Unternehmerfamilie: Viktoria Neuner-Opbacher, Katharina, Franz, Claudia und Veronika Opbacher (v.l.)
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Zwei Schwestern leiten große Installations-Familie

Unternehmerfamilie: Viktoria Neuner-Opbacher, Katharina, Franz, Claudia und Veronika Opbacher (v.l.)
© Die Fotografen

2020 war prägend für Opbacher Installationen in Fügen. So feierte der Betrieb den 40. Geburtstag und die zweite Generation der Familie Opbacher übernahm die Geschäftsführung.

Dass Veronika Opbacher einmal in den Betrieb ihres Vaters einsteigen würde, war für sie immer klar. „Schon als Kind war ich gerne auf dem Bau unterwegs. Mit blauer Latzhose natürlich“, schmunzelt Opbacher. Sie wuchs, gleich wie ihre beiden Schwestern Viktoria und Katharina, mit der Firma auf.

Denn anfangs war das Installations-Unternehmen im Privathaus der Familie untergebracht. „Mein Papa Franz hat Opbacher Installationen 1980 gegründet und der Betrieb ist schnell gewachsen. 1996 hat er mit 50 Mitarbeitern das erste Betriebsgebäude bezogen“, erzählt Opbacher.

Alle drei Opbacher-Töchter absolvierten die HTL in Jenbach für Gebäudetechnik. „Meine älteste Schwester Viktoria hat nach der Matura noch BWL studiert. Ich bin direkt nach der Schule ins Unternehmen eingestiegen und habe die Unternehmerprüfung gemacht“, blickt die Landesinnungsmeisterin der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker auf den Anfang ihrer Berufslaufbahn zurück.

Innenministerin und Außenministerin

Seit vergangenem Jahr teilen sich Viktoria und Veronika die Geschäftsführung. Ihre Aufgaben sind klar aufgeteilt: „Viktoria ist die Innenministerin und ich bin die Außenministerin unseres Unternehmens“, umschreibt Veronika Opbacher. „Man kann sich das so vorstellen: Ich hole die Aufträge ins Haus und sobald ein Auftrag da ist, übergebe ich an Viktoria. Sie ist der Zahlenmensch und zum Beispiel auch für das Marketing zuständig. Ganz wichtig ist für uns, dass unser Papa noch mit an Bord ist. Wir können immer auf unsere Eltern zählen und sie sind immer für uns da“, streicht Opbacher hervor.

Vor Kurzem wurden die Büroräumlichkeiten erweitert: Auf das bestehende Gebäude wurde ein zusätzliches Stockwerk draufgebaut. Alles wurde modern und hell gestaltet, mit einem Atrium als Herzstück in der Mitte.

Komplette Bandbreite

Als Komplettanbieter im Bereich Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär und Spezialist für Solartechnik deckt der Zillertaler Betrieb ein breites Leistungsspektrum ab. Vom Häuslbauer bis zum Großkunden betreuen die Opbachers mit ihrem Team die komplette Bandbreite an Projekten, egal ob Neubau oder Sanierung. Die Kunden kommen vorwiegend aus Tirol, Salzburg und Bayern.

Darüber hinaus betreiben die Unternehmer auch einen Abholmarkt in Fügen. „Viele kennen das bestimmt aus eigener Erfahrung: Auf einmal ist die Armatur in der Küche kaputt. Wo bekommt man schnell eine neue her? In unserem Abholmarkt werden Heimwerker fündig“, ist Opbacher überzeugt.

Außerdem gibt es zwei Opbacher-Schauräume: einen Bäder-Schauraum für Privatkunden und einen Premium-Schauraum für Hotels und Exklusivkunden. „Wir sind Komplettanbieter rund ums Bad. Unsere Schauraumberater waren früher selbst auf den Baustellen unterwegs und wissen genau, was sie verkaufen und was funktioniert.“ Neben der Zentrale in Fügen hat Opbacher Installationen auch einen Standort in Seefeld.

