Konsumentenbefragung - Würfel mit positivem Smiley steht im Vordergrund
Konsumentenbefragung - Würfel mit positivem Smiley steht im Vordergrund
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Konsumentenbefragung: Optimismus steigt

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Die Tirolerinnen und Tiroler haben hohe Erwartungen, was die Zeit nach der Pandemie betrifft. Laut Konsumentenbefragung erwarten sie einen Wirtschaftsaufschwung und einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

Seit dem Jahr 2009 erhebt die Wirtschaftskammer gemeinsam mit der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) und der Tiroler Tageszeitung regelmäßig die Stimmungslage in der Tiroler Bevölkerung. Seit rund einem Jahr ist Tirol von den Konsequenzen der weltweiten Corona-Pandemie betroffen. „Doch bei der Stimmung der Tirolerinnen und Tiroler neigt sich diese bald ihrem Ende zu. Die Bevölkerung blickt überraschend positiv in die Zukunft“, erklären Stefan Garbislander von der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation & Strategie und Stefan Jenewein von der GAW.

Gegenüber den letzten Umfragen haben sich fast alle Kennwerte spürbar verbessert. Das sei ein klares Zeichen dafür, dass die Tirolerinnen und Tiroler bereit für eine wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Erholung sind. „In der aktuellen Befragung sind die Einschätzungen sowohl was die persönliche wirtschaftliche Lage als auch was die gesamtwirtschaftliche Situation anbelangt durchwegs positiv.“

Positiver Blick in die Zukunft

Trotz der Dramatik der Pandemie und ihrer Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt zeigen sich in Summe 80 Prozent der Befragten sehr bzw. eher zufrieden, 19 Prozent sind etwas weniger bzw. gar nicht zufrieden (1 Prozent keine Angabe). „Soziale Absicherungsmaßnahmen wie Kurzarbeit greifen bei den Tirolern. Trotz der hohen Zahl an Arbeitslosen haben die Menschen keine Existenzängste“, erklärt Garbislander.

51 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten und 56 Prozent einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Nach dem Einbruch der Tiroler Wirtschaftsleistung um 10 Prozent im Vorjahr rechnet Garbislander heuer nach dem Totalausfall der Wintersaison mit einem Plus von 2 Prozent, wenn es nicht wider Erwarten erneute Corona-Lockdowns gibt. Im Jahr 2022 sollte es dann mit dem Wachstum kräftig nach oben gehen.

Stefan Garbislander, Leiter der Wirtschaftspolitik & Strategie, WK Tirol
Stefan Garbislander

Konsumlust steigt

So ist auch die Konsumbereitschaft der Tirolerinnen und Tiroler klar über dem Vorjahresniveau. 40 Prozent wollen bis Ende Mai einen Kauf in der mittleren Preiskategorie tätigen. Weitere 24 Prozent innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate. Zum Vergleich: Im April 2020 waren es 32 bzw. 26 Prozent. Einen guten Zeitpunkt für größere Anschaffungen (etwa Möbel, Küche, Auto) sehen 23 Prozent, 16 Prozent sagen klar Nein. Schon 30 Prozent rechnen mit einer Inflation von 2 bis 3 Prozent und weitere 19 Prozent mit einer Teuerung von mehr als 3 Prozent.

Die Aussicht auf die eigene finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten beurteilen die Konsumenten ebenfalls positiv, nur noch 11 Prozent (vor einem Jahr 27 Prozent) befürchten hier eine Verschlechterung. „Das durchaus positive Ergebnis hat uns selbst etwas überrascht“, sagt Stefan Garbislander, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation & Strategie in der Tiroler Wirtschaftskammer, zu dem deutlichen Ergebnis der „Konsumentenbefragung“.

„Vor einem Jahr hat im ganzen Land große Verunsicherung geherrscht. Wie man sieht, haben die Maßnahmen der Regierung hier sehr gut gegriffen.“ Nach einem massiven Dämpfer im April 2020 liegt der Tiroler Konsumklima-Index auf einem Wert von dreizehn Prozent-Punkten. Die Konsumstimmung nimmt Fahrt auf und die Menschen sind bereit Geld auszugeben, wenn man sie lässt“, so Garbislander optimistisch. „Hier sind die Stichworte „Urlaub“ und „Einreisebeschränkung“ ausschlaggebend. Die Bevölkerung hat einiges an Nachholbedarf.

Stefan Garbislander

Gefühlte Einschränkung

Ein Lockdown nach dem anderen, geschlossene Gasthäuser und Hotels, Reisewarnungen und Ausreisebeschränkungen haben selbst den geduldigsten Konsumenten gezeichnet: Nur neun Prozent der Befragten glauben, dass die Tiroler im Bundesländervergleich bisher besser durch die Krise gekommen sind. „Die Abhängigkeit vom Tourismus und die Arbeit der Krisenbewältigung wurden bei der Konsumentenbefragung als nicht besonders gut bewertet“, erklärt Garbislander.

Für ihn und GAW-Studienautor Stefan Jenewein ist dieser negative Befund einem Mix aus hoher Bedeutung des überproportional hart getroffenen Tourismus und dem vielfach kritisierten Umgang Tirols etwa mit dem Fall Ischgl und den Mutationen im Bezirk Schwaz geschuldet. So hat auch das Empfinden der Einschränkung der Tirolerinnen und Tiroler zugenommen. 87 Prozent beklagen, dass sie ihre Freizeit nicht nach ihren Wünschen gestalten können. „Dass die Bevölkerung die Maßnahmen jetzt einschränkender empfinden als noch im Dezember, war für uns eine Überraschung. Vor allem unter 30-Jährige und Menschen in der Ausbildung fühlen sich betroffen. Keine Veranstaltungen, keine offenen Fitnessstudios und vieles mehr haben ihre Auswirkungen gezeigt“, so Garbislander.

Impfbereitschaft wächst

Lob gibt es von insgesamt 83 Prozent der Befragten für das umfassende und kostenlose Covid-Testangebot überall im Land. Auch die Impfbereitschaft der Tirolerinnen und Tiroler im Vergleich zum Dezember des Vorjahres ist stark gewachsen. Rund 80 Prozent der Befragten wollen sich impfen lassen. „Zum Vergleich wollten sich im Dezember 2020 nur 22 Prozent auf jeden Fall impfen lassen, 29 Prozent eher ja und rund 45 Prozent eher nicht bis auf keinen Fall.“

Konsumentenbefragung Dezember 2020

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