Setzen sich gemeinsam für mehr Kreativität in der Tiroler Wirtschaft ein: WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Tom Jank, Fachgruppenobmann und Sprecher der Tiroler Kreativwirtschaft.
Aktuelles

Tirol braucht kreativen Rückenwind

Setzen sich gemeinsam für mehr Kreativität in der Tiroler Wirtschaft ein: WK-Präsident Christoph Walser (l.) und Tom Jank, Fachgruppenobmann und Sprecher der Tiroler Kreativwirtschaft.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Die Initiative kreativland.tirol arbeitet an konkreten Vorschlägen, um Impulse für mehr Kreativität in Tirols Wirtschaft zu setzen.

Die Kreativwirtschaft zählt zu den dynamischsten und innovativsten Bereichen der Wirtschaft. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erneuerung etablierter Branchen und eröffnet durch ungewohnte Denkansätze neue Perspektiven für nachhaltige Innovationen.

„Nach einem Jahr Coronakrise haben wir die Chance auf einen Re-Start. Jetzt sind Kreativität und neue Impulse gefragt. Alte Muster ablegen, neue Impulse annehmen. Verlustängste verabschieden“, motiviert Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser und fügt hinzu: „Um die Transformation in Tirol zu unterstützen und die Kreativwirtschaft zu stärken, hat die Tiroler Wirtschaftskammer mit Unterstützung der Standortagentur und der Tirol Werbung das Initiativprojekt kreativland.tirol ins Leben gerufen. Damit aus Kreativität gute Ideen und Innovationen mit nachhaltigem Wert werden. Damit auch in Tirol Räume für viele ungewöhnliche Perspektiven und neue Lösungen entstehen.“

Nur eine gute Idee ist zu wenig

In Tirol sind mehr als 3.500 Unternehmen der Kreativwirtschaft zuzurechnen. Das bedeutet, dass in diesen Bereichen (Werbeagenturen, Design, Filmwirtschaft, Fotografen, Musikwirtschaft, Software, Grafik, Buch, Verlagswesen und viele mehr) mehr als 10.000 Menschen beschäftigt werden. Das sind rund 8 Prozent der Gesamtzahl der Unternehmen in Tirol. Nur eine gute Idee zu haben, ist aber zu wenig: „Unternehmen und Institutionen müssen lernen, wie kreative Prozesse funktionieren, wie man Kreativität fördert und zulässt. Egal ob in der Industrie, beim Handwerker oder in der Werbebranche. Es braucht eine kreative Prozesskultur, die ganz anders an die Umsetzung und Entwicklung herangeht“, so der Präsident.

Ein Beispiel dafür ist das klassische iPhone. „Jeder redet über das iPhone, aber niemand kennt den Prozess davor. Genau dieser muss sichtbar werden. Genau dafür haben wir kreativland.tirol ins Leben gerufen. In der Wirtschaftskammer haben wir mit der Kreativwirtschaft genau diese Kraft der Erneuerung, auf die wir jetzt viel stärker zugreifen müssen“, erklärt Tom Jank, Fachgruppenobmann und Sprecher der Tiroler Kreativwirtschaft. Denn die Kreativität ist ein wichtiger Impulsgeber, Ideenlieferant, ist Motor für Innovation und Erfolg. „Sie ist Chancenverwerter – für Länder, Städte und Unternehmer, quer durch alle Branchen“, so Jank.

Kreatives Kraftzentrum

Tirol soll bis zum Jahr 2025 zu einem kreativen Kraftzentrum im alpinen Raum werden. „Mit dieser Vision soll Tirol zu einem Land werden, in dem kreative Menschen gerne leben, arbeiten und ihr Business gründen.“ Mit der Gründung des kreativland.tirol werden deshalb konkrete Maßnahmen und Strategien für die nachhaltige Stärkung der Kreativwirtschaft Tirols umgesetzt. „Kreative, designaffine Menschen und Künstler sollen mit innovativen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen verbunden werden, um gemeinsam an der Gestaltung herausragender, erfolgreicher Produkte und Dienstleistungen sowie an einer lebenswerten Gesellschaft mitzuwirken“, erklärt Jank.

Jene Maßnahmen sind unter anderem:

Projekt »Kreative Bildung«
Wie können kreative Aus- und Weiterbildungsangebote in Tirol verbessert werden? Neupositionierung der WerbeDesignAkademie (WDA), viel mehr kreative Skills für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten sowie Lehrlinge, die Absicherung bestehender Vermittlungseinrichtungen etc.

Projekt »Kreative Gemeinden«
Wie können Gemeinden ihr kreatives Potenzial besser nutzen? Etwa, indem kreative Prozesse auf Gemeindeebene initiiert und gemeinsam mit Pilotgemeinden umgesetzt werden. Und dabei die großen Fragen im Blick haben: Partizipation, Klimawandel, Baukultur/Raumplanung und Gerechtigkeit.

Projekt »Kreativquartier(e)«
Wie schaffen wir Leuchtturmprojekte für die Kreativbranche? Zum Beispiel indem im Land neue Brennpunkte für die Kreativwirtschaft geschaffen werden, innovative Kreativquartiere mit Ateliers für Kreative, Film-/Fotostudios, mit Räumen für Ausstellung, Diskussion und Vermittlung.

Projekt »Kreativtourismus«
Der Tourismus braucht neue Ideen, aber wie gehen die? Besondere Plätze, innovative Architektur, Vernetzung mit heimischen Kreativen: so könnte Tirol zu einem europäischen Hotspot für Kreativtourismus werden.

Kreativität gilt weltweit als einer der wichtigsten Ressourcen der Zukunft. „Nur durch eine ausgeprägte Kreativität werden wir alle zukünftigen Herausforderungen meistern“, erklärt Jank. Eine ausgeprägte Kreativität bedeutet daher: „Sich strukturell auf eine Zeit vorbereiten, in der es vornehmlich um Ideen und neue Handlungsweisen geht. Wir müssen Menschen wieder die Möglichkeit geben kreativ sein zu können. Hier in Tirol haben wir die Experten, die uns auf diesem Weg unterstützen“, so Präsident Walser und Fachgruppenobmann Jank abschließend. „Wir wollen, dass alle kreativ werden und sich vernetzen.“

Weitere Informationen: kreativland.tirol

wirtschaft.tirol berichtete 2020: kreativland.tirol: Volles Leben, tiefe Wurzeln