Symbolbild - Rohstoffpreise Stahl
Symbolbild - Rohstoffpreise Stahl
Aktuelles

Rohstoffpreise im Blick

Die globale Stahlproduktion ging im Juni zurück.
© Bildwerk - stock.adobe.com

Die globalen Rohstoffpreise sind derzeit starken Schwankungen unterworfen. Ein Überblick über aktuelle Rohstoffpreise und deren Entwicklungen.

Für manche Rohstoffe müssen Höchstpreise gezahlt werden, die jedoch zwischenzeitlich deutlich nachgaben, um kurz darauf wieder zu steigen. Erhöhte Frachtkosten und Lieferkettenstörungen tragen zu dieser Preisdynamik bei, die sich jedoch grundsätzlich auf Basis von Angebot und Nachfrage einpendeln wird.

Wechselspiel aus Produktion und Verbrauch

Der Ölpreis ist zu Beginn der COVID-19-Pandemie, getrieben von einem Nachfrageeinbruch, stark zurückgegangen. Die Nachfrage überstieg seit Mitte 2020 das Angebot, wodurch deutliche Preiseanstiege einsetzten. Das allmähliche Angleichen von Angebot und Nachfrage führt zu einer Entspannung der Preisdynamik. Im ersten Halbjahr 2020 wurden Lagerbestände aufgebaut, die seither stetig reduziert wurden. Für 2022 erwartet die eia (US Energy Information Administration) eine steigende Produktion der OPEC+ und USA, die auf eine nachlassende Nachfrage treffen wird.

Grafik Rohstoffpreise: Rohstoff Öl
Öl: Preis, Produktion und Nachfrage
© eia

Internationale Holzpreise stark gesunken

Die internationalen Holzpreise (Chicago Lumber Futures) sind seit den Höchstwerten im Mai wieder stark gesunken und erreichen langsam wieder ein Vor-Pandemie-Niveau. Grund dafür ist teils ein Rückgang der Nachfrage, da sich das Konsumverhalten aufgrund steigender Durchimpfungsraten verschiebt. Die Menschen sind weniger zuhause und investieren in der Folge weniger in Renovierungen und Möbel als in den Lockdownmonaten. Ein Indiz dafür, dass pandemiebedingte Preisansteige temporär ausfallen dürften. (wirtschaft.tirol berichtete: Preiskrise am Bau: Anstoß für mehr Vernunft)

Grafik Rohstoffpreise: Rohstoff Holz
Holzpreise: Chicago Lumber Futures
© Trading Economics

Stahlpreise erholen sich etwas

Die globale Stahlproduktion ging im Juni zurück. Chinas Stahlproduktion sank dabei stärker als jene der restlichen Welt. Dadurch verlor China Marktanteile an der globalen Produktion (Juni: 56,9 %; Mai: 55,9 %). Laut der Commerzbank stiegen die chinesischen Stahlexporte jedoch im Juli erneut, was damit zusammenhängen dürfte, dass am 1. August Steuernachlässe auf Stahlexporte zurückgenommen wurden.

Seit April 2020 büßte China 6,8 Prozentpunkte an globalen Produktionsmarktanteilen ein. China hat jedoch kürzlich angekündigt, die nationalen CO2-Emissionen weniger schnell als geplant reduzieren zu wollen, woraufhin die Stahlpreise sanken. Die Kommentare der chinesischen Führung deuten auf weniger starke Belastungen für die chinesischen Industrie hin. Wichtige Eisenerzproduzenten (Brasilien, Australien, Südafrika) steigern außerdem laut der FT derzeit ihre Produktion, was den Stahlpreis in der zweiten Jahreshälfte 2021 drücken kann.

Grafik Rohstoffpreise: Rohstoff Stahl
Welt-Stahlproduktion und EU-Industrieproduktion
© World Steel, OECD

Halbleiter – ein perfekter Sturm

Eine Kombination aus steigender Nachfrage infolge der Pandemie und unvorhersehbaren Produktionsschocks (Blizzard in Texas, Suez Blockade, etc. ) sorgen für eine weltweite Halbleiterknappheit. IHS Markit schätzt, dass US-amerikanische Automobilhersteller aufgrund der Halbleiterknappheit im ersten Quartal 2021 um 1,3 Mio. weniger Fahrzeuge als geplant produzieren konnten. J.P. Morgan geht davon aus, dass die derzeitige Nachfrage nach Halbleitern die Produktionskapazitäten um bis zu 10-30 % übersteigt. Um die Nachfrage zu bedienen, ist ein deutlicher Ausbau der Kapazitäten notwendig. Das könnte frühestens in einem Jahr der Fall sein, weshalb die Halbleiterknappheit voraussichtlich noch weit in das Jahr 2022 reichen wird.

Grafik Rohstoffpreise: Halbleiterindustrie
Halbleiterindustrie: Globale monatliche Umsätze
© Statista

Kunststoffpreise/Plastik

Auch die Preise für Kunststoffe sind in den letzten Monaten gestiegen. Der Preisanstieg ist das Ergebnis steigender Nachfrage in den USA und Europa in Kombination mit den starken Stürmen in den USA im Februar 2021, welche die Produktion beeinträchtigten. Die Hersteller haben deshalb derzeit nur geringe Lagerbestände, und es wird einige Zeit dauern, bis sich die Lagerbestände wieder aufbauen. Das Independent Commodity Intelligence Service (ICIS) geht derzeit davon aus, dass sich die Lage noch innerhalb des zweiten Quartals 2021 beruhigen wird, während die Raffinerien ihre Produktion steigern.

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