Großhändler stehen in den Startlöchern

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Viele Fragen sind noch offen, doch die Großhändler müssen bereits jetzt mit den Einkäufen beginnen, um die Versorgung für den Neustart sicherzustellen.
Viele Fragen sind noch offen, doch die Großhändler müssen bereits jetzt mit den Einkäufen beginnen, um die Versorgung für den Neustart sicherzustellen.
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Heimische Großhändler mussten große Einbußen hinnehmen. Die Branche bereitet sich auf den Re-Start vor.

Tirols Gastro- und Weingroßhändler leiden seit Monaten unter den Lockdowns im Tourismus und in der Gastronomie. „Die Einbrüche sind dramatisch und liegen zwischen 30 und 100 Prozent bei den Vollsortimentern“, erklärt Branchensprecher Lorenz Wedl. Lange wurde der Großhandel in einen Topf mit dem Lebensmitteleinzelhandel geworfen und monatelang vertröstet. Doch den Großhändlern und ihren Lieferanten, Vorlieferanten und Industriepartnern machte der Ausfall gewerblicher Abnehmer schwer zu schaffen. Zuschüsse für Umsatzausfälle erfolgten erst spät. „Viele Betriebe stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand und warten hart auf die für 19. Mai angekündigten Öffnungen“, so Wedl, „wir stehen jedenfalls in den Startlöchern.“

Unsicherheitsfaktor Reisefreiheit

Auch wenn noch viele Fragen offen sind, müssen die Großhändler bereits jetzt mit den Einkäufen beginnen, um die Versorgung für den Neustart sicherzustellen. Der größte Unsicherheitsfaktor ist die Reisefreiheit. „Neun von zehn Übernachtungen in Tirol kommen von ausländischen Gästen. Die Tourismusbranche und auch wir als Zulieferer hoffen auf die baldige Einigung auf einen europaweit gültigen Grünen Pass“, erklärt Wedl. Dass die heimische Gastronomie und Hotellerie Sicherheit bieten kann, hat sie schon letzten Sommer bewiesen. „Testungen, Registrierungen und kontrollierte Abstände machen unsere Restaurants sicherer als Treffen im privaten Bereich“, hebt der Branchensprecher hervor.

Ein wichtiger Faktor für die Großhändler sind Aufträge seitens der öffentlichen Hand. „Dass ausländische Großkonzerne beispielsweise das Bundesheer oder Pflegeheime beliefern, während heimische Familienbetriebe zusehen müssen, ist absolut unbefriedigend“, so Wedl, „die Situation hat sich zwar inzwischen etwas gebessert, aber es gibt noch Luft nach oben“. Er fordert, dass zukünftig öffentliche Betriebe auf regionale Partner zugreifen und so dazu beitragen, dass Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land bleiben.

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