WK-Präsident Christoph Walser
Kommentar

Jetzt mit Vollgas durchstarten

WK-Präsident Christoph Walser
© WK Tirol/Frischauf

„Es ist wichtig, dass wir uns jetzt wieder mit den großen Themen befassen“, unterstreicht Christoph Walser.

KOMMENTAR

So langsam lässt der eiserne Griff von Covid-19 nach. Speziell die Tourismus- und Freizeit branche hat endlich Perspektiven für konkrete Öffnungsschritte in den kommenden Wochen erhalten. Das war höchste Zeit, denn es hat sich schon längst abgezeichnet, dass die ewige Verlängerung des Lockdowns in diesem Sektor sachlich nicht mehr  gerechtfertigt ist. Es führt geradewegs in den wirtschaftlichen Abgrund, wenn zwar Umsätze ausgesperrt werden, das Virus aber im Privatbereich ungehindert kursieren darf.

Die jüngste offizielle AGES-Analyse zeigt  einmal mehr die bestehende Schieflage: Nur fünf Prozent der Infektionen finden am Arbeitsplatz statt, dafür 70 Prozent im Privaten. Die strengen Schutzmaßnahmen sowie betriebliche Tests haben die Unternehmen zu vergleichsweise sicheren Zonen gemacht. Das absehbare Ende der  Pandemie bedeutet aber noch lange nicht, dass für die krisengebeutelten Betriebe von einem Tag auf den anderen Normalität zurückkehrt.

Zahlreiche Firmen sind mit letzter Kraft über die Krise gekommen und brauchen auch in den kommenden Monaten zielgenaue Unterstützungen und Stundungen bei Steuern und Sozialversicherungsabgaben. Ansonsten treibt man Unternehmen in die Insolvenz, die an sich gesund sind und bloß eine längere Anlaufphase brauchen, um wieder in Schwung zu  kommen.

WK-Präsident Christoph Walser

Nur weil die akute Schleudergefahr vorüber ist, heißt das auch noch nicht, dass nach Corona eine gerade, hindernisfreie Strecke auf uns wartet. Die aktuellen Herausforderungen verlangen von Politik, WK und Unternehmern, vorausschauend zu fahren und wachsam zu bleiben, um Gefahrenstellen auszuweichen.

Es ist richtig und wichtig, dass wir uns jetzt wieder mit den großen Themen befassen. Dazu gehört speziell in Tirol der Verkehr. Das Zögern und Zaudern beim Tschirganttunnel ist aus Tiroler Sicht nicht hinzunehmen. Und auch beim Brennerbasistunnel, dem wir in dieser Ausgabe breiten Raum geben, müssen wir den aktuellen Rückenwind der EU-Kommissionspräsidentin nutzen, um eine wirksame Verkehrsverlagerung zu erreichen.

Die WK Tirol befasst sich in ihrem Projekt „Wirtschaft in Bewegung“ mit der Zukunft der Mobilität und forciert innovative Lösungen. Diese braucht es auch in der Stadt- und Ortskernentwicklung sowie beim leistbaren Wohnen. In der Krise haben sich auch nicht die „Dauerbrenner“ von selbst erledigt: Fachkräftemangel, Bürokratie und Steuerlast dämpfen nach wie vor die  Leistungsfähigkeit des Mittelstandes. Wenn wir dem Restart einen Schub verpassen wollen, müssen wir genau hier ansetzen und so den Standort  und seine Arbeitsplätze wieder vom Pannenstreifen auf die Überholspur bringen.

E christoph.walser@wktirol.at 

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