Egal ob Privat- oder Geschäftskunden, Matthias Kurz und die Mitarbeiter von HMK verpassen jedem Rasen den passenden Schnitt.
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Eine Berufung, die man leben muss

Egal ob Privat- oder Geschäftskunden, die Mitarbeiter von HMK verpassen jedem Rasen den passenden Schnitt.
© Die Fotografen

Matthias Kurz leitet seit 15 Jahren das Unternehmen HMK Facility Services in Kufstein. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er dafür, dass Immobilien in Schuss gehalten werden.

Das Jahr 2006 war ein weichenstellendes Jahr für Matthias Kurz. „Eigentlich wollte ich mich bei der WK-Bezirksstelle Kufstein nur erkundigen, welche Voraussetzungen ich mitbringen muss, um mich als Hausmeister selbstständig zu machen. Dann habe ich die Gelegenheit gleich genutzt und mein Gewerbe angemeldet, schon war ich selbstständig“, erinnert sich Kurz. Als Einzelunternehmer erledigte er anfangs alle Arbeiten selbst: Untertags standen die Hausmeistertätigkeiten am Programm und abends griff er zum Wischer und reinigte die Stiegenhäuser.

„Nach sechs Monaten habe ich gemerkt, dass das alleine nicht mehr schaffbar ist und ich habe die erste Teilzeitmitarbeiterin eingestellt. Drei Monate später habe ich den ersten Hausmeister beschäftigt. Für mich ist Hausmeister kein Beruf. Es ist eine Berufung, die man leben muss“, ist der Unternehmer zutiefst überzeugt.

2015 machte der Kufsteiner schließlich die Meisterschule für Denkmal-, Gebäude- und Fassadenreiniger, die er 2016 mit der Meisterprüfung abschloss. „Der Meister ermöglichte mir ein größeres Leistungsspektrum“, erklärt Kurz, der auch Landesinnungsmeister-Stellvertreter der Landesinnung der Chemischen Gewerbe und der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger und Berufsgruppenvorsitzender der Hausmeister ist.

Matthias Kurz

Rundumservice

Heute zählen 30 Mitarbeiter zum Team von HMK in Kufstein. Das Unternehmen hat sich vom Hausmeisterservice zum Rundumdienstleister im Bereich Facility Services entwickelt. Von Reinigungsdiensten und Grünanlagenpflege über Winterdienste, Anlagentechnik und Brandschutz bis hin zu Entfeuchtung, Bauschadenbegleitung und Concierge-Service – für all diese Bereiche gibt es bei HMK den richtigen Ansprechpartner.

„Wir sind breit aufgestellt. Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum uns die Corona-Krise wirtschaftlich nicht so sehr getroffen hat. Wir hatten auch Einbußen, aber bei weitem nicht so hoch wie beispielsweise die Gastronomie“, beschreibt der Unternehmer. Denn Corona hin oder her, der Schnee musste im Winter trotzdem geräumt werden und das Gras im Frühjahr dann auch wieder gemäht. Und im Bereich der Reinigung drehte sich plötzlich alles um das Thema Desinfizieren. „Wir mussten uns in kurzer Zeit schnell umstellen und sehr viel desinfizieren: Handläufe in Stiegenhäusern, Klingelanlagen, Knöpfe im Aufzug und noch vieles mehr“, weiß Kurz zu berichten.

Reinigungsdienste machen den größten Teil der Aufträge bei HMK Facility Services aus. Unter den Kunden finden sich sehr viele Geschäftskunden aus Kufstein, wie zum Beispiel Einkaufs- und Ärztezentren.„Mein Steckenpferd ist die Hausbetreuung von Objekten mit technischen Anlagen“, unterstreicht der Unternehmer. Das liegt an dem technischen Hintergrund, den Kurz durch seine Ausbildung hat. Der gelernte Maschinenschlosser arbeitete vor seiner Selbstständigkeit als Techniker und Bauleiter im Stahlbau.

Matthias Kurz reinigt eine Wand
Reinigungsdienste machen den Großteil der Aufträge bei HMK aus.
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Immer erreichbar

Das HMK-Team betreut sehr viele Heizungsanlagen, sämtliche technische Anlagen in Einkaufszentren, aber auch Schrankenanlagen in Tiefgaragen und Aufzüge. Bei Aufzügen schreibt die Tiroler Aufzugs- und Hebeanlagenverordnung einen geprüften Liftwart vor, der in Notsituationen innerhalb von 30 Minuten eine Notbefreiung durchführen muss. Auch in solchen Fällen kann man auf Kurz und sein Team zählen. „Wir sind rund um die Uhr und 356 Tage im Jahr über unseren Notdienst erreichbar. Sei es ein verlorenes Parkticket in einer von uns betreuten Garage, ein Wasserrohrbruch oder ein steckengebliebener Aufzug, wir sind immer erreichbar und spätestens in 30 Minuten vor Ort“, sagt der HMK-Geschäftsführer.

Die Idee des Komplett-Dienstleisters hatte Kurz schon bei der Gründung seines Unternehmens. Die angebotenen Dienstleistungen erweiterte er nach und nach. „Als Hausmeister ist man Dienstleister und als Dienstleister muss man sehr flexibel sein. Jedes neue Objekt ist eine Herausforderung. Jedes Haus hat seine Eigenheiten und ist ganz individuell durch seine Bewohner oder Mitarbeiter. Da braucht es viel Fingerspitzengefühl und oberste Priorität haben natürlich die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen dort“, weiß der Unternehmer aus eigener Erfahrung.

Weiterbildungen sind ein Muss

Das Hausmeistergewerbe ist ein freies Gewerbe. „Kleinere Reparaturen darf ein Hausmeister selbst durchführen. Aber bei größeren Schäden muss eine Partnerfirma her. Deshalb ist ein gutes Partnernetzwerk das A und O eines guten Hausmeisters“, hebt Kurz hervor.

Aus- und Weiterbildungen stehen für den passionierten Unternehmer an der Tagesordnung. „Das ist bei uns ein kleines Muss“, schmunzelt er und führt weiter aus: „Vor allem der Bereich der Gebäudeautomatik und Gebäudetechnik bleibt nicht stehen. Da vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht selber etwas dazulerne.“

Weitere Informationen: HMK Facility Services

WK Tirol/Die Fotografen
Funktionärssteckbrief Matthias Kurz
WK Tirol/Die Fotografen

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionär zu werden?

Meine Hauptmotivation war und ist etwas zu verändern. Ganz wichtig ist mir, dass neue Unternehmer von den zahlreichen Services der Wirtschaftskammer erfahren.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Stolz bin ich darauf, dass sich das Ansehen des Hausmeisters in der Öffentlichkeit verbessert hat. Verbessert hat sich auch die Zusammenarbeit im Branchenverbund. Der Austausch zwischen den unterschiedlichen Branchen ist mir sehr wichtig. Das erleichtert auch die Zusammenarbeit.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionär?

Den Konkurrenzkampf zwischen den Mitgliedsbetrieben möchte ich mehr in Einklang bringen. Und wir sind gerade dabei, weitere Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Einige Webinare und Tutorials haben wir bereits angeboten und diese Schiene möchten wir weiter ausbauen. Wichtig ist darüber hinaus, dass wir unsere Lehren aus der Corona-Krise ziehen. Dass wir das, was uns vor Herausforderungen gestellt hat, aufarbeiten und daraus lernen.