der Wertschöpfung in Europa passieren und dass Hersteller europäische Normen und Regeln für eine nachhaltige Produktion einhalten. Nach nach erfolgreicher Produktprüfung durch die I-MIE GmbH werden die Lizenzpartner in die Datenbank aufgenommen. Diese ist auf der Webseite www.made-in.eu öffentlich einsehbar und enthält Basisdaten über den Produzenten.

Für das Herkunftssiegel wird eine Lizenzgebühr, abhängig von der Mitarbeiterzahl, eingehoben. Die Nutzung des Lizenzlogos ist für zwölf Monate gültig, danach muss es erneut beantragt und evaluiert werden. Neben der Selbstdeklaration des Unternehmens erfolgt ein Audit durch die I-MIE und Wirtschaftsprüfer. Die Lizenznummer, die dem Betrieb zugeordnet ist, enthält Warengruppe, die Länderkennung und die fortlaufende Identifikationsnummer.

Einladung an Unternehmen

Nach dem Motto „Man kann über vieles reden, doch dann sollten Taten folgen“, laden Kantor, Auer und Edinger Tiroler Unternehmen ein, Teil der Initiative „Made in EU“ zu werden: „.Damit werden die Türen zu neuen Perspektiven und einem neuen „wir“ im Konsumverhalten in der EU geöffnet.“

Weitere Informationen: www.made-in.eu

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