Monika Albrecht hilft bei der Rauchentwöhnung - Symbolbild mit geknickter Zigarette
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Rauchentwöhnung: Nische mit Mehrwert

Ein Drittel der Raucherinnen und Raucher in Österreich versucht mit dem Rauchen aufzuhören.
Ein Drittel der Raucherinnen und Raucher in Österreich versucht mit dem Rauchen aufzuhören.
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Seit Februar 2021 unterstützt Monika Albrecht aus Gnadenwald Raucherinnen und Raucher auf dem Weg zu einem freien und selbstbestimmten Leben. Ohne Zigaretten.

Wäre es eine Frage der Intelligenz, wäre es echt anders. Nicht erst seit der als „Marlboro Man“ bekannt gewordene Wayne McLaren an Lungenkrebs erkrankte und als überzeugter Anti-Tabak-Aktivist 1992 starb, ist bekannt, dass Rauchen ungesund ist und tödlich sein kann. Bekannt war das schon vorher und nachher erst recht – als die Studien sich häuften wie die Warnungen.

Und doch. „Rund jeder vierte Erwachsene raucht in Österreich und ein Drittel der Raucherinnen und Raucher in Österreich versucht mit dem Rauchen aufzuhören“, weiß Monika Albrecht. Und sie weiß auch, dass fast 95 Prozent derer, die aufhören wollen, den Absprung alleine nicht schaffen. Weil es eben keine Frage der Intelligenz ist: „Das rationale, logische Denken funktioniert dabei nicht. Man muss beim Unbewussten ansetzen.“ Genau das macht sie. Und unterstützt diesbezüglich motivierte Raucher professionell dabei, Rauchen zu verlernen.

Aus eigener Erfahrung

Monika Albrecht ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin. Sie hat sich auf Rauchentwöhnung spezialisiert und im Februar 2021 das Gewerbe angemeldet. Dass ihr Coaching-Spezialgebiet mehr oder weniger eine Nische ist, überraschte angesichts der hohen Raucherzahlen und der entsprechend großen Wünsche, die Sucht zu beenden, auch sie. „Ja, stimmt, ich weiß eigentlich auch nicht, warum das so ist“, sagt sie. Doch, egal. Monika Albrecht ergänzt das bestehende Angebot um ein ausgeklügeltes Programm, dessen Ziel klarer nicht sein könnte: Ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne die Abhängigkeit von Zigaretten.

„Ich habe selber viel geraucht und bin seit über 20 Jahren rauchfrei. Ich kann mich in Raucherinnen und Raucher reinversetzten, ich kenne die Sucht“, erklärt Albrecht ihre eigene Motivation, den Auslöser dafür, sich auf Raucherentwöhnung zu konzentrieren. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie komplex und verflixt diese Sucht sein kann, die nicht selten in Jugendjahren beginnt.

„Die meisten Raucher fangen in jungen Jahren damit an. Da spielen Motivationen, wie das Coolsein, etwas Geheimes machen oder Rebellion mit hinein und stark wirken auch Gemeinschaftsgefühl oder Gruppendruck“, beschreibt Albrecht einen „roten Faden“, der viele Raucher miteinander verbindet. „Letztlich sind die Motivationen aber immer auch sehr individuell. Und diese Motive versuche ich zusammen mit den Klienten aufzubrechen“, erklärt die Lebens- und Sozialberaterin.

Lebens- und Sozialberaterin Monika Albrecht
Monika Albrecht

In der ersten von insgesamt vier Sitzungen werden nicht nur die Gründe für das Rauchen abgeklärt und gewürdigt, sondern auch die Gründe gegen das Rauchen definiert. Mit Hilfe einer Trance gelingt es den Klienten, sich selbst als Nichtraucherin oder Nichtraucher zu imaginieren und damit das Ziel so bildhaft wie spürbar zu machen. Mit Techniken der Trance kann der Wunsch, Nichtraucher zu sein, verstärkt werden. Nichtrauchersituationen werden bewusst mit positiven Gefühlen verknüpft und es wird eine neue positive imaginäre Nichtraucher-identität geschaffen, in der die Zigarette keine Begleiterin mehr ist.

Automatismus und Gewohnheit

„Das Rauchen ist eine unglaubliche Gewohnheit. Man verknüpft viele tägliche Situationen damit, eine Zigarette zu rauchen“, sagt Albrecht. Die berühmte Zigarette zum Kaffee beispielsweise ergibt – bei Menschen die drei Kaffee am Tag trinken – über 1000 Zigaretten im Jahr. Derart verknüpft mit allerlei Alltäglichkeiten – der kleinen Pause zwischendurch, der Belohnung nach einer fertigen Arbeit oder, noch bizarrer, einer sportlichen Aktivität – wächst die Fülle des Aschenbechers direkt proportional mit der Belastung von Lunge, Nase und Geldbeutel. „Es ist viel Automatismus und Gewohnheit dabei. Sich das abzugewöhnen, ist ein wenig so, wie wenn man sich angewöhnen will, mit der linken statt der rechten Hand zu schreiben. Das geht nicht einfach“, so Albrecht.

Nachdem die Motive für das Rauchen herausgearbeitet wurden, geht es darum, es zu verlernen. Sich die Situationen bewusst zu machen, ist ein wichtiger Schlüssel. „Normalerweise überlegt ein Raucher nicht, wann geraucht wird. Da ist plötzlich das Packerl leer und man weiß gar nicht, warum“, sagt Albrecht und hält fest: „Ich gebe den Klienten beispielsweise die Hausaufgabe, einen Tag lang zu notieren, zu welchen Gelegenheiten, in welchen Situationen eine Zigarette angezündet wird. Da kommt man drauf, dass es ein starres Muster ist.“

Professionelle Begleitung verhindert Rückfall

Ein Muster, das durchbrochen werden will und auch erklärt, warum die psychischen Entzugserscheinungen weit herausfordernder sind, als die körperlichen, die in knapp zwei Tagen erledigt sind. Dass Monika Albrecht dabei nicht darauf baut, dem Körper auf andere Arten Nikotin zuzuführen, erklärt sie so kurz wie knapp: „Das braucht man nicht.“ Vor allem eben dann nicht, wenn der Abschied von der Sucht professionell begleitet wird. „Bei nur einer Sitzung ist die Rückfallquote relativ hoch. Mein Programm umfasst vier Sitzungen zu je 90 beziehungsweise 60 Minuten. Meist geht das Programm über zwei Monate“, erklärt die Spezialistin.

Mit 400 Euro entsprechen die Kosten für diese vier Stunden ungefähr 3,8 Stangen Zigaretten. Sie nicht zu rauchen und nie mehr zu brauchen, setzt eine Mehrwertschleife in Gang, die unbezahlbar ist. Monika Albrecht: „Bereits drei Monate nach dem Aufhören kann sich die Lungenkapazität um bis zu 30 Prozent erhöhen. Das Einstellen des Rauchens verringert Depression, Angst und Stress, was auch die psychische Lebensqualität und Stimmungslage deutlich verbessert.“ Viele gute Gründe.

Weitere Informationen: www.monikaalbrecht.com