Der Leitspruch des Unternehmens ziert auch die Wände im neuen Bürogebäude.
Der Leitspruch des Unternehmens ziert auch die Wände im neuen Bürogebäude.
© Opbacher Installationen GmbH

Große Mitarbeiterfamilie

„Als Firma denken, als Familie handeln“, lautet der Leitspruch von Opbacher Installationen. Die Installations-Familie ist eine große: 230 Mitarbeiter und 30 Lehrlinge gehören zum Team. „Uns ist der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern sehr wichtig. Meine Schwester und ich führen jedes Bewerbungsgespräch persönlich und wir kennen alle Mitarbeiter beim Namen. Jede Woche sprechen wir über jeden einzelnen Mitarbeiter, wenn wir die Baustellen-Einteilung machen. Und obwohl wir ein großes Unternehmen sind, geht es bei uns sehr familiär zu. Wir sind auch immer wieder bei Hochzeiten und Taufen dabei“, betont Opbacher.

Den eigenen Fachkräfte-Nachwuchs auszubilden liegt Veronika Opbacher besonders am Herzen. In ihren Händen liegt deshalb auch die hauseigene Lehrlingsakademie. „2016 haben wir die Lehrlingsakademie ins Leben gerufen. Uns ist es wichtig, dass sich die Lehrlinge untereinander kennen, deshalb bin ich mit ihnen gemeinsam ein bis zwei Mal im Jahr weggefahren. Einmal waren wir zum Beispiel in einem Hochseilgarten und haben anschließend Villeroy & Boch angeschaut“, sagt Opbacher.

Zahlreiche Lehrberufe bei Opbacher

Auch Unterricht ist fixer Bestandteil der Opbacher-Lehrlingsakademie. Seniorchef Franz bringt den jungen Fachkräften zum Beispiel die Schweißtechnik näher. Vier verschiedene Lehrberufe werden bei Opbacher Installationen ausgebildet: Installations-gebäudetechniker/-in, Bürokaufmann/-frau, Betriebslogistikkaufmann/-frau und Konstrukteur/-in. Das Lehrlingsteam besteht bei Opbacher nicht nur aus Jugendlichen, auch zehn Erwachsene machen dort derzeit ihre Lehre.

„Das sind einerseits Mitarbeiter, die zuerst eine andere Lehre gemacht haben und sich jetzt noch zusätzlich ausbilden lassen. Und andererseits sind es Hilfskräfte, die wir aktiv angesprochen haben, ob sie nicht eine Lehre machen möchten“, so die Geschäftsführerin. Aktuell stellt natürlich die Corona-Pandemie den Betrieb vor einige Herausforderungen. Herausforderungen, die die beiden Schwestern gemeinsam in Angriff nehmen.

Weitere Informationen: www.opbacher.at

Innungsmeisterin Veronika Opbacher
WK Tirol/Die Fotografen
Funktionärssteckbrief Veronika Opbacher
Innungsmeisterin Veronika Opbacher
WK Tirol/Die Fotografen

Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?

Mein Papa war jahrelang in der Innung tätig und so bin ich 2013 dazu gekommen, das erste Mal den Vierkampf der Tiroler Installateure zu organisieren. Kurz darauf wurde ich für das  Amt der Landesinnungsmeisterin vorgeschlagen. Die Arbeit in der Innung war von der ersten Minute an immer angenehm. Mein Stellvertreter Anton Pletzer hat mir geholfen, in die Rolle der Innungsmeisterin hineinzufinden.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Stolz bin ich auf unsere eigene Marketingschiene, die wir in Tirol aufgebaut haben. Und stolz bin ich außerdem darauf, dass wir in Tirol so viele erfolgreiche Teilnehmer bei internationalen Berufswettbewerben haben. Bei den WorldSkills in Abu Dhabi 2017 hat Armin Taxer den Weltmeistertitel der Sanitär- und Heizungstechniker nach Tirol geholt. Im Jahr darauf bei den Euroskills 2018 ist Florian Schwarzenauer Europameister geworden.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?

Mir ist es wichtig, das Image des Installateurs und auch das Image der Handwerksinnung aufzuwerten. Dafür setzen wir auf Marketing.