Alexandra Patricia Hagele vor ihrer Trafik Thaler in Telfs
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Trafik Thaler seit drei Generationen in Frauenhand

Im Zentrum von Telfs befindet sich die Trafik Thaler, die Alexandra Patricia Hagele führt.
© WK Tirol

2004 hat Alexandra Patricia Hagele die Trafik Thaler in Telfs von ihrer Mutter übernommen. Sie ist bereits die dritte Frau in ihrer Familie, die das Unternehmen leitet.

Eine ältere Dame betritt die Trafik Thaler in Telfs. „Guten Tag, haben Sie auch Ladebons für deutsche Prepaid-Handys?“, fragt die Kundin, die offensichtlich auf Urlaub in Tirol ist. „Ja, haben wir“, antwortet Alexandra Patricia Hagele. In dem Moment kann man der älteren Dame die Erleichterung förmlich ansehen. Urlaub gerettet, Handyguthaben gesichert.

„Wir Tabaktrafiken werden vielfach unterschätzt. Unser Sortiment ist sehr breit gefächert: Neben Zigaretten und Tabak verkaufen wir auch digitale und Klebe-Vignetten, Lotto und Toto, Sportwetten, Zeitungen, Zeitschriften und Eintrittskarten für Veranstaltungen von Ö-Ticket. Und viele haben noch einen Paketshop dabei. Da braucht es überall einen separaten Zugang über den Computer und natürlich auch verschiedene Drucker“, skizziert Hagele und ergänzt: „Hinzu kommen noch die klassischen Trafik-Nebenartikel wie Billets, Geschenkpapier und Kuverts.“

Als Nahversorger erfüllen Trafiken eine wichtige Funktion. Deshalb durften sie auch während der Lockdowns im Laufe der Corona-Pandemie immer offen haben. „Während dem ersten Lockdown hatte ich nur vormittags offen. Damals wusste ja keiner, wie es weitergeht“, erinnert sich Hagele zurück.

Eine Besonderheit ist das umfangreiche Zeitungs- und Zeitschriftensortiment.
© WK Tirol

Die Telfer Unternehmerin hat BWL studiert und ist nach Zwischenstationen in einer Spedition und dem Tourismus in das Unternehmen ihrer Mutter eingestiegen. „Selbstständig zu sein hat seinen Reiz. Man ist sein eigener Herr, das mag ich“, unterstreicht sie.

Schon Hageles Großmutter war Trafikantin, daher kommt auch der Name Thaler. Ihre Mutter hat das Unternehmen dann übernommen und ihr Vater hat auch dort mitgearbeitet. Seit 2004 führt Alexandra Patricia Hagele die Tabaktrafik selbst. Vorher war sie sieben Jahre lang bei ihrer Mutter angestellt. „Wenn man eine Trafik innerhalb der Familie übernehmen möchte, muss man vorher fünf Jahre hauptberuflich dort arbeiten. Das regelt das Tabakmonopolgesetz“, erklärt die Unternehmerin. Drei Angestellte unterstützen sie tatkräftig.

Herausforderung Digitalisierung

„Das Geschäft hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Zum Beispiel hat es Lotto und Toto früher überhaupt nur in den Trafiken gegeben und nicht online“, zeigt die Gremialobmann-Stellvertreterin des Landesgremiums der Tabaktrafikanten eine der Herausforderungen auf, die der Branche unter den Nägeln brennt.

Natürlich gibt es für die Trafiken auch strenge Auflagen, die es einzuhalten gilt. „Wir müssen das Alter unserer Kunden kontrollieren. Lotto und Toto dürfen wir ab 16 Jahren verkaufen, Sportwetten und Tabak ab 18 Jahren“, sagt Hagele. Sie und ihre Mitarbeiter kontrollieren stets die Ausweise ihrer Kunden. Ist ein Kunde zu jung oder hat derjenige keinen Ausweis dabei, darf ihm nichts verkauft werden.

Eine weitere Herausforderung brachte das Rauchverbot in der Gastronomie mit sich. Einbußen bei Zigaretten, Zigarren und Tabak waren die logische Folge. „Unsere Branche wächst nicht gerade“, zeigt sich die Unternehmerin nachdenklich und fährt gleich fort: „Aber ich bin zufrieden. Und wenn ich wieder die Chance bekommen würde, würde ich mich wieder für diesen Berufsweg entscheiden.“

Alexandra Patricia Hagele
WK Tirol/Die Fotografen
Funktionärssteckbrief Alexandra Patricia Hagele
Alexandra Patricia Hagele
WK Tirol/Die Fotografen

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?

Für mich war immer klar, dass es eine starke Vertretung für meine Branche braucht. Meine Hauptmotivation ist, dass ich als Frau in meiner Branche etwas bewirken möchte.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Stolz bin ich darauf, dass ich im Landesgremium der Tabaktrafikanten und im Landesgremium des Papier- und Spielwarenhandels als Stellvertreterin gewählt wurde.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?

Mir ist es sehr wichtig, mich auch in Zukunft aktiv einzubringen und für meine Branche da zu sein. Und ich bin überzeugt, dass es mehr Frauen in Funktionärspositionen braucht.