Bewässerung eines Fußballplatzes durch eine Anlage von Komet Austria
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Intelligente Beregnungslösungen aus Lienz

In der mobilen Großflächenberegnung gewährleisten Komet-Pivot-Sprinkler die optimale und zugleich sparsamste Wasserverteilung.
© Komet Austria GmbH

Mit modernsten Fertigungsanlagen und einem versierter, hochmotivierten Technikerteam erzeugt die Komet Austria GmbH  Wasserverteilungskomponenten für den Weltmarkt.

Dort, wo mitten im Lienzer Industriegebiet oft Wasserfontänen bei strahlendem Sonnenschein Regenbögen in den Himmel zeichnen, entwickelt, testet und produziert die Komet Austria GmbH jene Komponenten, die für die Effizienz von Beregnungsanlagen verantwortlich sind: Sprinkler und Druckregler, die vor allem in der mobilen Großflächenberegnung zum Einsatz kommen, sowie Weitstrahlregner.

„Die Anwender unserer Produkte sind in erster Linie Landwirte auf allen Kontinenten, unsere Kunden sind aber die Hersteller bzw. Lieferanten von kompletten Beregnungsanlagen. Gerade in der Landwirtschaft ist es ja so, dass man Bewässerungssysteme eigentlich nicht kaufen will, aber letztlich kaufen muss, um überhaupt existieren zu können. Wir bewegen uns damit auf einem extrem preissensiblen, an sich gesättigten Markt, auf dem man sich nur mit ständigen Innovationen, höchster Qualität und Verlässlichkeit behaupten kann“, bringt Komet-Geschäftsführer Arno Drechsel die Gegebenheiten seiner Branche auf den Punkt.

Erfolgsfaktor „Langjährige Erfahrung“

Dass Komet heute zu den drei weltweit führenden Herstellen von Wasserverteilungssystemen zählt, kommt nicht von ungefähr. Einer der Erfolgsfaktoren ist sicher die langjährige Erfahrung: Roland Drechsel, der Vater der drei heutigen Firmeneigentümer Viktor, Arno und Hugo Drechsel, hat bereits 1952 damit begonnen, in seiner Heimatstadt Bozen Beregnungsanlagen für die damals boomende Südtiroler Obst- und Weinbauwirtschaft zu planen und aus zugekauften Komponenten zusammenzubauen.

Es folgte die Übersiedlung des Betriebes, der sich zunehmend mit der Entwicklung und der Produktion verbesserter Anlagenteile beschäftigte, zunächst nach Trient und schließlich ab 2000 nach Lienz, wo man nicht nur das geeignete Grundstück für die Errichtung von Produktions- und Verwaltungsgebäuden fand, sondern vor allem aus der Mechatronik-HTL und der Fachschule für Automatisierungstechnik bestens vorgebildete Mitarbeiter rekrutieren konnte.

Zunehmende Automatisierung

Etwa zeitgleich wurde zur besseren Erschließung des amerikanischen Marktes, auf den man sich schon ab den 1990iger Jahren vorgewagt hatte, die Komet Irrigation Company in Fremont/Nebraska gegründet. „Es folgte die Neuausrichtung unseres Unternehmens einerseits durch die Konzentration auf Großflächenregner und wesentliche Komponenten sogenannter Pivot-Bewässerungssysteme, andererseits aber auch durch eine konsequente Prozessorganisation in allen Bereichen. So haben wir unser ERP-System auf SAP umgestellt, den einzelnen Teams mehr Kompetenzen und Verantwortung übertragen und die Produktion zunehmend automatisiert“, erklärt CEO Arno Drechsel. Dies wird beim Rundgang durch die Produktionshallen deutlich, wo sich modernste Kunststoff-Spritzgussanlagen, CNC-Metallbearbeitungs-zentren und vollautomatische, roboterbestückte Fertigungslinien aneinanderreihen.

