Öffnung des Handels mit Schutzmaßnahmen
Schwaz

Keine erhöhten Infektionszahlen im Handel

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Bezirksobfrau Martina Entner fordert: „Betriebe dürfen nicht weiter die Leidtragenden sein, wenn das Gros der Infektionen im privaten Bereich passiert.“

Im Osten Österreichs ist der Lockdown von Gründonnerstag (1. April) bis Dienstag nach Ostern (6. April) beschlossene Sache. Damit ist der Großteil des stationären Handels in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wieder einmal gezwungen, seine Geschäfte zu schließen.

Forderungen, dieses Szenario auf andere Bundesländer und damit auch bei uns auf den Bezirk auszudehnen, erteilt die Bezirksobfrau Schwaz, Martina Entner, eine klare Absage: „Natürlich ist die Gesundheit der Bevölkerung maximal schützenswert, von Maßnahmen in Bereichen die nachgewiesenermaßen keine Auswirkung auf die Fallzahlen haben, ist jedoch dringendst Abstand zu nehmen“, konstatiert die Bezirksobfrau und ergänzt: „Immer wenn die Zahlen steigen, werden reflexartig der Handel bzw. auch andere gewerbliche Betriebe zugedreht. Dabei gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass vom Einkaufen im stationären Handel oder bei persönlichen Dienstleistern eine erhöhte Infektionsgefahr ausgeht. Bestes Indiz dafür sind die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel. Trotz dauerhafter Öffnung sind in diesem Bereich keine erhöhten Infektionszahlen feststellbar gewesen“.

Bezirksobfrau Martina Entner
Bezirksobfrau Martina Entner

Die Einschätzung, dass das Einkaufen in den Geschäften sicher ist, wird auch von einer aktuellen Cluster-Analyse der AGES deutlich unterstrichen. „Rund 84 Prozent – und damit der weit überwiegende Teil – der Ansteckungen passieren laut AGES im Haushalt oder im Bereich der Freizeit. Dagegen werden im Handel keine größeren Clusterbildungen beobachtet. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass das Tragen der FFP2-Maske und weitere Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowohl von den Mitarbeitern als auch von der Bevölkerung akzeptiert und praktiziert werden“, betont Entner.

Existenzen vieler Unternehmen aufs Spiel gesetzt

Martina Entner richtet deshalb einen klaren Appell an die Politik, dass der Handel nicht ständig der Leitragende sein darf, wenn das Gros der Infektionen unzweifelhaft im privaten Bereich passiert. „Die Zwangsschließung von sicheren Wirtschaftsbereichen ist völlig verfehlt. Je mehr Schließungen es im öffentlichen, kontrollierbaren Bereich gibt, desto mehr hält sich die Bevölkerung mangels Alternativen im privaten – und eben nicht sicheren – Bereich auf. Damit ist der Teufelskreis perfekt. Darüber hinaus werden mit jedem unnötigen Lockdown vorsätzlich die Existenzen vieler Unternehmen und deren Mitarbeitern aufs Spiel gesetzt – und das mit einer reinen Placebo-Maßnahme“, mahnt Entner.

Aus den gleichen Gründen spricht sich Entner auch für eine schrittweise Öffnung der Gastronomie aus. „Es muß doch möglich sein auch in der Gastronomie mit entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen Stück für Stück eine Öffnung zustande zu bringen. Das wäre für viele das schon länger angekündigte Licht am Ende des Tunnels und würde die Menschen und Betriebe im Mittragen der Vorsichtsmaßnahmen bestärken“, appelliert Entner an die Politik bei den Maßnahmen gegen die Infektionsherde mehr zwischen privat und gewerblich zu differenzieren.

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