Damit unsere Gemeinden (am Bild St. Johann) lebendige Begegnungsorte bleiben, braucht es jeden einzelnen der sieben Standortfaktoren.
Damit unsere Gemeinden (am Bild St. Johann) lebendige Begegnungsorte bleiben, braucht es jeden einzelnen der sieben Standortfaktoren.
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Sieben Standortfaktoren für lebendige Ortszentren

Damit unsere Gemeinden lebendige Begegnungsorte bleiben, braucht es jeden einzelnen der sieben Standortfaktoren.
© Pla To

Sieben Standortfaktoren sind für die Belebung von Innenstädten ausschlaggebend. Eine zentrale Rolle nimmt die Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure ein.

Ob das Leben in einer Stadt oder einem Ort pulsiert, hängt von den Standortqualitäten für den analogen Einkauf bzw. die analoge Dienstleistung ab. Wenn eine dieser Komponenten fehlt, machen Konsumenten einen Bogen um den Ortskern. Jeder Standortfaktor ist essentiell – aber am wichtigsten ist das „siebte Siegel“, mit dem die einzelnen Faktoren zu einem großen Ganzen zusammengefügt und die Aktivitäten der einzelnen Akteure koordiniert werden. Nur so bleiben unsere Gemeinden lebendige Begegnungsorte. Das Ortsmarketing St. Johann ist ein gutes Beispiel dafür. (wirtschaft.tirol berichtete: „Es ist wieder Leben im Dorf“)

1 Vielfalt und Standortmix

Ob ein Standort von den Kunden als attraktiv wahrgenommen wird, entscheidet der Mix, die räumliche Abfolge und der Rhythmus der einzelnen Komponenten. Dazu gehören natürlich Handelsgeschäfte und Gastronomie, aber auch Angebote in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport, Büros, Ordinationen und konsumfreie Räume. In Einkaufszentren wird dieser Mix professionell geplant, um den Kunden vielfältige Anknüpfungspunkte und Begegnungsmöglichkeiten zu bieten. Auch Ortszentren müssen diese Ansprüche erfüllen.

2 Architektur und öffentlicher Raum

Eine Stadt wird mit allen Sinnen erlebt. Viele Tiroler Gemeinden verfügen über perfekte Voraussetzungen und bieten das passende Ambiente für das Einkaufserlebnis. Das gilt es zu erhalten und schonend weiterzuentwickeln. Dabei geht es um Faktoren wie die Gestaltung von Erdgeschoss-Zonen, um Plätze, Aufenthaltsqualität, Marktplätze, Veranstaltungsbereiche, Sichtachsen und Ahnliches.

3 Infrastruktur

Die Infrastruktur eines Ortes verfeinert den öffentlichen Raum. Der Kunde sucht „Short Wins“ und möchte zeitnah möglichst viele Erlebnisse mitnehmen. Das gelingt dann, wenn er befriedigende Antworten auf folgende Fragen bekommt: Wo erhalte ich schnell Informationen? Gibt es ein leistungsfähiges WLAN? Wo finde ich Erholungsräume mit Bäumen, Schatten, Sitzmöbeln? Sind schöne Spielplätze für die Kleinsten vorhanden? Bietet der Ort eine ansprechende Beleuchtung für nächtliches Bummeln?

4 Mobilität und Parken

Kunden sind nicht von Anfang an „da“ – sie müssen zuerst einmal „hin“ kommen. Ist die Erreichbarkeitsschwelle zu hoch, bleiben die Besucher aus. Ob öffentlicher- oder Individualverkehr – beides spielt eine große Rolle. Das Spektrum reicht von Parkmöglichkeiten über Öffi-Verbindungen und Park & Ride-Angeboten bis hin zu attraktiven Radwegen und sicheren Fußwegen. Es gilt, den öffentlichen Raum auf verschiedene Verkehrsteilnehmer aufzuteilen − und niemanden auszuschließen.

5 Standortmarketing

Auch ein Ort ist eine Marke, die professionell kommuniziert werden muss. Das beginnt beim Logo, geht weiter bei einer ansprechenden Website, übersichtlichen Plänen und Foldern, einem begeisternden Veranstaltungskalender und endet bei einem Gutschein- und Bezahlsystem sowie einer digitalen Gästekarte. Wichtig ist, dem Kunden rasche Orientierung zu bieten und das Gesamtangebot übersichtlich darzustellen.

6 Bündelung von Interessen

In einem Ort gibt es jede Menge engagierte Personen. Agieren diese als Einzelkämpfer, verlaufen viele Initiativen im Sand. Es braucht Zusammenschlüsse und kompetente Ansprechpartner. Von der Tourismusvertretung über den Einkaufsstraßenverein bis hin zu Kulturinitiativen und Vertretungen von Hauseigentümern und Bewohnern − jede dieser Vereinigungen erfüllt ihre Aufgabe und gibt den betreffenden Interessen eine Stimme.

7 Vernetzung aller Akteure

Oft hören die Anstrengungen zur Ortskernbelebung bei Standortfaktor 6 auf. Jede Einheit köchelt im eigenen Saft. Das führt zu Doppelgleisigkeiten und ungenutzten Chancen. Ohne Gesamtkoordination geht es nicht. Dieser entscheidende Faktor ist das „siebte Siegel“ der Ortsentwicklung. Die einzelnen Akteure werden aufeinander abgestimmt, ein gemeinsames Ziel wird festgelegt. Erst dann entsteht der Schub, der nötig ist, um Stadt- und Ortskerne nachhaltig zu beleben.

Weitere Informationen: „Es ist wieder Leben im Dorf“

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