Hugo, Viktor und Arno Drechsel führen das Familienunternehmen Komet Austria
Die Brüder Hugo, Viktor und Arno Drechsel (v.l.) führen das Familienunternehmen in zweiter Generation. Qualität, Innovation, Nachhaltigkeit und vertrauensvolle Beziehungen zu den Kunden und Mitarbeitern sind die gelebten Werte.
© Komet Austria GmbH

Stark in umkämpftem Nischenmarkt

„Durch Innovationen dem Mitbewerber immer einen Schritt voraus zu sein, ist für die starke Positionierung in unserem umkämpften Nischenmarkt entscheidend. Deshalb lassen wir die Ergebnisse unserer aufwändigen Entwicklungsarbeit, die sich manchmal über Jahre hinziehen kann, schützen und verfügen über eine Vielzahl internationaler Patente. Unsere Produkte müssen auf allen Erdteilen bei den unterschiedlichsten Wasserqualitäten, Druckgegebenheiten und Umweltbedingungen zuverlässig funktionieren. Es gilt, mit geringstmöglichem Energieeinsatz die höchsterreichbare Effizienz zu erzielen, also das Wasser gezielt dorthin zu bringen, wo es das optimale Pflanzenwachstum gewährleistet.

Das ist eine enorme Herausforderung, da man die verschiedensten Parameter berücksichtigen muss. Es geht beispielsweise um hydrodynamische Prozesse, Verdunstungsraten und Windverfrachtung. Aktuell lassen wir von einem Testcenter in Frankreich die Tröpfchengröße analysieren, wobei uns vor allem interessiert, wieviel an kinetischer Energie beim Aufprall auf dem Boden freigesetzt wird. Ist diese Energie zu hoch, tritt ein Versiegelungseffekt auf, den es zu vermeiden gilt. Alle generierten Daten fließen in die Produktentwicklung und in unsere Berechnungsprogramme ein, die wir den Anwendern für die Optimierung des Einsatzes der jeweiligen Beregnungsanlage zur Verfügung stellen.“

Damit die Landwirte alle Vorteile, die ihnen ihre mit Komet-Komponenten ausgestattete Beregnungsanlagen bieten, auch bestmöglich nutzen, wurde die „Komet Academy“ ins Leben gerufen. Geschult wird durch Webinare, die von den vor Ort tätigen Verkaufsleitern – allesamt ausgewiesene Experten – in den Landessprachen abgehalten werden.

In der mobilen Großflächenberegnung gewährleisten Komet-Pivot-Sprinkler die optimale und zugleich sparsamste Wasserverteilung.
In der mobilen Großflächenberegnung gewährleisten Komet-Pivot-Sprinkler die optimale und zugleich sparsamste Wasserverteilung.
© Komet Austria GmbH

Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 gab es bei Komet wenige Wochen Kurzarbeit, die nur der allgemeinen Unsicherheit in dieser Zeit geschuldet war. Inzwischen hat der weltweite Boom der Landwirtschaft sogar dazu geführt, dass einige Produktionsanlagen rund um die Uhr laufen müssen.

„Wir wollen rasch wieder zum normalen Arbeitsrhythmus zurückkehren – auf Dauer würde das Betriebsklima, auf das wir wirklich stolz sind und das sich auch in äußerst geringen Fluktuationen manifestiert, leiden. In Verwaltung und Vertrieb haben sich durch die nahezu zum Erliegen gekommene Reisetätigkeit Zeitpuffer ergeben, die wir beispielsweise für den Aufbau des digitalen Marketings genutzt haben, um unseren Bekanntheitsgrad zu steigern und das Interesse für Detailinformationen, die wir auf unserer Homepage anbieten, zu wecken.

Außerdem konnten wir die nächsten Investitionsschritte vorbereiten. Wir haben 2018 eine zusätzliche Halle gebaut; jetzt ist ein weiterer Anbau vorgesehen und auch die Anschaffung neuer Anlagen, mit denen wir die zuletzt zur Marktreife entwickelten und patentierten Druckregler und Pivot-Endregner herstellen werden. Außerdem haben wir eine Vertriebsgesellschaft in Brasilien gegründet, um dort weitere Marktanteile zu erobern. Mehr als 95 Prozent unserer Produktion geht in den Export, weshalb die Auslandsmärkte für uns natürlich einen besonderen Stellenwert haben“, berichtet Arno Drechsel abschließend.

Weitere Informationen: Komet Austria GmbH