Mit dem Alpike in Windeseile den Berg hinab

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Mit dem Alpike geht's knieschonend den Berg hinunter.
Mit dem Alpike geht's knieschonend den Berg hinunter.
© Aberjung GmbH

Die Begeisterung für den Alpinsport ist ungebrochen und voller Potenzial. Micado schafft mit seinem Alpike, einem bergtauglichen Scooter, eine neue Möglichkeit der Fortbewegung.

Bergtouren sind zwar ganzjährig ein Vergnügen, ohne Schnee gestaltet sich der Abstieg aber mühsamer. „So sehr es Spaß macht, im Winter mit Tourenski raufzugehen und dann alles runterzufahren, so leidig ist im Sommer nach einer langen Bergtour das Runtergehen“, schildert Edwin Meindl, Geschäftsführer von Micado Smart Engineering und selbst Outdoorsportler.

Das Unternehmen entwickelte also eine transportable Lösung, mit der es auch ohne Knieschmerzen bergab geht: den Alpike, einen klappbaren, geländetauglichen Scooter.

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Micado Smart Engineering GmbH
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Klapp und ab

Seine Konstruktion ist auf Fahrkomfort getrimmt, die breiten Reifen mit vorne 14 Zoll und hinten 12 Zoll Durchmesser sollen Wurzeln ebenso gut bewältigen wie Straßenbahnschienen. Statt auf einem Trittbrett steht der Fahrer auf Fußrasten, das Gefährt wiegt dank des hohen Carbonanteils nur 5½ Kilo.

Mit einer ausgeklügelten Kombination aus Klapp- und Seilmechanismus lässt sich der Alpike sauber im dazugehörigen 25-Liter-Rucksack verstauen und innerhalb von 10 Sekunden fahrtüchtig machen. Scheibenbremsen geben Sicherheit, dank seiner Wendigkeit ist der Alpike auch für leichte Trails geeignet.

Hike and Ride

Beim Innovationspreis wurde das Gefährt in der Kategorie „Konzept mit Innovationspotenzial“ eingereicht. Der Scooter hat für Meindl das Zeug, eine neue Sportart zu begründen: Hike and Ride. Die Grundidee klingt vertraut: „Es gibt weltweit 1,2 Millionen potenzielle Kunden, alle Skitourengeher im Endeffekt.“

Abseits vom Berg bietet der Scooter laut ihm auch neue Chancen im urbanen Raum, besonders was die heiß diskutierte letzte Meile angeht: „In Zukunft wird es sicher so sein, dass wir außerhalb der Städte parken müssen und mit einem öffentlichen Verkehrsmittel, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Ähnlichem ins Zentrum kommen.“ Ihm zufolge könnte der Scooter, einfach im Auto verstaut, diese Lücke füllen.

Edwin Meindl, Geschäftsführer von Micado Smart Engineering
Edwin Meindl, Geschäftsführer von Micado Smart Engineering

Outdoorexpertise

Ideengeber Micado kennt man vorrangig aus der Automobil- und Luftfahrtbranche. Im Rahmen der drei Schwerpunkte des Unternehmens – Produktentwicklung, Werkzeug- und Vorrichtungsbau, Automatisierungstechnik – bleibt aber noch Raum für Kooperationen mit Outdoormarken wie Salewa, Gloryfy, Atomic oder Salomon.

Um den Alpike auf die Räder zu stellen, holte man sich noch die Industriedesigner von Aberjung ins Boot. Expertise in Sachen Handling und Fahrkomfort brachten die ehemaligen Radprofis Bernhard Gugganig und Alban Lakata ein.

An den Start

Zu Beginn des Prozesses analysierte das Team die Schwächen der Konkurrenz und stellte seine Kriterien auf: Gewicht, Packmaß, Handling, Fahrkomfort und Preis. Der Alpike glänzt laut Meindl in allen Punkten: „Wir haben uns gesagt: Wir möchten in jedem Musterschüler sein.“

Derzeit ist der Alpike noch ein Prototyp, auf dessen Seil-Klapp-Konzept ein Patent angemeldet wurde. Im Herbst 2021 soll das fertige Produkt an den Start gehen. Micado möchte auf Direktvertrieb und die Präsentation des Alpike bei Events setzen. Zu Beginn wird das High-End-Produkt fast 2.000 Euro kosten.

Mehr Informationen: www.micado.at